Weil ich es mir wert bin…

Bio-Beauty ist teuer? Stimmt nicht. Doch in vielen Köpfen sitzt dieses Vorurteil leider immer noch fest. Dabei bildet die grüne Pflege mittlerweile das gesamte Spektrum von Discountware bis zum Luxusartikel ab. Uns stellt sich deshalb die entscheidende Frage: Was bestimmt eigentlich den Preis von Naturkosmetik?

Die getönte Tagescreme Mandel gibt’s schon für 4 Euro, die straffende Augenpflege mit Granatapfel für 19,95 Euro, das biologische Stammzellenserum kostet 65 Euro und für die Luxus-Anti-Age-Creme mit echtem Gold sollen stolze 79 Euro über den Ladentisch wandern. Okay, diese Produkte unterscheiden sich natürlich nicht nur im Preis. Aber so mancher kommt angesichts dieser großen Differenzen trotzdem ins Grübeln und wird skeptisch, was Qualität, Wirkung und Zusammensetzung von Cremes & Co angeht. Zu Recht?

Gut und günstig? Bio-Beauty aus der Drogerie
Eins vorweg: Gute und weniger gute Naturkosmetik gibt es überall. Ein Urteil darüber lässt sich weder am Preis, noch am Verkaufsort festmachen. Wäre Qualität zu 100% an die Kosten gekoppelt, wäre die dm-Handelsmarke Alverde wohl kaum die meistverkaufte Bio-Beauty-Marke Deutschlands. Und auch die Annahmen, Drogeriekosmetik erfülle nur Mindeststandards, verwende minderwertige Rohstoffe und lege keinen Wert auf Bioqualität, bestätigen sich nur selten. Immerhin tragen auch zahlreiche günstige Naturkosmetikmarken mit dem BDIH- oder NATRUE-Siegel dasselbe Logo, das man auch auf den Produkten populärer Pioniermarken findet. Die Anforderungen in Sachen Zertifizierung und damit an Rohstoffgewinnung und Herstellungsprozesse sind demnach genauso hoch. Einziger Unterschied: Drogerie- und Einstiegsmarken verwenden meist günstigere Basiszutaten. Also Soja- statt Mandelöl, Wildrosenöl statt echtem Rosenöl. Die sind aber trotzdem sehr gut für die Haut und stecken genauso in teuren Gesichts- und Körpercremes aus dem Bioladen. Beim Thema Bioqualität verhält es sich ähnlich: Auch wenn einige günstige Marken nur die Mindestanforderungen erfüllen (BDIH-Siegel oder NaTrue-Kennzeichnung „Naturkosmetik“), so gibt es genügend Ausnahmen, deren Zutatenliste einem Sternenbanner gleicht, weil nahezu jeder zertifizierbare pflanzliche Bestandteil aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) stammt. Wer genau hinsieht, kann also durchaus ein Juwel zutage fördern!

Der wahre Unterschied: Erfahrung, Entwicklung und Benefits
Wenn es also doch so viele Gemeinsamkeiten gibt – woraus resultieren dann die verschiedenen Preise? Die meisten Drogeriemarken haben den entscheidenden Vorteil, Handelsmarken zu sein. Die Produkte werden in der Regel zugekauft und in großen Mengen für bis zu 2500 Filialen hergestellt. So entfallen umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskosten und die Rohstoffpreise sind entsprechend niedrig. Hinzu kommen die enorm hohen Verkaufszahlen, die eine geringe Gewinnspanne je Produkt ermöglichen und so die Preise klein halten. Und die Marken im Fachhandel? Viele von ihnen haben in Sachen Naturkosmetik echte Pionierarbeit geleistet und sind auch heute noch Vorreiter bei der Entwicklung innovativer Rezepturen und Wirkstoffe. Sie überraschen uns oft mit unglaublichen Leistungen, die man Bio-Beauty lange Zeit nicht zugetraut hat. Mit pflanzlicher Hyaluronsäure, zertifiziertem Quallen-Kollagen, wertvollen Samenölen und Stammzellen aus Echinacea haben sie Inhaltsstoffe zu bieten, die in ihrer Wirksamkeit der konventionellen Anti-Age-Pflege in nichts nachstehen. Dafür blättern die meisten von uns gern auch ein paar Euro mehr auf den Ladentisch. Wer im Bioladen eine Mandelcreme kauft, findet das kostbare Nussöl meist tatsächlich schon an zweiter Stelle der Zutatenliste und kann sich sicher sein, dass es in eigenen Anbauprojekten zu fairen, umweltbewussten Bedingungen erzeugt wurde. Der Anteil der Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) liegt bei vielen Produkten bei über 95 Prozent, was sie zu Biokosmetik auf höchstem Niveau macht. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass es häufig auch die Beratung ist, die den Mehrwert beim Einkauf im Fachhandel unterstreicht: Denn kaum irgendwo sonst werden Sie so kompetent bei Ihrer Kaufentscheidung unterstützt wie im Biohandel.

Unser Fazit: Probieren statt kalkulieren
Ihre Lieblingsprodukte können Sie sowohl in der Drogerie als auch im Bioladen entdecken. Welche Anforderungen Sie an Cremes, Lotions und Shampoos stellen, müssen Sie selbst entscheiden. Wenn Sie besonderen Wert auf Beratung, Bio-Qualität und innovative, neue Wirkstoffe legen, lohnt sich ein Ausflug ins Reformhaus, in die Naturdrogerie oder das Naturkosmetikfachgeschäft. Wissen Sie aber sowieso schon genau, was Sie suchen, möchten günstige und trotzdem gute Basisprodukte kaufen und kennen sich bestens mit INCI-Listen aus, sind Sie auch in der Drogerie gut aufgehoben. Egal ob exklusives Luxus-Serum oder simple Feuchtigkeitscreme: Solange die Haut spürbar glücklich mit einem Produkt ist, sollte der Preis ohnehin erst an zweiter Stelle stehen…

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