Frisch und Vegan

Ernähren Sie sich vegan? Dann gehören Sie zu den Menschen, die sich explizit Gedanken darüber machen, was Sie Ihrem Körper regelmäßig zuführen und welche Auswirkungen Ihr Ernährungsverhalten auf Tier und Umwelt hat. Dieselben Überlegungen dürften für Sie bei der Wahl Ihrer Kosmetik entscheidend sein. Und dann stehen Sie vor dem Dilemma, dass es zwar vegane Kosmetik gibt, diese aber nicht automatisch Naturkosmetik ist. Stellen Sie Ihre vegane Biokosmetik doch einfach selbst her! Gabriela Nedoma zeigt in „Biokosmetik – vegan, frisch, naturbelassen“ auf 136 Seiten wie es geht.

Was sofort auffällt, ist die Philosophie, die den Leser durch das ganze Buch begleitet: Die Natur und sich selbst wertschätzen und ganzheitlich handeln. Wichtigster Rohstoff ist die Frische. Das spiegelt sich nicht nur in den veganen Grundprodukten wider, sondern auch im Hinweis, diese nicht über 40 Grad zu erhitzen – sie also roh zu verwenden. Denn vegane Biokosmetik punktet aus Sicht der Autorin nicht nur durch die rein pflanzlichen Ursprünge, sondern auch durch die Frische der Produkte.

Essbare Kosmetik
Da die Rohstoffe veganer Biokosmetik rein pflanzlich sind, könnte man die meisten Produkte sogar essen. Gabriela Nedoma nennt sie daher auch „nährende Hautpflege“, was auch logisch erscheint. Denn die Wirkstoffe gelangen über die Haut in unser Stoffwechselsystem. Eigentlich sollte es mit diesem Hintergrundwissen doch selbstverständlich sein, dass wir uns ausschließlich mit Naturkosmetik pflegen.

Rezepte
Die Rezepte, die Gabriela Nedoma in ihrem Buch beschreibt, sind einfach und nachvollziehbar aufgebaut und machen richtig Lust auf „Nachkochen“. Von der Reinigung über die Zahnpflege bis hin zu Deodorants und natürlich dem Klassiker, der Hautpflege, ist alles dabei. Wer gerne kocht, entdeckt hier vieles, was er noch nicht wusste und doch schon öfter gegessen hat. Oder war Ihnen klar, dass das leckere Salbeisalz, das Sie gerne auf Ihre Focaccia streuen, auch zur Zahnreinigung verwendet werden kann?

Heimisch ums Eck
Klassisch aufgebaut geht „Biokosmetik“ anfangs auf die Rohstoffe veganer Kosmetik ein und woher sie bezogen werden können. Sehr interessant ist die Auflistung der heimischen Pflanzen, die quasi „an jedem Eck“ wachsen und für selbstgemachte Kosmetik verwendet werden können. Kleines Manko: Nicht jeder von uns kennt sich damit aus. Daher wäre ein Hinweis auf eine Informationsquelle über Aussehen, Standort und Wachstum bzw. Blüte hilfreich gewesen.
Wer seine Kosmetik selbst herstellen möchte und dabei vor allem auf Frische setzt, möchte natürlich auf Konservierungsstoffe verzichten. Das heißt aber auch, dass die Eigenkreationen empfindlich und nicht sehr lange haltbar sind. Hier gibt Gabriela Nedoma wertvolle Hinweise, wie sich die Haltbarkeit durch entsprechende Hygiene verlängern lässt.

Insgesamt ist „Biokosmetik“ ein sehr interessantes Buch mit klitzekleinen Schwächen in Aufbau und Informationsgrad. Das macht es aber wett durch die wunderschöne Bilderwelt und eine haptisch ansprechende Auswahl des Papiers. Wer es nicht ständig in der Küche stehen hat, könnte es durchaus aus rein dekorativen Zwecken auf den Wohnzimmertisch legen.

Gabriela Nedoma, „Biokosmetik – vegan, frisch, naturbelassen“, Jan Thorbecke Verlag, 136 Seiten, 19,99 €.

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