Gute Alkohole in Kosmetik

Dass Alkohol in Kosmetik auch Schattenseiten hat, ist kein Geheimnis. Er bietet aber durchaus seine Vorzüge. Es spielt immer eine Rolle, wofür er in einer Rezeptur zum Einsatz kommt – und in welcher Form. Ein genauer Blick in die INCI verrät mehr.
Alkohol in Kosmetik

In Sachen Alkohol gibt es kein Schwarz und kein Weiß. Der Beauty-Inhaltsstoff kann in hoher Konzentration trockene oder empfindliche Haut reizen, ist als Konservierungsstoff und Extraktionsmittel in Naturkosmetik aber nicht wegzudenken. Außerdem wirkt er zuverlässig gegen Hautunreinheiten und ist die unverzichtbare Basis für Parfum. Die Vor- und Nachteile der vielseitigen Zutat haben wir in diesem Beitrag schon ausgiebig für Euch unter die Lupe genommen. Dabei geht es in erster Linie um den Inhaltsstoff mit der INCI Bezeichnung Alcohol. Dieser Ethanol wird auch in der Lebensmittelindustrie verwendet. Handelt es sich um Bio-Alkohol, stammt er meist aus Trauben oder Weizen.

Dieselbe Zutat ist auch unter der Bezeichnung Alcohol denat. in der INCI-Liste zu finden. Allerdings ist denaturierter Alkohol vergällt, also ungenießbar gemacht und deshalb nicht steuerpflichtig. Vorsicht: Vergällungsmittel können dabei Phthalate sein, die im Verdacht stehen bei Hautkontakt den Schutzmechanismus der Haut zu beeinflussen und Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. In Naturkosmetik sind diese Zusätze tabu. Falls Alkohol hier vergällt wird, geschieht dies durch den Zusatz hochwertiger ätherischer Öle. Das verlängert nicht nur seine Haltbarkeit, sondern sorgt auch noch für einen angenehmen Duft.

Alkohol in Kosmetik
© Kelly Sikkema on Unsplash

Auch Benzyl Alcohol duftet besonders gut. Diese Form kommt in der Natur in vielen ätherischen Pflanzenölen vor und wird in Kosmetik eingesetzt, um den Geruch von Produkten zu verbessern. Darüber hinaus schützt er wie seine Vettern vor dem mikrobiellen Verderb und kann außerdem die Viskosität von Cremes beeinflussen. Der Riech- und Aromastoff steckt zum Beispiel in Duftpflanzen wie Ylang-Ylang, Rose oder Jasmin. Wegen seines möglichen Allergiepotentials handelt sich allerdings um einen deklarationspflichtigen Duftstoff. Einen Bogen um den Rohstoff muss man deshalb nicht machen: Die zahlreichen Studien rund um Benzyl Alkohol beziehen sich auf die Reinform des Stoffes und auf großen Mengen, die meist oral oder per Spritze verabreicht wurden. In Kosmetik kommen hingegen nur kleine Mengen in geringer Dosis vor, insbesondere als natürlicher Bestandteil ätherischer Öle.

Darüber hinaus gibt es die Gruppe der Fett- und Wachsalkohole. Sie sind Grundlagen vieler Cremes und werden als Emulgatoren Öl-Wasser-Gemischen beigegeben. Sie sind sehr gut verträglich, verbessern die Textur von cremigen Produkten und sorgen für eine höhere Viskosität. Ein weiterer Vorteil: Sie sind feuchtigkeitsspendend. In der INCI findet Ihr sie zum Beispiel unter den Bezeichnungen Cetearyl Alcohol, Cetylalkohol, Stearyl Alcohol, Behenyl Alcohol und Myristyl Alcohol.

Manchmal ist Alkohol aber auch komplett inkognito: Der feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoff Glyzerin gehört zu den sogenannten Zuckeralkoholen. Er bindet das Wasser im Produkt und sorgt so für eine mit Feuchtigkeit versorgte Haut. Achtung: Glyzerin kann auch das Gegenteil bewirken und der Haut Wasser entziehen! Sobald die Rezeptur zu wenig Feuchtigkeit enthält, wird diese aus der Haut gebunden, der Teint trocknet aus.

Es gibt sie also, die „guten“ Alkohole. Je nach Art und Konzentration können sie eine Rezeptur und auch unsere Haut positiv beeinflussen. Grundsätzliches Vermeiden würde der Stoffgruppe definitiv Unrecht tun.

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