Reisen, die die Welt nichts kosten

Endlich – Urlaubszeit. Egal, wann die Ferien starten oder wohin die Reise führt: Auch nachhaltig geht Urlaub heute fast immer und überall. Deshalb haben wir ein paar klimaneutrale Reisetipps zusammengestellt, bei denen nicht auf Spaß, Genuss und Entspannung verzichtet werden muss.
Reisen, die die Welt nichts kosten, Foto: PIXABAY

Wer reisen möchte, findet ganz wunderbare Reiseziele in fast jeder näheren Umgebung – auf jeden Fall aber innerhalb Deutschlands oder in unseren Nachbarländern. Nicht umsonst heißt es „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“.

Schließlich machen Fernreisen via Flugzeug oder Autostrecken über mehrere hundert Kilometer unserem Klima zu schaffen: Rund ein Fünftel der CO2-Belastung in Industrieländern gehen laut Umweltbundesamt aufs Reisen zurück. Das bedeutet in einem Jahr ebenso viel Treibhausgas in der Atmosphäre wie durch alle deutschen Haushalte zusammen.

Reisen, Foto: PIXABAY
Reisen, Foto: PIXABAY
Reisen in die Ferne… Ohne CO2-Belastung?

Wer dennoch nicht auf Sonne, Strand und Meer verzichten mag, hat mittels modernem Ablasshandel die Möglichkeit, den CO2-Ausstoß zumindest zu kompensieren. Dazu bieten verschiedene Non-Profit-Organisationen die passenden Projekte. Zur Erhebung der notwendigen Spendenhöhe dienen spezielle Online-Rechner, die das Ausmaß der verursachten CO2-Belastung ermitteln.

Zu empfehlen ist hier zum Beispiel Greenmiles. Für diese Organisation kommen ausschließlich staatlich anerkannte Klimaschutzprojekte in Frage, die bei den Vereinten Nationen registriert sind und gemäß Kyoto-Protokoll arbeiten.

Die tatsächliche CO2-Reduktionsmenge jedes einzelnen Projektes wird durch unabhängige, durch von den Vereinten Nationen beauftragte Gutachter nachgewiesen – alle CO2-Minderungen, die den jeweiligen Projekten zugeordnet sind, müssen real, messbar, langfristig und zusätzlich sein, um bei Greenmiles anerkannt zu werden.

Wir machen den Test: Fliegt man von München nach Sydney beträgt der CO2-Ausstoß laut Greenmiles 10.815 kg, was einem Geldwert von rund 270 € entspricht. Fährt man stattdessen mit einem Smart von München in den Bayerischen Wald, beträgt der Ausstoß immerhin nur 40 kg und einem Geldwert von knapp 1,80 € – ein deutlicher Unterschied, der die Belastung durch Fernreisen anhand von einfachen Rechnungen aufzeigt. Mittels Unterstützung der Greenmiles-Projekte hat man auch bei akutem Fernweh eine Möglichkeit, einen individuellen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten…

Was gibt es noch für Möglichkeiten?

Wem CO2-Vermeidung „durch die Hintertür“ zu wenig ist, der sollte gänzlich aufs Fliegen verzichten und vielleicht sogar das geliebte Auto zur Abwechslung mal stehen lassen. Denn auch in heimischen Gefilden gibt es jede Menge Möglichkeiten für erlebnisreiche und entspannende Urlaubstage:

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch im Bio-SPA? Entspannung, nachhaltig, pur und nicht auf Kosten der Umwelt. Sich mit zertifizierter Naturkosmetik verwöhnen lassen und Wellness in durchdachten Salons und Instituten genießen, die mit intelligenten, regenerativen Lösungen ihren Wärme- und Energiebedarf decken.

Wer stattdessen einen Aktivurlaub bevorzugt, entdeckt auf ausgedehnten Wandertouren die schönsten Seiten der Natur – zum Beispiel auf dem Goldsteig mit insgesamt 660 Kilometern Qualitätswanderweg im Bayerischen Wald und im Oberpfälzer Wald. Auch die Alpen, das Altmühltal, der Schwarzwald oder die Mecklenburger Seenplatte bieten zahlreiche Wanderziele. Lehrreich und informativ sind sogenannte Naturlehrpfade, ausgebaute Wanderwege, die in naturwissenschaftlich oder kulturell interessanten Gebieten stationsartig durch die Landschaft führen – vor allem für Kids absolut empfehlenswert.

Wer statt Schusters Rappen lieber echte Rösser bevorzugt, kann beim Urlaub auf dem Pferderücken mit individuellen Wanderritten oder geführten Ausritten entspannen. Und auch der gute alte Drahtesel und das nagelneue Trekkingrad bieten sich für ausgedehnte Touren an – egal ob im Flachland unserer holländischen Nachbarn oder beim Mountainbiking in Österreich.

Und wie wär’s zur Abwechslung mal ganz entspannt auf dem Wasser? Kanu- und Faltboottouren auf den deutschen Flüssen sind ein stetig wachsender Trend. Sie können vielerorts gebucht oder auf eigene Faust unternommen werden: Folgt dem Wasser, wenn es sich malerisch durch Dörfer und Wiesen schlängelt oder genießt das Bauchkribbeln an kleinen Stromschnellen. Wer in echtes Wildwaser möchte, findet auf geführten Raftingtouren jede Menge Action und Spritzwasser.

…und mit Übernachtung?

Doch nicht nur bei den Aktivitäten, auch beim Thema Übernachtung  hat man die Wahl: Ob komfortable Bio-Hotels, naturnahe Zeltplätze, verträumte Hütten oder Baumhäuser – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Nun habt Ihr nur noch die Qual der Wahl, ob Ihr lieber Urlaub am Meer, im Wald, in den Bergen…und an welchem schönen Fleckchen Deutschlands oder seiner Nachbarn machen möchten – oder eben doch in die Ferne streben und sich danach zum Ausgleich bei Projekten zum Klimaschutz engagieren. Wem die konkrete Planung eines klimafreundlichen Urlaubs zu kompliziert ist, dem empfehlen wir das forum anders reisen e.V. Der Verein, ein Zusammenschluss von Reiseveranstaltern, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben, bietet jede Menge Ideen, wertvolle Anregungen und Angebote für Reisen, die die Welt nichts kosten.

naturalbeauty.de wünscht nachhaltige Ferien! 🙂

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