Sauna – Mehr als nur heiße Luft

“Wer hat’s erfunden?” – Die Antwort auf diese Frage kennen wir – dank TV-Spot einer Schweizer Bonbonmarke, in dem drei finnische Urgesteine aus einem Saunahäuschen stapfen. Aber waren es wirklich die Finnen, die das Schwitzbaden erfunden haben? Und wie sauniert man heute richtig? naturalbeauty.de hat recherchiert…
Sauna, Foto: PIXABAY

Eines stimmt auf jeden Fall: Der Begriff Sauna stammt tatsächlich aus dem Finnischen und bedeutet so viel wie “Schwitzstube”. Auch im Kulturgut der Skandinavier ist das Schwitzbaden traditionell verankert. Noch heute wird dort bei der Errichtung eines neuen Hauses zuerst die Sauna gebaut.

Am Anfang war das Erdloch

Ihren Ursprung haben Saunen jedoch bereits in der Frühgeschichte des Menschen, genauer gesagt bereits in der Steinzeit! Damals wurden Erdlöcher mit heißen Steinen erwärmt, die mit Wasser begossen wurden. Rein geografisch stammen die ersten Sauna-Funde aus Ostasien. Auch Griechen und Römer genossen den heißen Dampf in der Antike. Vor etwa 2.000 Jahren kam die Sauna nach Finnland, wo sie schließlich ihren heutigen Namen erhielt.

Einen Höhepunkt erlebte die Saunakultur im Mittelalter. Die öffentlichen Einrichtungen im 12. und 13. Jahrhundert ähnelten in manchem unseren heutigen Saunalandschaften mit erhöhten Bänken, Tauchbecken und Co. Zwischen 1700 und 1800 jedoch verschwanden die Badestätten zunehmend – Angst vor Seuchen und die vor allem von der Kirche geäußerte Sorge um die “Moral” in den von beiden Geschlechtern genutzten Anstalten waren der Grund.

2 Millionen Saunen

In Deutschland wurde die Sauna, erstmals unter ihrem heutigen Namen, um 1948 wieder eingeführt und erlebte in den Jahrzehnten danach diverse Höhen und Tiefen auf der Beliebtheitsskala. Heute sind es etwa 2.400 öffentliche Saunen, circa 5.000 Anlagen in Hotels und Pensionen und weitere knapp 4.000 in Sportstätten und Fitnessstudios. Nach Schätzungen des Sauna-Bundes kommen etwa 1,6 Millionen Saunaräume in Privathäusern hinzu. Im Vergleich dazu stehen in Finnland satte 2 Millionen Saunen knapp 5 Millionen Einwohnern gegenüber. Kein Wunder, dass der hohe Norden als Kultstätte des Saunierens gefeiert wird.

Ärmel hoch: So sauniert man richtig!

Egal ob Skandinavien oder Wuppertal, SPA-Area oder heimischer Wohlfühlbereich: Schwitzbäder sind vor allem in der kalten Jahreshälfte ein Genuss. Plant dafür aber mindestens 2 Stunden Zeit ein und denkt an die Grundausstattung für den Besuch: Ein großes Liegetuch und mindestens ein Handtuch sind Pflicht. Denkt auch an Badeschlappen, Duschbad, Shampoo und einen gemütlichen Bademantel. Vor dem ersten Saunagang unbedingt gründlich duschen und abtrocknen – trockene Haut schwitzt nämlich schneller und verbessert den gewünschten Effekt.

Die persönliche Wohlfühlzeit für einen Aufenthalt in der “Schwitzkammer” kann man selbst herausfinden. Sie liegt im Normalfall zwischen acht und 15 Minuten, sollte aber auf keinen Fall länger sein! Oben oder unten, sitzen oder liegen bleibt ganz einem selbst überlassen. Vertrau auf das Gefühl und setz Dich auf jeden Fall zwei Minuten vor Verlassen der Sauna auf, um den Kreislauf konstant zu halten. Nach dem Saunagang geht’s raus an die frische Luft! Und: Den Körper unbedingt mit kaltem Wasser abduschen oder – wer mag – ins Kaltwasserbecken abtauchen.

Zum Abschluss: Eine Ruhepause. Entspann warm verpackt im Bademantel auf einer Saunaliege. Diesen Ablauf kann man bis zu dreimal wiederholen. Die Anzahl der Saunagänge ist für die Gesundheit aber weniger wichtig, als die Regelmäßigkeit. Alle acht bis zehn Tage sollte man die Wellness-Anwendung wiederholen. Am besten jetzt damit starten und die hitzigen Seiten der kalten Jahreshälfte genießen! 🙂

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