Du kommst hier nicht rein: Aluminium

Aluminium? Nein danke. Nur: gut duften will jeder. Aber das Frischegefühl mit Juckreiz, Entzündungen und womöglich sogar Krebs und Alzheimer bezahlen? Dieser Preis dürfte ja wohl zu hoch sein! Kein Wunder, dass immer mehr Menschen Deos mit Aluminium ablehnen und auf Naturkosmetik umsteigen. Wie gefährlich sind die Schweißkiller tatsächlich? Unsere Abrechnung.
Du kommst hier nicht rein: Aluminium, Foto: PIXABAY
Wie findet man Aluminium in der INCI-Liste?

Ob Aluminium als Zutat in Eurer Kosmetik steckt, könnt Ihr trotz der vielen INCI-Bezeichnungen relativ leicht herausfinden. Fast immer tauchen nämlich die Begriffe Aluminium oder Aluminum als Bestandteil auf. Die bekanntesten Vertreter sind Aluminum Chlorohydrate, Aluminum Chloride, Aluminium Stearate, Aluminum Powder und Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex. Wird Aluminium als kosmetischer Farbstoff verwendet, erkennt Ihr ihn an dem Kürzel CI 77000.

Was ist Aluminium eigentlich?

Aluminium ist ein Leichtmetall und das dritthäufigste Element der Erde. In der Natur kommt Aluminium fast ausschließlich gebunden vor, z. B. in Ton oder Granit, in dem es in Form kleiner Glimmerpartikel aufblitzt. Lediglich aus dem Erz Bauxit lässt es sich in größerer Menge gewinnen, indem man das Metall mit Natronlauge löst und anschließend in speziellen Öfen weiterverarbeitet. Die Herstellung erfolgt meist in Australien oder in Ländern der Dritten Welt.

Weil das Metall rostfrei ist und sich leicht formen lässt, wird Aluminium gern im Maschinenbau für Autokarosserien, Flugzeuge, Motor- und Getriebegehäuse eingesetzt. Es dient in Getränkedosen und Alufolie zur Verpackung und kommt in Scannern, Kochgeschirr sowie Prothesen vor, um nur einige der Verwendungsmöglichkeiten aufzulisten. Da Aluminium einen antiseptischen Effekt hat und mit Säuren reagiert, lässt es sich auch zur Wasseraufbereitung, für Zahnpasta und in Medikamenten gegen Sodbrennen nutzen.

In der Kosmetik wird es vor allem in Form von Aluminiumsalzen in Deos verwendet, aber auch pur als funkelnder Farbstoff in Schminkprodukten. Zu der schweißdrosselnden Wirkung kommt es, weil die Aluminiumsalze mit den Eiweißbausteinen unserer Haut reagieren und klitzekleine Klümpchen bilden, die wie winzige Stöpsel die Feuchtigkeitsabgabe bremsen.

Warum ist Aluminium problematisch?

Durch den tagtäglichen Kontakt mit Aluminium wird es auch in unseren Körper aufgenommen. Gesunde Menschen scheiden einen Großteil des Stoffs über die Niere wieder aus, aber trotzdem kommt es immer wieder zu Ansammlungen. Von Kochgeschirr mit Aluminium oder der Aufbewahrung von säurehaltigen Speisen in Alufolie rät das Bundesinstitut für Risikobewertung deshalb inzwischen ab. In der Kosmetik stehen besonders die Salze in der Kritik, da sie im Gegensatz zu dem in Make-up verwendeten Aluminiumpulver löslich sind. Manchmal verschließen aluminiumsalzhaltige Deos die Poren so intensiv, dass sich der Schweiß in den Drüsen staut und es zu Juckreiz und Entzündungen kommt.

Wer so ein Produkt direkt nach dem Rasieren der Achseln benutzt, ist besonders gefährdet. Denn dabei entstehen mikrofeine Risse in der Haut, durch die der Wirkstoff tief eindringen kann. Schlimmer ist jedoch, dass es inzwischen mehrere Studien gibt, die auf einen Zusammenhang zwischen Aluminium und der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer hindeuten. Allerdings hat dies bislang zu keinerlei Konsequenzen geführt.

Fakt ist, dass sich sowohl in Lymphknoten und Tumorgewebe von Brustkrebspatientinnen als auch in den Gehirnen von Menschen mit Alzheimer ungewöhnlich hohe Aluminiumwerte nachweisen lassen. Die Universität Genf hat 2012 zudem herausgefunden, dass Aluminiumsalze die Zellen verändern können. Erdrückende Tatsachen, findet der Toxikologe Dr. Chris Exley von der britischen Universität Keele. Er rief daher in dem Dokumentarfilm „Die Akte Aluminium“ eindringlich zu einer schnellen Klärung auf.

Unser Fazit

Wer sich vor Aluminium schützen will, sollte sich nicht auf die langsam mahlenden Mühlen der Behörden verlassen, sondern selbst aktiv werden. Lebensmittel könnt Ihr in Edelstahltöpfen kochen, Getränke in Glasflaschen kaufen und für die Schönheit Naturkosmetik benutzen. Da stecken Aluminiumsalze garantiert nicht drin. Deos mit ätherischem Salbei-, Nelken-, Thymian– oder Ingweröl verengen die Poren nur sehr moderat und bekämpfen stattdessen vor allem die Bildung von Müffelbakterien. Deo-Kristalle aus Alaun, einem Schiefergestein, zügeln den Schweißfluss, ohne die Poren zu verstopfen. Die gibt es sogar als Roll-on oder Pump-Spray. Noch mehr spannende Fakten über Naturkosmetik-Deos erfahrt Ihr hier.

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In unserem Magazin findet Ihr weitere interessante Artikel rund um Gesundheit und natürliche Beauty. Auch in unserem Blog zu stöbern lohnt sich – hier probieren wir zertifizierte Naturkosmetik für Euch aus und haben dabei schon so das ein oder andere Lieblingsstück gefunden! 🙂

4 Gedanken zu „Du kommst hier nicht rein: Aluminium“

  1. Vielen Dank für deinen informativen Beitrag. Ich stehe auch häufig vor den Regalen und suchen nach Produkte ohne Aluminiumhaltige Inhaltsstoffe. Bei Deos ist es sehr einfach geworden, da sie hier ja deutlich auf die Marketingschiene „Aluminiumfrei“ gehen.

    1. Hallo Sarah, sehr gerne. Du hast Recht: Durch die vielen Diskussionen um Aluminium (gerade in Deos), sind nun auch viele konventionelle Hersteller bemüht, Produkte ohne Aluminium auf den Markt zu bringen. Daran kann man ganz gut sehen: Der Verbraucher und sein Kaufverhalten hat eine Menge Einfluss auf den Markt.

      1. Deo-Kristalle aus Alaun […]

        Inhaltlich falsch, Alaun ist Kalium ALUMINIM Sulfat, enthält also auch Aluminium und „natürliche“ Produkte neigen dazu eine höhere Bioverfügbarkeit zu besitzen, als Syntetische.

        1. Es ist richtig, dass auch Alaun in seiner chemischen Zusammensetzung Aluminium enthält – Kalium-Aluminium-Sulfat als natürlicher Kristall. Anders als das synthetische Aluminiumchlorhydrat, das durch Verengung der Poren die Schweißbildung hemmt (Antitranspirantien), dringt Alaun aufgrund seiner molekularen Struktur jedoch nicht durch die Poren der Haut ein. Es wirkt ausschließlich auf der Hautoberfläche, indem es kleinste Kristalldepots bildet, die das Wachstum geruchsbildender Bakterien nachhaltig hemmen.
          Beim Thema Bioverfügbarkeit kann man aus unserer Sicht nicht verallgemeinern: Es gibt natürliche Stoffe, die leichter vom Körper aufgenommen werden können, als andere. Fermentiert man pflanzliche Rohstoffe, kann man die Bioverfügbarkeit noch erhöhen. Mineralische Bestandteile hingegen weisen in der Natur und auch im Einsatz für Bio-Pflege Größenverhältnisse auf, die sich höchstens im Bereich der Mirkopartikel bewegen – die in der konventionellen Pflege verwendeten Nanoteilchen sind und bleiben ein Tabu. Eine Aufnahme über die Haut in den Organismus ist damit sehr unwahrscheinlich.

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