Wer suchet, der findet: Bio-Beauty selbermachen

Bis zur Nasenspitze im duftenden Badewasser versinken, sich von Kopf bis Fuß genüsslich eincremen und zum Schluss ein paar Tropfen Parfüm aufstäuben – herrlich! Aber wer sagt, dass Sie dazu immer fertige Produkte nehmen müssen? Stellen Sie Ihre Naturkosmetik zur Abwechslung doch mal selbst her. Gerade jetzt im Sommer wachsen überall Blumen und Kräuter, die sich für unsere Schönheit nutzen lassen. Manfred Neuhold erklärt in seinem Buch „Naturkosmetik und Parfum: Selbst gemacht!“, wie Sie aus Waldmeister, Wegerich, Holunderblüten, Rosmarin und Lavendel ihre eigene Pflege anrühren können.

Auch wenn jede Menge Heilpflanzen in Ihrer Bio-Beauty stecken: Zu sehen sind sie normalerweise nicht. Statt grüner Kräuter findet man meist nur eine weiße Paste in der Tube, weil die Hersteller vor allem Extrakte und ätherische Öle einsetzen. Oft ahnt man gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt, bis Cremes und Körperöle im Laden stehen. Umso schöner ist es, wenn man es mal selbst ausprobiert und den Entstehungsprozess mit allen Sinnen erleben kann. Ein Korb voller frischer Kräuter, die wir im Wald gepflückt haben, fühlt sich wie ein Schatz an, den wir stolz nach Hause tragen. Samtige Salbeiblätter zwischen den Fingern, das Blubbern von kochendem Wasser und der aromatische Duft schmelzenden Bienenwachses wecken oft eine ganz neue Art der Wertschätzung in uns. Doch woher weiß man, welche Kräuter geeignet sind, und wie man daraus Bodylotions, Badezusätze oder Seifen anfertigen kann? Das erfahren Sie in dem Buch „Naturkosmetik und Parfum: Selbst gemacht!“ von Manfred Neuhold.

Einfach dufte: Von Narzissenpuder bis Nonnen-Parfüm
Auf 168 Seiten stellt Ihnen der Autor knapp 80 Heilpflanzen vor. Da nicht jeder weiß, wie Gundelrebe, Steinklee oder Weißwurz aussehen, wird zu jedem Kurzporträt ein Foto gezeigt, damit man die Kräuter leichter erkennen kann. Außerdem gibt es Tipps zum Sammeln und zum Anlegen eines eigenen Kräutergartens. Herzstück des Ratgebers sind jedoch über 100 Rezepte, die von Gesichtscremes über Haarspülungen bis hin zu Parfüms, Teemischungen und Männerpflege reichen. Zusätzlich wird anhand von Fotostrecken erklärt, wie man eine Creme im Wasserbad erhitzt oder einen Ölauszug herstellt. Ein echtes Highlight ist die Originalrezeptur eines Duftes, der im 14. Jahrhundert von Karmeliternonnen aus Zitronenmelisse, Muskat, Gewürznelken, Engelwurz und Holunderblüten kreiert wurde. Auch der Narzissen-Körperpuder, das Flieder-Shampoo oder die Rosenblütensalbe machen Lust aufs Ausprobieren, zumal die Anleitungen sehr klar sind und man erfreulich wenige Zutaten braucht.

Fazit: Ein buntes Sammelsurium
Wer die Natur liebt und gern kreativ ist, kommt mit dem Ratgeber „Naturkosmetik und Parfum: Selbst gemacht!“ voll auf seine Kosten. Er enthält jede Menge Infos und tolle Beautyrezepte, die auch für Neueinsteiger leicht umzusetzen sind. Etwas merkwürdig sind allerdings der Aufbau des Werks und die Gewichtung einzelner Themen. Obwohl der Titel suggeriert, dass es sich um eine Art Kosmetik-Kochbuch handelt, beginnt es mit mehreren Kapiteln über die Kulturgeschichte der Schönheit und die Funktionen unserer Haut. Das liest sich zwar durchaus interessant, hätte aber kürzer ausfallen können oder weiter nach hinten gehört. Der Rezeptteil, um den es hier ja eigentlich geht, startet auf Seite 85, und Parfüms, die ja immerhin auf dem Cover genannt und gezeigt werden, tauchen sogar erst kurz vor Schluss auf und dann nur auf 9 Seiten. Aber wer gern nach Kräutern und Blüten sucht, hat vielleicht auch Spaß daran, für das passende Rezept ein bisschen auf Entdeckertour zur gehen. Es ist so mancher Schatz dabei, versprochen!

Manfred Neuhold, „Naturkosmetik und Parfum: Selbst gemacht! “, Leopold Stocker Verlag, 168 Seiten, 16,90 Euro.

Hier können Sie das Buch bestellen.

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