Die Kunst der Massage

Berührungen können wahre Wunder wirken – und wer zum Valentinstag Entspannung und Wohlgefühl verschenken möchte, kann mit einem Massagegutschein punkten. Egal ob sanfte Akupressur oder kraftvolle Thaimassage: Schmerzhafte Verspannungen, verklebte Faszien und gestresste Muskeln profitieren von einer guten Massage. Genau wie unser Wohlbefinden.
Massage

Massagen können nicht nur die Muskulatur, sondern auch Bindegewebe und Haut mechanisch beeinflussen. Durch Druck, Dehnung oder Zug auf bestimmte Stellen oder ganze Partien wird die Durchblutung gefördert und der Zellstoffwechsel angeregt.  Verklebungen der Faszien können sanft gelöst werden, verspannte Muskelpartien lassen sich lockern. Entspannen wir uns, sinken auch Puls und Blutdruck. Auch die Psyche profitiert vom sanften Druck der Hände: Unser Stressempfinden wird durch Endorphinausschüttung spürbar reduziert. Das wiederum stärkt das Immunsystem und fördert die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Durch die sogenannten Reflexbögen ist eine Beeinflussung „nach innen“ zu bestimmten Organzonen hin möglich: Nicht nur die behandelte Körperpartie, sondern auch die inneren Organe sollen eine wohltuende Wirkung erfahren, wenn am Körper Hand angelegt wird. Ein erfahrener Therapeut kann am Gewebe, anhand von Dellen, Ausstülpungen und Einziehungen, ganz klar erkennen, was im Inneren des Körpers nicht stimmt. Wer beispielsweise an Rückenschmerzen leidet, könnte die Ursache dafür an der Bauch- oder Hüftbeugemuskulatur finden.

Auch für die Schönheit sind Massagen vorteilhaft: Lymphe kann besser abfließen, das Gewebe entwässern und verspannte Gesichtszüge lassen sich mit den richtigen Griffen lockern. Aber auch die Haltung wird mit weniger Spannung an den falschen Körperstellen verbessert, die inneren Organe arbeiten dank sanftem Druck besser und der Geist kommt endlich zur Ruhe. Je nach Massageform sind die Wirkungsweisen unterschiedlich oder komplett auf einen Effekt ausgerichtet: Es gibt sowohl rein medizinische als auch pure Wellness-Massagen. Wir stellen euch die wichtigsten Massageformen kurz vor.

Schwedische Massage oder Sportmassage

Hierbei geht es hauptsächlich um die Entspannung der Muskulatur und die Lockerung der Faszien.  Man liegt unbekleidet unter einem Tuch, nur die zu behandelnden Körperpartien werden aufgedeckt. Der Druck wird vor der Behandlung mit dem Masseur abgesprochen. Wer dennoch Angst vor dem nächsten Griff hat oder zu schwitzen beginnt, sollte sich unbedingt mitteilen. Ein guter Masseur spürt jedoch auch, wenn sich der Kunde verkrampft und fragt nach. Kostenpunkt: Rund € 80.- für 60 Minuten.

Thaimassage

Diese Massageform zielt auf den ganzen Körper ab und stellt dehnende Bewegungen und starke Griffe in den Vordergrund. Die Methode erinnert an passives Yoga. Der Kunde bekommt lockere Kleidung, die er für die Massage anzieht; es wird nur durch die Kleidung massiert. Der ganze Körper wird behandelt, die Gliedmaßen in verschiedene Dehnhaltungen gebracht. Die Masseure dieser Richtung werden nach thailändischen Maßstäben ausgebildet; es ist ratsam, sich die Qualifikation des Behandlers zeigen zu lassen und auf Empfehlung zu einem Masseur zu gehen. Die Privatsphäre ist hier eher nicht so wichtig; meistens liegen mehrere Behandelte nur mit dünnen Tüchern voneinander getrennt nebeneinander. Dafür ist die Massage günstiger als eine klassische Massage. Kostenpunkt: Etwa € 40.- für 60 Minuten.

Ayurvedische Massage

Ayurvedamassagen gibt es viele: Im Westen ist meistens die Abhyanga-Massage gemeint, wenn eine ayurvedische Massage angeboten wird. Diese Ganzkörpermassage wird vor allem bei Kopfschmerzen und Stress empfohlen und findet unter dem Einsatz großer Mengen von Öl statt. Übersetzt bedeutet sie „große Einölung mit liebenden Händen“. Druckmassage und leichte, sanfte Massagegriffe wechseln sich ab, sollen einen reinigenden und verjüngenden Effekt haben und nebenbei das Immunsystem stärken. Wichtig zu wissen: Unterschiedliche Öle können unterschiedliche Wirkung haben. Sprecht den Einsatz des v Öls am besten mit dem Masseur ab. Kostenpunkt: Ab € 70.-/60 Minuten.

Massage
Akupressur

Die Akupressur gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und ist eigentlich keine Massage im klassischen Sinn. Durch Druck auf bestimmte Stellen, die nach der TCM energetische Knotenpunkte oder Energiepunkte sind, sollen Blockaden gelöst, Stress reduziert und die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Die Lehre geht davon aus, dass Beschwerden und Schmerz immer auf einen gehemmten Fluss der Lebensenergie, des Qi, zurückzuführen sind. Die Behandlung bringt das Qi wieder zum Fließen und stellt das Gleichgewicht her. Wer einige Behandlungen bei einem erfahrenen Therapeuten hinter sich hat, kann die Griffe auch selbst anwenden. Toll für Schmerzpatienten! Kostenpunkt: Ab € 50.-/60 Minuten.

Lymphdrainage

Hierbei handelt es sich um eine rein medizinische Anwendung, die bei der Stauung von Gewebsflüssigkeit angewendet wird. Darüber hinaus soll die Behandlung schmerzlindernd und muskelentspannend wirken und das Immunsystem stärken. Die Griffe sind grundsätzlich sehr leicht. Begonnen wird immer an Hals und Schlüsselbein. Eine Kompressionsbehandlung rundet die Lymphdrainage ab.  Wohltuend für den Körper – aber keine Wellnessmassage. Kostenpunkt: Ab € 60.-/60 Minuten.

Hot Stone Massage

Diese Massageform ist auf die Entspannung der Muskulatur und Stressabbau ausgelegt. Mit Hilfe von 58 Grad Celsius heißen Basalt-Steinen, die nicht einfach auf dem Körper geparkt, sondern bewegt werden, wird die Muskulatur erwärmt. Danach folgt das Abschrecken: Eisgekühlter Marmor sorgt für den piezoelektrischen Effekt, der die Gefäße anregt. Der Wechsel von Heiß und Kalt sorgt außerdem dafür, dass Ihr bei der Massage nicht einschlaft, denn sie ist sehr entspannend. Die Ausbildung zum Hot Stone Therapeuten setzt ein gewisses Grundwissen voraus; Ihr dürft Euch also in Sicherheit wiegen. Kostenpunkt: € 80.-/60 Minuten.

Kräuterstempelmassage

Bei dieser Wellnessmassage wird der Körper mit Kräuterstempeln behandelt, die mit pflanzlichen Bestandteilen, Gewürzen und Früchten gefüllt sind. Diese werden vor der Anwendung in heißem Kräuteröl oder Wasserdampf erhitzt und dann mit unterschiedlichen Bewegungen und in wechselnder Intensität bei Massagebewegungen eingesetzt. Diese Massageform muss aufwändig erlernt werden; das Risiko ist daher überschaubar. Insgesamt betrachtet ist diese Massageform eines der Wellness-Highlights im Massagekosmos: Entspannung und Genuss pur! Kostenpunkt: € 70.-/60 Minuten.

Faszienmassage

Bei dieser Behandlung handelt es sich um eine Mischform aus medizinischer Anwendung und Wellnessmassage. Der Therapeut, der sehr wahrscheinlich gründlich ausgebildet ist, behandelt verspannte und schmerzende Muskelpartien mit seinen Händen und eventuell Massagerollen und Massagestäben. Hierbei werden die verklebten Bindegewebsfaszien wieder getrennt, was mitunter schmerzhaft sein kann. Der Effekt auf die Muskeln ist gigantisch; manchmal kommt es allerdings zu blauen Flecken. Gerade bei schmerzhaften Verspannungen ist diese Behandlung äußerst effektiv. Kostenpunkt: €60.-/60 Minuten.

Gesichtsmassage

Vor allem in Asien ist diese Massage weit verbreitet: Mit sanften, streichenden Bewegungen werden Gesicht und Hals ausgestrichen und massiert. Das sorgt für einen verbesserten Lymphfluss und im Idealfall für einen Fresh-Look mit Instantwirkung. Besonders verblüfft war ich von der Selbstbehandlungsmethode aus Korea, die Ihr zum Nachmachen hier findet. Kostenpunkt: Ab € 30.-/30 Minuten.

Fußreflexzonenmassage

Diese Massageform beruht auf der Vorstellung, dass die Füße über Nervenbahnen mit allen inneren Organen verbunden sind. Die Fußsohlen werden dabei in zehn symmetrisch aufgeteilte Bereiche eingeteilt. Treten schon bei leichtem Druck Schmerzen an bestimmten Stellen auf, soll dies auf Probleme mit den verbundenen Organen und Muskeln hindeuten.  Lokal werden die Durchblutung und der Lymphfluss verbessert. Das Wohlgefühl wird mit einer Fußreflexzonenmassage auf jeden Fall gesteigert: Vor allem für Verfrorene ist das eine wunderbare Massagemethode, weil man sich nicht ausziehen muss. Kostenpunkt: Ab € 25.-/30 Minuten.

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Ein Gedanke zu „Die Kunst der Massage“

  1. Herbst und Winter sind die optimalen Jahreszeiten fur eine wohltuende Massage. Doch inzwischen gibt es weitaus mehr als die klassische Nackenmassage – kein Wunder, dass man da schnell den Uberblick verliert, welche Behandlung einem am besten tun wurde.

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