Unsere Haut ist der Hit: You can do everything!

Die Haut ist unser größtes Organ und viel mehr als bloß eine Hülle. Was die sanfte Schöne alles kann? Ihr werdet überrascht sein!
Titelbild Magazin: Unsere Haut ist der Hit: You can do everything! Bild: pixabay

Egal, welche Sprache wir sprechen: Auch unsere Haut kommuniziert – und die ganze Welt versteht sie. Wenn unsere Wangen erröten oder unser Gesicht erbleicht, spiegelt sie unverkennbar wider, was wir gerade empfinden. Ob Gänsehaut, Verliebtheit oder Angst – dank ihrer Fähigkeit, je nach Durchblutung die Farbe zu ändern, sendet sie eindeutige Signale und verrät manchmal mehr, als wir preisgeben wollen. Haut und Seele sind eng miteinander verbunden und die Änderung der Hautspannung beim Lügen hat sogar schon den ein oder anderen Schwindler entlarvt. Die manchmal unbequeme Ehrlichkeit unserer Haut ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum wir auf kosmetische Produkte setzen: Da sollen Augenringe abgeschwächt, Fältchen gemildert und der natürliche Farbton abgedeckt werden. Dabei braucht sich die Haut echt nicht zu verstecken! Sie hat mehr Talente, als man denkt, und darauf können wir echt stolz sein.

Ganz schön schlau

Auch wenn sie oft zart wirkt: Die Haut ist und bleibt unser größtes und schwerstes Organ. Sie hat eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern und wiegt bis zu zehn Kilo. Wie ein Schutzschild umhüllt sie unseren Körper, nimmt mit etwa vier Millionen Rezeptoren Empfindungen wie Wärme, Kälte, Druck oder Schmerz wahr und leitet sie zuverlässig an unser Gehirn weiter – als eine Art intelligente Außenstelle unserer Steuerzentrale. Auch ihr Reichtum ist faszinierend, denn in gerade mal einem Quadratzentimeter stecken ungefähr 150.000 Pigmentzellen, 5.000 Sinneszellen, 100 Schweißdrüsen, 15 Talgdrüsen, fünf Haare, vier Meter Nervenbahnen und ein Meter Blutgefäße. Unglaublich, dass all das auf so kleinem Raum Platz hat, oder?

Arbeitsteilung im Schichtsystem

Wichtige Aufgaben vergeben wir gern an Spezialisten – so auch die Haut, die mit ihren drei Lagen für ideale Arbeitsteilung sorgt: Während die gut vier Millimeter dicke Oberhaut zuverlässig vor Verletzungen schützt, versorgt die darunter liegende Lederhaut den kompletten Aufbau mit Nährstoffen und Sauerstoff. Bei der Unterhaut schließlich liegt die Kraft eindeutig in der Ruhe: Sie enthält vor allem Fettgewebe und dient als Wärmepolster und Energiereserve.

Viel Fingerspitzengefühl

Sinneszellen sind clevere Alleskönner. Je nach Ausführung werden sie bei Temperaturwechsel, Druck oder Schmerz aktiv. Andere sind sogar so empfindlich, dass sie schon den Kontakt von wenigen tausendstel Gramm spüren. Nicht umsonst ist der Tastsinn unumstritten der feinste unserer Sinne. Das Geheimnis liegt in vielen Millionen Tastrezeptoren, mit denen vor allem unsere Fingerspitzen überdurchschnittlich dicht bestückt sind.

Selbst ist die Haut

Thermostate? Da denken die meisten von uns zuerst mal an Heizungsregler. Dass unsere Haut aber quasi eine Luxus-Ausführung davon besitzt, wissen die wenigsten. Damit wir uns stets wohl fühlen, halten Wärmerezeptoren unsere Körpertemperatur konstant und regeln je nach Bedarf unsere Hautdurchblutung nach oben oder unten. Selbst nachts im Schlaf greift das Temperatursystem der Haut ganz automatisch ein und sorgt dafür, dass wir uns ausreichend oft umdrehen, damit wir nicht überhitzen.

Enorme Speicherkapazitäten

Dass die Haut Feuchtigkeit braucht, sollte mittlerweile jedem klar sein. Dass sie aber gut ein Drittel unseres kompletten Wasservorrates speichert, ist eine oft unterschätzte Begabung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Mensch aus etwa 70 Prozent Wasser besteht. Bei 75 Kilogramm Körpergewicht bedeutet das zum Beispiel, dass satte 16 Kilo Wasser in der Haut aufbewahrt werden. Damit unsere Reserven immer gut gefüllt sind und die Haut schön prall bleibt, sollten Sie also unbedingt viel trinken!

Aus alt mach neu

Pflege hin oder her. Wünscht Ihr Euch nicht auch manchmal, Ihr könntet Eure alte Hülle einfach abstreifen und Eure Haut erneuern wie eine Schlange? Könnt Ihr – und das sogar bei weitem öfter als das schlanke Reptil. In jungen Jahren erneuert sich unsere Haut alle 28 Tage selbst, später schafft sie dieses Wunderwerk immerhin noch innerhalb von 60 Tagen. Dazu werden in der untersten Schicht der Oberhaut ständig neue Zellen gebildet, die Stück für Stück nach außen wandern, wo sie sich verhärten und schließlich zur obersten Hornschicht werden. Diese stößt unser Körper dann regelmäßig ab – in unserem Leben verlieren wir so insgesamt etwa 27 Kilo abgestorbene Hautzellen. Das ist doch eine reife Leistung, oder?

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