Weizen, Roggen und Co: Volles Korn voraus!

Nanu, ist denn schon Erntedank? Im Cremetopf offenbar ja, denn Reis, Zuckerrüben, Hafer, Weizen, Gerste und Hopfen haben sich zu hippen Trendwirkstoffen gemausert. Welche Beautyprobleme sich mit diesen Zutaten gepflegt vom Acker machen und warum sie gerade jetzt so beliebt sind, erfahren Sie in unserer kleinen Feldstudie.
Titelbild Magazin: Weizen und Co.: Volles Korn voraus! Bild: pixabay

Kaum etwas ist so unwiderstehlich wie der Duft von frisch gebackenen Bio-Brötchen. In die noch warme, knusprige Kruste zu beißen, ein leckeres Müsli oder ein deftiges Vollkornbrot zu essen, ist für viele der Inbegriff eines genussvollen Frühstücks. Kaum ein anderes Nahrungsmittel verzehren wir so oft wie Getreide und schon im Vaterunser ist es verewigt: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Das liegt vor allem an zwei Eigenschaften, die es als Lebensmittel für uns so unentbehrlich machen: dem hohen Nährwert und seiner Ergiebigkeit. Vollkorn liefert viel Eiweiß, Vitamine und Mineralien, putzt unser Verdauungssystem durch und hält durch seinen Ballaststoffgehalt schön lange satt. Auch in der Naturkosmetik werden Wirkstoffe, die auf unseren Äckern geerntet werden, immer beliebter. Zum einen besinnen wir uns generell wieder mehr auf regionale Zutaten, aber auch der zunehmende Verzicht der Deutschen auf tierische Produkte trägt dazu bei, dass Feldfrüchte ein ganz neues, wertschätzendes Image bekommen haben. Wir stellen Euch die interessantesten Zutaten für Haut und Haare vor.

Die Schönheit vom Lande: Glatter Erfolg gegen Falten

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s: Das gilt nicht nur fürs Bierbrauen, sondern auch für die Jugend unserer Haut. Um die geballte Anti-Aging-Power von Gerste, Weizen und Roggen besser nutzen zu können, stellt man daraus oft zunächst Malz her. Dabei werden die Körner fünf Tage lang in Wasser eingeweicht und zum Keimen gebracht, bis dieser Vorgang abgebrochen und das Getreide getrocknet wird. Der daraus entstehende Malzextrakt ist besonders reich an Polyphenolen, die die Haut vor zu schneller Alterung schützen. Aus Weizen lässt sich darüber hinaus auch der Feuchtigkeitsspender Hyaluronsäure herstellen, der den Teint schön prall wirken lässt. Im Öl der Keime steckt zudem viel Vitamin E, das dafür bekannt ist, die Haut länger elastisch zu halten. Buchweizenwachs füllt kleine Falten wie eine Art Bio-Silikon auf, so dass die Haut sofort ebenmäßiger aussieht. Reis enthält Proteine und Lipide, deren Bauplan den Kittsubstanzen unserer Haut, den Ceramiden, ähnelt. Außerdem liefert Reis eine Extraportion Silizium, das bei der Elastizität unserer Kollagenfasern eine buchstäblich tragende Rolle spielt.

Mit Lein muss Fettglanz nicht sein

Wer zu öligem Teint neigt, ist mit Leinsamen bestens bedient. Verwendet werden die vielen, braunen Samen aus der Fruchtkapsel der Flachspflanze. Eingearbeitet in Cremes, entfernt Leinsamenextrakt überschüssigen Talg von der Hautoberfläche, indem er ihn mit seinen Schleimstoffen verflüssigt und dadurch zu rasches Nachfetten verhindert. Konventionelle Produkte trocknen den Teint nämlich oft viel zu stark aus, so dass die Talgdrüsen das Signal bekommen, fleißig Nachschub zu produzieren. Dadurch gerät man schnell in einen Teufelskreis. Das kann Euch mit Leinsamen-Kosmetik nicht passieren!

Strohiges Haar zu Gold machen: Rüben und Weizen

Ein glänzender Tipp gegen trockenes Haar sind die Zuckerstoffe der Rübe. Das liegt daran, dass der süße Stoff in der Lage ist, wie ein Magnet Feuchtigkeit zu binden. Wie gut das klappt, kennen wir aus dem Alltag, denn im Streuer klumpt Zucker manchmal, und beim Marmeladekochen entzieht er den Früchten ihren Saft, so dass eine gelartige, haltbare Masse daraus entsteht. Außerdem lassen sich aus Zuckerrüben super sanfte Tenside gewinnen, deren Schaum zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist. Weizenproteine dringen tief in den Haarschaft ein, wo sie kleine Löcher stopfen, ihm neue Elastizität verleihen und vor trockenen Schuppen schützen. Gleichzeitig stützt der feine Eiweißfilm das Haar, so dass es sich prima frisieren lässt.

Mit Hafer und Hopfen sind Sensible fein raus

Wenn Eure Haut schnell mal der Hafer sticht, sind Produkte mit Hafermehl ein ideales Beruhigungsmittel. Sein Gehalt an Zink und dem Wirkstoff Beta-Glucan lindert Juckreiz und Rötungen. Eine besonders entzündungshemmende, wundheilende Wirkung schreiben Forscher auch einer Gruppe von hochwirksamen Polyphenolen, den Avenanthramiden zu. Sie sind in der äußeren Schicht von Hafersamen enthalten und verblüffen selbst in geringer Konzentration durch ihr enormes Wirkpotenzial. Auch Hopfen beruhigt. Das weiß man nicht zuletzt dadurch, das er neben Baldrian oft in pflanzlichen Schlafmitteln steckt. Seine Bitterstoffe, die dem Bier seinen charakteristisch herben Geschmack verleihen, wirken obendrein desinfizierend. Das macht Hopfen zu einer begehrten Zutat für empfindliche Haut und Bio-Deos.

Es ist uns eine Ähre:
Naturkosmetik mit Feldfrüchten

Age Protection Augencreme von Logona mit Hyaluronsäure aus Weizen und Buchweizenwachs
ProAge Face Cream von Oceanwell mit Reis
Natural Aktiv Hair Conditioner von Speick mit Zuckerrüben-Extrakt und Hafer
In balance Mattierendes Fluid von Farfalla mit Leinsamen
Schaumfestiger Styling Foam von SANTE mit Weizen und Hopfen

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