Trendreport VIVANESS 2018

Sie ist der Pflichttermin zum Start ins neue Beauty-Jahr: Die VIVANESS, Leitmesse für Naturkosmetik und ideale Plattform für grünes Trendscouting. Wir waren drei Tage für Euch unterwegs und haben allerlei Neues entdeckt.
Magazin: Trendreport VIVANESS 2018 Bild: naturalbeauty.de

2018 wird spannend. Denn es hält nicht nur innovative Produkte für die natürliche Schönheit bereit, es kann auch mit völlig neuen Kategorien aufwarten: Anti Aging wird vom Trend Anti Pollution abgelöst, wir kehren zurück in die Steinzeit, erleben mit Do-it-yourself-Sets Naturkosmetik als Event, sparen gezielt Ressourcen und erobern mit exotischen Rohstoffen neue Länder…

Anti Pollution: Adieu Staub, Schmutz und Stadtluft

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Jugendliches Aussehen hat ein neues Feindbild: Luftverschmutzung, Smog und andere Umweltbelastungen, die typisch für die Urbanisation sind. Diesen Motor für die vorzeitige Hautalterung sollen nun spezielle Masken, Cremes und Reinigungsprodukte abstellen.

Der Trend kommt wieder einmal aus Asien – aus gutem Grund. In einigen fernöstlichen Metropolen hat die Luftverschmutzung Ausmaße erreicht, die man mit bloßem Auge sehen kann. Und sie enthält nicht einfach nur Feinstaub. An den Schmutzpartikeln haften auch Schwermetalle und andere Schadstoffe, die die Haut angreifen. Freie Radikale, oxidativer Stress und vermehrte Talgproduktion sind an der Tagesordnung, genau wie ein müder, grauer Teint, der schneller altert.

Die neuen Anti Pollution Heros befreien die Haut wirksam von Schmutzpartikeln, stärken die Hautbarriere, wirken freien Radikalen entgegen und schützen vor umweltbedingten Hautschäden. Entdeckt haben wir den Trend unter anderem bei den Hydro Effect und Detox Effect Produkten von Lavera und der SMART Anti Pollution Maske von Mádara.

Zurück in die Steinzeit: Paleo Kosmetik

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Der Paleo Lifestyle ist bisher vor allem aus der Ernährung bekannt. Die Idee dahinter: Der moderne Mensch besitzt genetisch noch immer weitgehend denselben Stoffwechsel wie in der Altsteinzeit. Das hat einen Einfluss darauf, was unser Körper gut umsetzen kann und was nicht. Für den idealen Speiseplan bedeutet das: viel saisonales Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und deren Öle, ergänzt um Fleisch, Fisch und Eier. Auf Getreide (Gluten), Milchprodukte (Laktose) und industriell verarbeitete, konservierte Nahrungsmittel wird konsequent verzichtet.

Creams of the stone age ist die erste europäische Biokosmetik-Marke, die Paleo Lifestyle auch auf die Haut bringt – ohne Chemie, Mineral- oder Palmöl und entwickelt mit der Deutschen Gesellschaft für Paleo Ernährung (DGPE) e.V.. Definitiv der ursprünglichste Trend!

Wirkstoffbooster Fermentation

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Demgegenüber steht High Tech: Revolutionäre Herstellungsverfahren für Pflanzenwirkstoffe, die sich auf Fermentationsprozesse stützen, ziehen immer weitere Kreise in der Branche. Dahinter verbirgt sich grundlegend die enzymatische Umwandlung organischer Stoffe. Sie wird meist durch die Zugabe von Zellkulturen wie Pilzen oder Bakterien herbeigeführt – daher spricht man bei diesem Trend auch von Probiotic Beauty. Die kleinen Helfer haben übrigens einige Tricks drauf: Natürliche Mikroorganismen stellen zum Beispiel Nährstoffe her, die sich chemisch nicht oder nur schwer herstellen lassen. Diese werden bei der Fermentation gleichzeitig konzentriert und in kleine Moleküle zerlegt. Das macht sie besser aufnahmefähig für den Teint. Der größte Clou jedoch, ist die Tatsache, dass ganz nebenbei Allergie auslösende Proteine in nicht allergene Stoffe umgewandelt werden. Perfekt, nicht nur für Sensibelchen.

Während wir vor ein paar Jahren nur bei einzelnen Marken in den Genuss fermentierter Rohstoffe kamen, wächst die Auswahl nun stetig. Auf der VIVANESS haben wir neben dem umfassenden Sortiment von Probiotic-Pionier WHAMISA aus Südkorea auch die Maske der bulgarischen Marke Armina, fermentierte Papaya bei P‘ure Papaya sowie die Produkte von Hands on Veggies aufgespürt. Bei letzteren kommt übrigens eine eigens in Österreich entwickelte, innovative Konservierungsmethode zum Einsatz, die auf natürlichen Fermenten basiert.

Im Spotlight: Vegan Make-up!

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Vegan ist in, das gilt längst auch in Sachen Pflege und dekorative Kosmetik. Trotzdem fehlte es lange an Vielfalt und so manches Mal konnte die Performance nicht ganz überzeugen. Damit ist endgültig Schluss, das hat die VIVANESS 2018 ganz klar bestätigt. Mehrere tolle Brands stellten ihr ausschließlich veganes Sortiment im Bereich Deko-Kosmetik vor und wussten die Besucher mit großartigen Ergebnissen zu begeistern.

Angel Minerals bietet veganes Mineral Make-up „Made in Germany“, inklusive innovativer Produkte wie einem mineralischen Hair Concealer, den wir Euch hier bereits vorgestellt haben.

EMANI ist eine kalifornische Marke, die sich in den USA bereits einen Namen machen konnte und auch bei Make-up Artists immer beliebter wird: So wurden die Produkte beispielsweise genutzt, um die Stars des Film-Hits „Wonder Woman“ für den roten Teppich zu schminken.

Die deutsch-brasilianische Marke BAIMS punktete mit seiner ultra-cremigen Foundation so sehr bei den Besuchern der VIVANESS, dass diese das Produkt mit einem der heiß begehrten Brand New Product Awards belohnten. Vegan ist in – und endgültig auf Augenhöhe mit nicht-veganen Produkten. Einfach super!

Exotik pur

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Obwohl regionale Beautyhelden eine bessere Öko-Bilanz haben, erfreuen sich exotische Inhaltsstoffe nach wie vor großer Beliebtheit. Schönheitsgeheimnisse aus aller Welt versprechen neue Wirkweisen, Düfte und altbewährte Rezepturen oder innovative Formulierungen aus fernen Kulturen.

Bei amo como soy dreht sich alles um gesunde Selbstachtung – und wirkstoffreiche Zutaten aus Lateinamerika. Dort wuchs Gründerin Schareska Antequera de Friebertshäuser auf. Heute vereint sie in ihren Produkten die Exotik Lateinamerikas mit deutschem Know-How für Naturkosmetik.

Beim Start-up ANAKENA stellt sich sofort Urlaubsfeeling ein: Die junge Marke bringt Beautygeheimnisse und Südsee-Flair von Tahiti nach Deutschland. Unternehmensgründerin Petra Klimscha lebt seit über zehn Jahren auf den Osterinseln und modernisiert traditionelle Schönheitsrezepte mit Zutaten wie Guave oder der Tiaré-Blüte. Ihr Monoi de Tahiti Haut- und Haaröl ist eine Rarität in Deutschland!

Besonderer Beliebtheit erfreut sich Kaktusfeigenkernöl. Eines der teuersten Öle der Welt ließ sich bei mehreren Marken als Wirkstoff finden. Sultana Cosmetics bietet zum Beispiel zwei Produkte rund um Kaktusfeigenkernöl an, die auf einem traditionellen Familienrezept beruhen. Wir sind gespannt, wo die Reise in Sachen Exotik noch hingehen wird.

DIY-Kits: Selbermachen, aber bequem

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Wer Naturkosmetik schon immer mal selbst anrühren wollte, aber von Zutatenshopping und Co. davon abgehalten würde, darf sich freuen: DIY-Selbstmachtkits sind auf dem Vormarsch.

Coscoon Cosmetics, KITETIK und Hello Simple bieten Komplettsets an, die alle Ingredienzien fertig abgewogen und meist auch noch ein passendes Kosmetikbehältnis beinhalten. Was benötigt man außerdem? Je nach Produkt zum Beispiel einen Herd und einen Topf, in jedem Fall aber Lust aufs Selbermachen! So entstehen ruckzuck DIY-Deocreme, Lippenpflege oder sogar Waschpulver.

Das Schönste: Beauty-Koch zu sein macht nicht nur Spaß, sondern am Ende weiß man auch ganz genau, was im Tiegel steckt. Im Fall von Coscoon Cosmetics überzeugten Konzept und Endprodukt so sehr, dass die Coscoon Cosmetics SheaSahne Bodybutter einen Best New Product Award gewann. Wir finden: verdient!

Ganzhaltig nachhaltig

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Ressourcen sparen wird großgeschrieben und geht Hand in Hand mit Minimalismus und Zero Waste. Produkte ohne Wasser sind länger haltbar, unheimlich praktisch, super leicht und reduzieren Verpackungsmüll. Das Pulverwunder von plaine ist hier Paradebeispiel: Ein feines Pulver im kompostierbaren Sachet wird mit Wasser aufgeschäumt und vereint Shampoo, Dusch- und Rasierschaum in einem. Auch feste (Haar-)Seifen, zum Beispiel ganz neu von SPEICK, feiern schon länger ihr Comeback und passen wunderbar zum Minimalismus-Trend.

In Sachen Verpackung denken die Hersteller immer nachhaltiger und setzen auf innovative Konzepte aus Glas, Papier, Holz oder Alu. Diese Stoffe sind kompostierbar, wiederverwertbar oder kreislauffähig. Auch einige Zero Waste Unternehmen waren am Start, zum Beispiel Lamazuna und Ecodis. Wir finden es bemerkenswert, mit welchem Eifer die Naturkosmetikbranche nach immer neuen Lösungen für mehr Nachhaltigkeit sucht.

Trends, Trends, Trends

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Naturkosmetik greift aktuelle Trends mittlerweile genauso schnell auf wie konventionelle Unternehmen. Daher ist es kaum möglich, wirklich alle Trends zu erfassen, die sich teilweise auch überschneiden oder sogar gegenläufig sind: Während unkomplizierte und multifunktionale Convenience-Produkte zum Beispiel immer beliebter werden, lässt sich gleichzeitig ein Trend zu personalisierbaren Produkten beobachten. Hohe Zeitersparnis und wenig Aufwand stehen also im Gegensatz zum Wunsch, die eigene Pflege per Mix & Match zu individualisieren oder per DIY sogar selbst anzurühren.

Neben exotischen Zutaten, angeführt von Kaktusfeigenkernöl, sind auch Aktivkohle und Gold momentan in vielen Produkten zu finden. Und last but not least: Nach wie vor erobert K-Beauty aus Asien den Markt, allen voran innovative Marken wie WHAMISA.

Lust auf mehr? Auf unserem Instagram @naturalbeauty.de haben wir live von der Messe berichtet. Und in unserem Blogpost zur VIVANESS 2018  – verraten unsere naturalbeauty-Redakteurinnen Jenny, Janine und Veronika Euch ihre persönlichen VIVANESS Highlights. 🙂

Noch mehr VIVANESS-Trendscouting findet Ihr auf beautyjagd.de und elisabethgreen.com.

Für Nostalgiker: Hier geht’s zu unserem Trendreport der Vivaness 2017.

2 Gedanken zu „Trendreport VIVANESS 2018“

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