Schattenseiten: Benzophenon in Sonnencremes

Die ersten warmen Tage des Jahres auskosten und die Sonne genießen. Dafür holen viele Menschen gern ihren UV-Schutz vom Vorjahr aus dem Schrank – und laufen damit Gefahr, krebserregendes Benzophenon an ihre Haut zu lassen.

Die Frühlingssonne ist intensiv, deshalb ist Lichtschutz gerade jetzt besonders wichtig. Rechtzeitig an Sonnencreme zu denken, ist also durchaus sinnvoll. Meist stehen die Flaschen und Tuben aber erst auf unserem Einkaufszettel, wenn wir uns auf Urlaub oder Baggersee vorbereiten – bis dahin muss die Lotion aus dem Vorjahr herhalten. Aus Nachhaltigkeitssicht nachvollziehbar. Wer entsorgt schon gern Kosmetikreste? Wie eine aktuelle Studie aus dem Fachjournal „Chemical Research in Toxicology“ zeigt, macht die Trennung aber Sinn… Zumindest wenn es sich um konventionellen UV-Schutz handelt. Darin kann sich mit der Zeit nämlich das problematische Molekül Benzophenon bilden. Soviel vorab: Bei Naturkosmetik besteht diese Problematik nicht.

Lagerung problematisch

Entdeckt wurde das Ganze, weil französische und amerikanische Wissenschaftler 17 Sonnencremes von Marken wie Nivea, Garnier und L’Oréal näher untersucht haben. Genauer gesagt, erzeugten sie einen künstlichen Alterungsprozess, der in nur sechs Wochen die Lagerung innerhalb eines Jahres bei Zimmertemperatur simulierte. Bei der anschließenden chemischen Analyse der Rezepturen wurde in 16 der 17 Produkte Benzophenon gefunden. Betroffen waren alle Sonnencremes, die den UV-Filter Octocrylen enthielten. Aus dem Rohstoff war im Lauf des Experiments das zweifelhafte Molekül geworden.

Bekannte und unbekannte Risiken

Beide Stoffe, sowohl Ausgangsmaterial, als auch Endprodukt, gelten als umstritten. Octocrylen und Benzophenon sollen eine allergieauslösende und hormonähnliche Wirkung haben. Benzophenon hat sich in Tierversuchen außerdem als krebserregend erwiesen. So stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) das Molekül als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ ein.

Wie das Magazin utopia richtig anmerkt, lässt das Experiment Fragen offen: Was ist mit Sonnencremes, in denen von vornherein Abwandlungen von Benzophenon stecken? Wie lange dauert es konkret, bis sich aus dem Octocrylen in der Sonnencreme Benzophenon bildet? Tatsächlich ein ganzes Jahr? Oder besteht die Problematik bereits nach wenigen Monaten?  Und: Existiert das Risiko nur bei geöffneten Tuben oder von vornherein?

Alternative: Mineralischer Lichtschutz

Fakt ist: Mineralische UV-Filter wie Zinkoxid verändern sich nicht und behalten auch ihre Sonnenschutzwirkung unabhängig von der Lagerdauer. Welche Vorteile sie sonst gegenüber chemischem Lichtschutz  bieten und worauf Ihr generell beim Thema Sonne achten solltet, lest Ihr hier.

Foto: Speick Naturkosmetik, mineralischer Lichtschutz aus der Speick Sun Linie.

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