Pflanzenporträt: Sanddorn

Feurig orangerote Beeren zwischen stacheligen Zweigen. Sanddorn ist in Deutschland vor allem in Küstennähe anzutreffen. Die Ernte erfolgt beim ersten Frost und auch der hohe Vitamin C Gehalt verleiht den Früchtchen einen Winter-Faktor. Sanddorn bringt aber vor allem Talente als Leitwirkstoff für Naturkosmetik mit.
Titelbild Pflanzenportrait: Sanddorn Bild: pixabay

Sanddorn bevorzugt kalkhaltige Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen und stammt ursprünglich aus Nepal. Hierzulande wird der sommergrüne Strauch derzeit auf einer Fläche von etwa 500 Hektar angebaut: Der äußerste nord-östliche Zipfel unserer Ostseeküste ist die Heimat der größten  zusammenhängenden Anbaufläche. Eine solche Plantage wirkt vor der Ernte betörend, wie ein Meer in orange – danach finden sich in den Reihen zwischen den Sträuchern allenfalls Reste von Blättern und Ästen. Schließlich stehen allein die Beeren im Fokus der hiesigen Anbauprojekte. Sie werden für  Säfte, Nahrungsmittel und zur Herstellung von Kosmetik genutzt. Das Besondere: Sanddornbeeren weisen einen ungewöhnlich hohen Vitamin C-Gehalt auf. Abhängig von der jeweiligen Sorte, beträgt dieser bis zu 900 mg pro 100 g Fruchtfleisch. Damit wird der durchschnittliche Vitamin-C-Gehalt von 50 mg pro 100 g bei Zitronen oder Orangen deutlich überschritten.

Ölquellen: Beeren und Kerne im Fokus

Für die Hautpflege sind es vor allem die Öle, die das feurige Früchtchen so interessant machen. Es gibt verschiedene davon, da sowohl das Fruchtfleisch, als auch die Kerne der Beeren wirksam verarbeitet werden können:

Sanddorn Fruchtfleischöl ist orange, relativ dünnflüssig und weist den typischen, fruchtig-frischen Sanddorn-Geruch auf. Sein hoher Anteil an Carotinoiden schützt vorbeugend vor UV-Strahlen und regt den Stoffwechsel an. Die natürlichen Antioxidantien im Fruchtfleischöl wirken effektiv als Radikalfänger und somit dem Alterungsprozessen der Haut entgegen. Es enthält außerdem Palmitoleinsäure, die eine beruhigende Wirkung auf gereizte und beanspruchte Haut hat.

Sanddorn Kernöl ist ebenfalls eher dünnflüssig, hat jedoch eine gelbliche Farbe. Es wird pur aus den Samen des Sanddorns gewonnen und enthält seine gesammelte Lebenskraft. Das Kernöl hat einen hohen Gehalt an Linol- und Linolensäure, die große Ähnlichkeit mit den Lipiden der oberen Hautschichten aufweisen. Es bietet daher vor allem für trockene, empfindliche oder reife Haut ideale Pflegeeigenschaften.

Blätterrauschen: Ein Projekt mit Zukunft

Sanddorn scheint ein echtes Multitalent zu sein. Erstaunlich, dass man hierzulande erst vor wenigen Jahren auf die Idee kam, neben den Beeren auch anderen Pflanzenteilen Beachtung zu schenken. Denn die unscheinbaren Sanddornblätter beispielsweise waren bereits für den legendären Mongolenführer Dschingis Khan ein kostbares Gut: Er ließ seine Pferde auf den langen Streifzügen der Horde damit füttern, um ihr Fell glänzend zu halten und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Warum also sollen die Blätter nicht auch Wirkstoffe enthalten, die sich die Naturkosmetik zunutze machen kann? Untersuchungen zeigten einen hohen Gehalt an bioaktiven Inhaltsstoffen und Antioxidantien. Zusätzlich punkten auch die ökologischen Gesichtspunkte. Großartig, wenn aus der Idee, mit Ernteabfällen zu arbeiten, ein so zukunftsträchtiges und nachhaltiges Projekt für unsere Schönheit entsteht!

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