Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell

Ökologische und soziale Kriterien spielen heute für viele Unternehmen eine wachsende Rolle. Gelebte Nachhaltigkeit – so wie bei SPEICK Naturkosmetik in Leinfelden-Echterdingen – findet man hingegen selten. Wir haben mit Marketing- und Produktmanagerin Anke Boy gesprochen. Über Engagement, Identifikation und den Ansporn immer besser zu werden.

Frau Boy, welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit bei SPEICK und seit wann ist es für Ihr Unternehmen aktuell?
Wir haben das Thema Nachhaltigkeit bzw. CSR nicht in unser Geschäftsmodell integriert, ganz im Gegenteil: Es ist unser Geschäftsmodell. Wir leben Nachhaltigkeit seit 1928 in allen Facetten und Dimensionen. Nachhaltigkeit ist also nicht ein Projekt für uns, sondern Teil jeder Entscheidung – im kleinen genau wie im großen Stil.

Bei der Auswahl unserer Rohstoffe und Verpackungen zum Beispiel spielen ökologische und soziale Kriterien für uns eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich ist es unser Anliegen, mit Partnern aus der Region zusammenzuarbeiten, um lange Transportwege zu vermeiden, aber auch, um den regionalen Wirtschaftskreislauf zu stärken.

In welchen Bereichen ist das Engagement besonders groß?
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Ich denke, wir überzeugen grundsätzlich mit unserer nachhaltigen Produktpalette und unserem hohen Umwelt- beziehungsweise Sozial-Engagement. Je nach Blickwinkel werden die Schwerpunkte anders gesetzt. Im Produkt-Bereich finde ich zum Beispiel unser erfolgreiches Bemühen um minimalistische, nachhaltige und kreislauffähige Verpackungen herausragend. Dass wir zu 100% Öko-Strom nutzen, wovon wir gut ein Drittel mit unserer eigenen PV-Anlage selbst produzieren, oder mit dem Pionier für nachhaltige Bankarbeit, der GLS-Bank, zusammenarbeiten, sind für mich auch Highlights.

Wie bezieht das Unternehmen die Mitarbeiter in seine Aktivitäten rund um das Thema Nachhaltigkeit ein?
Mit unseren knapp 50 Mitarbeitern sind wir ein typisches KMU ( Abkürzung für „Kleine und Mittlere Unternehmen“). Die Wege sind kurz, alle kennen sich und die Hierarchien sind flach. Daraus ergibt sich, dass sich jeder unkompliziert einbringen kann und als Person mit eigener Meinung wahrgenommen wird. Das gilt für alle Themen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen stark ausgeprägt ist und das Unternehmen für die Mitarbeiter eine Art zweite Familie ist.

Welches Ihrer Projekte liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen?
Ganz eindeutig: unser Speick-Projekt. Bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises meinte der Laudator, er habe bis dato nicht gewusst, dass man auch Fair Trade mit Österreich betreiben könne. Ganz das Gegenteil ist der Fall: Die Ernte der Speick-Pflanze (kontrolliert biologischer Wildsammlung) im Biosphärenpark Nockberge in Kärnten ist unser Paradebeispiel. Der Speick wird heute noch – wie seit Jahrhunderten – von Hand geerntet. Für unsere Kärntner Almbauernfamilien mit Erntelizenz ist die Speick-Ernte ein wichtiger und sehr fairer Zusatzverdienst.

Speick wurde beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 als nachhaltigste Marke ausgezeichnet und war Preisträger des CSR Preises der Deutschen Bundesregierung 2014: Wie geht das Unternehmen mit diesen Auszeichnungen um – wird aus Ihrer Sicht bereits alles richtig gemacht, oder geben die Preise zusätzlichen Ansporn für Verbesserungen?

Die Auszeichnungen waren und sind sehr wichtig für uns. Allein schon die bewusste Auseinandersetzung mit den Themen im Laufe der beiden Bewerbungsprozesse hat uns bereichert. Und die Auszeichnungen sind dann natürlich eine tolle Bestätigung für unsere ganzheitliche (sozial, ökologisch und wirtschaftlich) Unternehmensführung von renommierter Seite. Darauf sind wir alle ziemlich stolz. Ich meine, fertig und am Ende ist man nie. Die Preise sind auf jeden Fall Ansporn für weitere Verbesserungen. Stillstand ist Rückschritt. Wir befinden uns kontinuierlich im Prozess, die Dinge noch besser zum machen.

Ihre Wünsche für die Zukunft: Was würden Sie persönlich in Zukunft gern noch verändern/optimieren?
Mir ist daran gelegen, kontinuierlich einen Plan zu haben, noch besser zu werden. Noch weiter nach vorne zu denken. Mit Enthusiasmus und ohne Verdruss einen wichtigen Beitrag zu leisten, unsere Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit weiter zu entwickeln – aus dem Bereich der Naturkosmetik heraus.

Mehr Informationen über SPEICK Naturkosmetik gibt es auf naturalbeauty.de oder hier.

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