Sweet Memories: Magie der Düfte

Gerüche sind wie Taxis in die Vergangenheit: Kaum erschnuppern wir sie, werden bei uns jede Menge Gefühle und Erinnerungen wach. Warum ist das eigentlich so? Und wie können wir dieses Wissen nutzen, um uns gezielt in bestimmte Stimmungen zu versetzen? Dazu die beste Naturkosmetik für eine gepflegte Reise ins Glück.
Titelbild: Magazin: Sweet Memories - Magie der Düfte Bild: pexels

Ihr würdet gern die Zeit zurückdrehen, um noch einmal das herrliche Gefühl Eurer ersten Liebe zu spüren? Dann solltet Ihr nicht in einem alten Fotoalbum blättern, sondern stattdessen an einem Duft schnuppern, den Ihr mit diesen Tagen verbindet. Gerüche befördern uns nämlich sekundenschnell in die Vergangenheit, da sie im Gegensatz zu visuellen Eindrücken nicht im Großhirn verarbeitet werden, sondern im limbischen System, dem Gefühlszentrum in unserem Gehirn. Oder, wie Patrick Süßkind es in seinem Bestseller „Das Parfüm“ formuliert hat: „Es gibt eine Überzeugungskraft des Duftes, die stärker ist als aller Worte Augenschein, Gefühl und Wille. Sie erfüllt uns vollkommen, es gibt kein Mittel gegen sie.“ Doch was passiert da eigentlich genau mit uns? Und wie können wir unser Wohlbefinden dadurch beeinflussen?

Von der Nase direkt ins Herz

Die Geruchswahrnehmung beginnt in der Riechschleimhaut der Nasenhöhle. Darin befinden sich bis zu drei Millionen Sinneszellen, von denen jede auf bestimmte Duftstoffe spezialisiert ist. Über 1000 Gerüche kann ein Mensch auf diese Weise unterscheiden. Über eine Art „Standleitung“ wird ein elektrischer Impuls durch den Riechkolben und das Riechhirn direkt an das limbische System weitergeleitet. Wissenschaftler definieren diesen Bereich als Hort unseres Unterbewusstseins, in dem Emotionen, Instinkte und Erinnerungen gespeichert werden. Der Verstand hingegen, mit Sitz in der Großhirnrinde, wird erst dazu geschaltet, wenn ein Duft bewertet wird. So kommt es, dass unser Geruchssinn die Vernunft oft ignoriert und der Mensch von Natur aus lieber „seiner Nase nachgeht“ – ob bei der Partnerwahl, beim Eincremen oder beim Einkauf. Das weiß jeder, der schon mal ein frisches Brot besorgt hat, obwohl eigentlich noch genug im Haus war, nur weil es aus der Bäckerei so lecker gerochen hat.

Der erste Eindruck prägt uns für immer

Manche Düfte rufen spontan Erinnerungen an bestimmte Ereignisse in unser Gedächtnis: Stallgeruch versetzt uns zurück in unseren Kindheitsurlaub auf dem Bauernhof, der Duft von frischem Fichtenholz und Tannennadeln ruft in uns Bilder vom Ostereier Sammeln im Wald wach und ein Hauch Vanille durchrieselt uns mit Geborgenheit, weil wir an Großmutters selbstgebackene Kipferl denken. Den Mechanismus hinter diesem „Fingerabdruck“ haben israelische Forscher jetzt im Rahmen einer Studie entschlüsselt: Testpersonen wurden 60 verschiedene Objekte gezeigt, jeweils in Verbindung mit einem charakteristischen Duft. In einem zweiten Versuch wurden die Gegenstände mit anderen Gerüchen verknüpft. Nach einer Woche wurden die Teilnehmer erneut ins Labor eingeladen und mit den gleichen Objekten konfrontiert. Das Ergebnis: Selbst dann, wenn bei den Probanden noch beide Duftnoten im Gedächtnis geblieben waren, rief die Erinnerung an den zuerst wahrgenommenen Geruch eine deutlich stärkere Hirntätigkeit hervor. Dass es beim Riechen einen klaren Unterschied zur Wahrnehmung anderer Sinneseindrücke gibt, wird an einer leicht veränderten Wiederholung des Versuchs deutlich: Dieses Mal wurden die Gegenstände in Verbindung mit Geräuschen gezeigt – doch die Töne ließen anschließend kaum nennenswerte Erinnerungen aufflackern.

Mit Kosmetik könnt Ihr auf Zeitreise gehen

In unserem Erinnerungsvermögen werden Gerüche demnach – anders als die meisten Sinneswahrnehmungen – sofort in einer Art Archiv abgelegt. Taucht derselbe oder ein ähnlicher Duft erneut auf, kann unser Gedächtnis Erinnerungen des gespeicherten Eindrucks abrufen –  und uns so um Jahre oder Jahrzehnte zurückversetzen. Ein wenig Zimtöl, Vanilleextrakt, Nelken- oder Orangenöl genügen – und schon sind wir wieder in Großmutters Backstube. Hinzu kommt, dass gerade Düfte, die durch ätherische Öle hervorgerufen werden, auch einen aromatherapeutischen Effekt haben. Das könnt Ihr gezielt nutzen, um Euch mit Kosmetik bewusst in eine bestimmte Stimmung zu versetzen. Pflege mit Zimt bringt Eure Liebeshormone zum Tanzen. Zitrusnoten wie Limonen, Lemongrass, Zitronen und Grapefruits motivieren und erfrischen. Ingwer und Rosmarin heizen nicht nur unsere Durchblutung, sondern auch das erotische Verlangen an. Wer Energie braucht, ist mit Acaibeeren gut beraten, während Lavendel, Hopfen und Melisse Frieden stiften und das Einschlafen fördern. Sonnige Düfte wie z. B. Orange, Ananas, Papaya und Kokos machen rundum happy. Vanille erinnert uns an den Duft von Haut – was sinnlich erregend, aber auch herrlich beruhigend wirkt. Wer mag, kann sich mit dem Duft seiner Wahl auch einen Badezusatz selber machen: Dazu einfach ½ Tasse Milch mit 5 Tropfen ätherischem Öl mischen und ins warme Wasser geben. Fertig!

Dufte Stimmungskanonen:
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