Pflanzenporträt: Nachtkerze

Wenn die Nacht hereinbricht, hat sie ihren großen Auftritt: Erst in der Dunkelheit entfaltet die Nachtkerze ihre hellen, gelben Blüten und verströmt den charakteristischen Duft. Und auch ihr wahrer Schatz liegt im Verborgenen: Aus ihren winzigen Samen wird ein hochwirksames Öl gewonnen, das vor allem in Kosmetik und Medizin geschätzt wird.
Titelbild Magazin: Pflanzenportrait Nachtkerze - Königin der Nacht Bild: pixabay

Die Nachtkerze stammt ursprünglich aus den gemäßigten Klimazonen Amerikas. Die krautartige, anspruchslose Pflanze gedeiht im Garten ebenso gut wie auf Brachland oder Wiesen. Sie wird bis zu 1,5 Meter hoch und hat dicke, bis zu einem Meter tief wachsende Pfahlwurzeln. Ihren eigentlichen Wert zieht die Nachtkerze aber aus den kleinen, in länglichen Kapseln eingeschlossenen Samen, die sich in den Blüten bilden. Aus diesen Samen wird das begehrte Nachtkerzenöl gewonnen. Insgesamt gibt es etwa 120 Arten von Nachtkerzengewächsen. Echtes Nachtkerzenöl stammt jedoch von der gemeinen Nachtkerze Oenothera biennis.

Talente einer Diva

Bereits die Ureinwohner Amerikas, die Indianer, kannten die unterstützende Wirkung des Öls auf die Gesundheit; sie behandelten damit Hauterkrankungen und Magenprobleme. Ein Brei aus den zerstampften Samen wurde auf die Haut aufgetragen, um sie straff und jung zu halten. Das uralte Wissen rund um die Nachtkerze ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, und vor allem das reichhaltige, wertvolle Öl der Nachtkerze wird heute in Medizin und Kosmetik vielfach eingesetzt. Es enthält Fettsäuren, die unser Körper selbst nicht bilden kann, und die mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Ein wichtiger Inhaltsstoff ist beispielsweise Gamma-Linolensäure, die nur in wenigen Nahrungsmitteln enthalten ist. Mit ihrer Hilfe bildet der Körper Gewebshormone, die an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Die Hormone wirken für ein aktives Immunsystem, schützen vor Thrombosen, regen den Abbau von Fett an und senken Cholesterinspiegel sowie Bluthochdruck.

Für Medizin und Schönheit

Als Hautpflegemittel ist Nachtkerzenöl besonders vielseitig: Die Inhaltsstoffe wirken hier vor allem bei reizempfindlicher Haut beruhigend und werden bei trockener Haut sogar pharmazeutisch angewendet. Symptome von Neurodermitis, wie Juckreiz und Schuppung, können durch die innere und äußerliche Anwendung von Nachtkerzenöl gelindert werden. Genauso wirkt die Nachtkerze der Narbenverhärtung nach Operationen oder Verletzungen entgegen.

Als Kosmetiköl schützt es die Haut vor Feuchtigkeitsverlust, lässt raue Stellen verschwinden und fördert das Zellwachstum und die Zellregeneration. Empfindliche, trockene Haut wird beruhigt und geschmeidig, Trockenheitsfältchen verschwinden. Das Hautbild wird allgemein gebessert, die Talgabsonderung reguliert. Durch seine hydro-lipide Konsistenz, wird Nachtkerzenöl besonders schnell absorbiert, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Seine körperverwandten Fettsäureester können dank ihrer molekularen Struktur besonders gut aufgenommen werden – die Haut profitiert nahezu sofort von den nährenden Eigenschaften. Genau richtig, um trockene Winterhaut jetzt intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Unsere Pflege-Highlights mit Nachtkerzenöl:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.