Was fairen Handel ausmacht

Der wirtschaftliche Austausch von Gütern wird allgemein als Handel bezeichnet. Doch von Wirtschaftlichkeit spüren Produzenten in Schwellen- und Entwicklungsländern häufig nichts.

Um gerade in Anbetracht der Globalisierung wettbewerbsfähig zu sein, müssen sie sich an den oft zu gering kalkulierten Weltmarktpreisen orientieren und trotz harter Arbeit an der Armutsgrenze leben. Was hier fehlt, ist der schon von Aretha Franklin geforderte Respekt –  die gegenseitige Achtung, die im globalen Preiskampf mancherorts anscheinend verloren gegangen ist.

Es ist schockierend, betrachtet man die Zusammensetzung des Verkaufspreises etwa am Beispiel von konventionell gehandeltem Kaffee: 45 Prozent entfallen auf Steuern und Zölle, weitere 41,5 Prozent auf Röster, Zwischen- und Einzelhandel, 8,5 Prozent gehen an die Plantagenbesitzer – bleiben winzige 5 Prozent als Löhne für die Arbeiter. Doch es geht auch anders: Gemäß dem Grundsatz „Fair Trade“ zahlen verantwortungsbewusste Firmen den Erzeugern faire Löhne, die eine dauerhaft tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bieten. Es handelt sich dabei um kontrollierten Handel, bei dem die Erzeugerpreise für die gehandelten Waren über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt werden. Die offizielle Definition: „Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.“

Respekt und Gerechtigkeit bilden also die Basis. Doch fairer Handel bedeutet auch, dass in der Produktion internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden müssen: Ökologische Landwirtschaft ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber gefördert. Bestimmte Pestizide sind im Anbau untersagt. Das Arbeitsumfeld muss sicher und gesundheitsverträglich sein. Ausbeutung, Kinder- und Sklavenarbeit ist verboten. Sogar die Gewerkschaftsfreiheit muss gegeben sein. Ein weiteres Zeichen für deutlichen Fortschritt ist die Gleichberechtigung von Frauen im Rahmen des Fair Trade: Sie werden für ihren Beitrag im Herstellungsprozess angemessen bezahlt und innerhalb ihrer Organisation gestärkt.

Doch wie verbreitet ist Fair Trade? Laut der Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) profitieren weltweit über 1,4 Millionen Landwirte vom Fairen Handel. Die FLO ist für die Zertifizierung von Produkten und Produzenten sowie die unabhängige Überprüfung der Einhaltung der Kriterien verantwortlich. Gütesiegel wie TransFair in Deutschland und Österreich machen geprüfte Produkte als solche erkennbar.

Doch auch ohne Label folgen viele Hersteller nachhaltigen Prinzipien, wie denen des Fair Trade: In der Naturkosmetik wird eine Vielzahl der Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau gewonnen, Pestizide sind ein absolutes No-go. Gemäß dem ökologischen Prinzip der Nachhaltigkeit werden Natur und Umwelt so genutzt, das ihr System nachwachsen kann und sicher erhalten bleibt. Da viele Herstellungsprozesse in der Naturkosmetik noch immer Handarbeit sind, sichert die Produktion die Lebensgrundlage für viele Familien. Entsprechend dem ökonomischen Prinzip der Nachhaltigkeit werden stets faire Löhne gezahlt. Doch nicht nur das: Viele Naturkosmetikhersteller investieren einen Teil ihrer Erlöse zusätzlich in soziale Projekte, um der Bevölkerung in den Schwellen- und Entwicklungsländern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.