Mythos Mond

Um den Mond ranken sich viele Legenden. So soll er unser Befinden und unser Verhalten beeinflussen, das Wachstum von Pflanzen stärken und sogar den Eintritt von Geburten beschleunigen. Was bloßer Aberglaube ist, und an welchen Stories tatsächlich etwas dran ist, haben wir recherchiert.
Mythos Mond, Foto: PIXABAY

Der Mond als Himmelskörper spielt für den Menschen bereits seit Jahrtausenden eine Rolle: In frühen Hochkulturen wurde er zur Basis für den Kalender. Und auch in der Astrologie kommt ihm eine große Bedeutung zu. Lunare Effekte aber, wie sie angeblich viele Bereiche unseres Lebens beeinflussen, konnten bislang kaum nachgewiesen werden.

Ein Stück Glauben gehört immer dazu, wenn man sich mit nicht messbaren Auswirkungen befasst – ebenso wie Überzeugung: Beim biologisch-dynamischen Landbau beispielsweise werden die „kosmischen Rhythmen“ des Mondes und der Planeten berücksichtigt. Pflegemaßnahmen, sowie Aussaat und Ernte werden auf Mondphase und Planetenpositionen abgestimmt und Empfehlungen für bestimmte Tages- und Jahreszeiten gegeben. Ob und wie aber gerade die Samen der Pflanzen, die von Erde bedeckt mit dem Mondlicht gar nicht in Berührung kommen, sich nach diesen Prinzipien besser entwickeln, ist ein Rätsel.

Viele schwören auch darauf, dass man bei abnehmendem Mond das beste Holz schlagen kann. Mit „Mondholz“ hat man laut verschiedener Studien aber nicht automatisch das Beste: Zwischen dem Stand des Mondes zum Zeitpunkt der Fällung und den Holzeigenschaften gibt es demnach nämlich keinerlei Zusammenhang.

Unumstritten ist, dass viele Tiere den Mond zur Orientierung oder als Zeitmesser verwenden. Insekten beispielsweise navigieren danach – der Grund, warum sie verwirrt um hellere Lichtquellen herum schwirren. Auch der Jagderfolg von nachtaktiven Säugetieren kann durchaus von den gegebenen Lichtverhältnissen abhängig sein.

Der Mond und der Mensch

Der menschliche Organismus aber, wird vom mäßig hellen Schein des Himmelskörpers nicht beeinflusst. Auch wenn viele behaupten, sie könnten in Vollmondnächten schlechter schlafen, ist dieser Mythos bis heute nicht belegt. Der Mensch ist seit immerhin  400 000 Jahren nachts nicht mehr allein auf den Mond als Lichtquelle angewiesen. Es gibt Feuer, Kerzen, Glühlampen und LED-Lichter… Wenn unsere inneren Rhythmen also vom Mondlicht abhängig wären, so hätte spätestens die Neuzeit sie völlig aus dem Takt gebracht.

Warum aber stellen wir Zusammenhänge her, wo sie eigentlich nicht vorhanden sind? Das menschliche Bewusstsein ist auf Beziehungen getrimmt, zwischen Dingen, die wir offensichtlich wahrnehmen. Hatten wir also eine schlaflose Nacht, in der der Vollmond schien, bringen wir dies mit einem lunaren Effekt in Verbindung. Kollektive Untersuchungen über ein größeres Gebiet und über mehrere Jahre hinweg haben aber deutlich gezeigt, dass es hier keinerlei Zusammenhänge gibt.

Betrachtet man mehr als 100 Studien über Mond-Effekte, wird man erkennen, dass es auch keinerlei Korrelation zwischen dem Himmelskörper und einer erhöhten Mordrate, einer steigenden Anzahl von Verkehrsunfällen, Notrufen oder Geburten gibt. Selbst Schlafwandeln tritt in Vollmondphasen nicht häufiger auf, als sonst. Alles was bleibt, ist die mystische Wirkung und die Romantik einer Vollmondnacht. Denn diese machen den Mond einfach unvergleichlich faszinierend und sagenhaft schön…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.