Fermentation

Der Prozess der Fermentation ist seit Jahrhunderten bekannt und wird in erster Linie dafür eingesetzt, Obst und Gemüse als Nahrungsmittel haltbar zu machen. Der Nebeneffekt: Die wertvollen Inhaltsstoffe werden dabei besonders bioverfügbar – und das sogar für unsere Haut. Kein Wunder also, dass heilende Kräuter, Früchte, Nüsse und Blüten nun auch für die Schönheitspflege mit ausgewählten Kulturen versetzt und gegoren werden.
Fermentation, Foto: Pixabay

Aber was steckt eigentlich dahinter? Als Fermentierung oder Fermentation bezeichnet man die enzymatische Umwandlung organischer Stoffe. Sie wird meist durch die Zugabe von Zellkulturen wie Pilzen oder Bakterien herbeigeführt. Der häufig als Synonym für Fermentation benutzte Begriff Gärung, ist nicht ganz richtig: Denn die Gärung ist nur ein Teilbereich der Fermentation und läuft ausschließlich anaerob, also ohne Sauerstoff ab. Die Fermentation schließt aerobe Vorgänge und andere enzymatische Prozesse mit ein, bei denen Sauerstoff beteiligt sein kann. Sie umfasst jegliche technische Bioreaktion. Am häufigsten wird sie in speziellen Behältern, den sogenannten Fermentern, herbeigeführt, in denen die Reaktionsbedingungen exakt gesteuert und optimiert werden.

Kleine Helfer, große Wirkung

Natürliche Mikroorganismen sind in der Lage Nährstoffe zu bilden, die sich chemisch gar nicht oder nur schwer herstellen lassen. Wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanzen zum Schutz gegen Keime, Umwelteinflüsse und andere Belastungen bilden, werden konzentriert und in kleine Moleküle zerlegt. Zusätzlich entstehen Vitamine und Mineralstoffe, die eine positive Wirkung auf unser Immunsystem haben. Die Fermentation schafft es sogar, Allergie auslösende Proteine in nicht allergene Stoffe umzuwandeln. So verlieren die eingesetzten Zutaten, wie zum Beispiel Nüsse, dank enzymatischer Umwandlungen ihr allergenes Potential.

Zutritt gestattet: Erhöhte Bioverfügbarkeit

Wie bereits erwähnt werden Inhaltsstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Co., bei der Fermentation besonders „bioverfügbar“ – das heißt, sie können besser absorbiert und leichter vom Körper aufgenommen werden. Der Genuss fermentierter Nahrungsmittel erhöht somit nachweislich die Energie in den Zellen. Eine höhere Leistungsfähigkeit und eine gestärkte Immunabwehr sind die Folge.

Was für den Genuss von fermentierten Lebensmitteln gilt, soll auf unsere Haut übertragbar sein: Vitalstoffe können dank der verbesserten Aufnahmefähigkeit schneller wirken und sind besonders verträglich. Doch der Prozess bewirkt noch mehr: Wird ein Rohstoff fermentiert, der aus kosmetischer Sicht zum Beispiel fünf Wirkungen für die Haut mitbringt, kann er so umgewandelt werden, dass er am Ende zehn Mehrwerte aufweist. Und fermentierte Kosmetik soll darüber hinaus dazu führen, dass die Produktion der körpereigenen Hyaluronsäure in der Haut angeregt wird.

Ein neues Kapitel

Hilfe zur Selbsthilfe also und natürliches Anti-Aging. Zusammen mit dem erweiterten Wirkstoffspektrum, der verbesserten Verträglichkeit und der Bioverfügbarkeit bietet die Fermentation von (bewährten) Rohstoffen völlig neue Möglichkeiten für innovative Entwicklungen im Bereich Naturkosmetik.

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