Du kommst hier nicht rein: Glutaral

Konservierung ist nötig, um Keime zuverlässig in Schach zu halten. Aber nicht jeder Stoff schützt bedenkenlos vor dem Verderb. Gerade in der Intimpflege geht Sanftheit vor …
FAKTEN Du kommst hier nicht rein: Glutaral Bild: pixabay
Wie findet man Glutaral in der INCI-Liste?

Um Glutaral in der Zutatenliste seiner Kosmetik zu entdecken, muss man nicht lange suchen. Die wichtigsten Bezeichnungen sind Glutardialdehyd, Glutaraldehyd, 1,5-Pentandial.

Was ist Glutaral eigentlich?

Glutaral ist eine farblose und bei Raumtemperatur flüssige chemische Verbindung mit einem scharfen, unangenehmen Geruch. Sie besteht aus einer Kette von fünf Kohlenstoffatomen, mit insgesamt acht Wasserstoffatomen. Wegen ihrer hohen Reaktivität ist sie nicht als Reinsubstanz, sondern nur in Form meist wässriger Lösungen erhältlich.


Was bewirkt Glutaral und wo wird es eingesetzt?

Glutaral schützt vor mikrobiellem Verderb. Es kommt daher auch als Konservierungsstoff in Kosmetik zum Einsatz. Darüber hinaus fungiert Glutaral auch als Wirkstoff, wenn es darum geht, einer Rezeptur eine antibakterielle Wirkung zu verleihen. Besonders häufig zu finden ist er daher in Intimwaschlotionen. Seltener kommt er in Shampoos, Produkten zur Gesichtsreinigung oder Cremes vor.

Außerdem steckt Glutaral in haushaltsüblichen Spülmitteln, Allzweck- und WC-Reinigern ebenso wie in Arzneimitteln und Medizinprodukten zur Warzenbehandlung. Es wird zur Desinfektion von Industrieanlagen und medizinischer Bestecke verwendet, aber ebenso zum Gerben von Lederwaren. Auch in Entwicklern für Röntgenfilme findet Glutaral Einsatz. Darüber hinaus kommt es in Farbstoffen vor und in abwaschbaren Tapeten.

Warum ist Glutaral problematisch?

Glutaralhaltige Produkte können zu entzündlichen Hautreaktionen führen. Vor allem empfindliche und gereizte Haut reagieren stark auf diesen Stoff. Darüber hinaus kann er schwerwiegende Augen-, Nasen-, Hals- und Lungenreizungen, die mit Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel einhergehen, hervorrufen. Dies wurde vor allem bei Krankenhauspersonal beobachtet, das Glutaral für längere Zeit wiederholt ausgesetzt war. Auch Kontaktekzeme sind hier keine Seltenheit und machen das stark allergene Potential deutlich, da sie trotz Protektion durch Handschuhe auftreten können. Nicht umsonst ist der Stoff als giftig eingestuft.

Bei besonders empfindlichen Personen kann verdampftes Glutaraldehyd bereits in geringer Konzentration asthmatische Reaktionen hervorrufen. Immerhin ist es in Aerosolen mittlerweile verboten. Auch in Sachen Umweltverträglichkeit ist Glutaral kein unbeschriebenes Blatt und vor allem für Wasserorganismen stark giftig.

Ein weiterer großer Risikofaktor: Gluraral kann Formaldehyd abspalten, was wiederum im Verdacht steht, Krebs zu erregen und erbgutverändernd zu wirken.

Unser Fazit

Haltbarkeit schön und gut – aber nicht zu jedem Preis. Während der Einsatz von Formaldehyd stark rückläufig ist, wurde mit Glutaral auf keine sehr gute Alternative gesetzt. Zu hoch ist sein Potential für Allergien und Reizungen und nicht zuletzt das Risiko, Formaldehyd abzuspalten. Was den Einsatz in Kosmetik angeht, gibt es so viele gute Möglichkeiten zur natürlichen Konservierung, die kaum bis gar keine allergenen Eigenschaften besitzen. Besonders wenn man doch eine Wahl hat, bleibt Glutaral ohne Ausnahme ein Fall für du kommst hier nicht rein! Und auch in der Intimpflege gibt es zuverlässige, naturreine Rezepturen, die ganz ohne Härtefälle wie diesen auskommen.

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie „Du kommst hier nicht rein.“

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