Kracher des Monats: Superfoods

Chia-Samen, Acai-Beeren und Chlorella-Algen sind derzeit in aller Munde. Sie zählen zu den sogenannten „Superfoods“ – also „Super-Lebensmitteln“ mit einer besonders hohen Nährstoffdichte. Sie sollen DIE neuen Heroes für unsere Gesundheit, Schönheit und Fitness sein. Schade nur, dass dieser Hype vor allem eines ist: super teuer.
Superfoods, Foto: PIXABAY

Es ist ein wenig wie beim klassischen Superhelden aus dem Comic: Unter der Maske und dem flatternden Cape verbirgt sich wenig Außergewöhnliches. Höchste Zeit, die viel gelobten Superfoods mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen:

Was sind eigentlich Superfoods?

Eine exakte Definition gibt es nicht. Superfoods gelten jedoch als reich an bestimmten Nährstoffen, sind rein natürlich, nicht oder kaum verarbeitet und in den meisten Fällen relativ kalorienarm. Dazu zählen exotische Vertreter wie Acai-, Goji- und Aronia-Beeren, Chia-Samen, Kakao, Granatapfel, Spirulina, Chlorella, Maca-Wurzeln, Mandeln, Ingwer, Avocado, Papaya, Moringa und Kurkuma, aber auch heimische Sorten wie Heidelbeeren, Rote Beete oder Grünkohl. Und diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Das (angeblich) Besondere an all den Megahelden unter den Lebensmitteln: Ihre enthaltenen Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Eiweiß, Eisen, Vitamine,  Enzyme und Ballaststoffe. Einigen werden heilende Wirkung zugeschrieben, andere sollen positiv auf unseren Stoffwechsel wirken oder uns ruckzuck schöner und schlanker machen.

Das können sie – oder etwa nicht?!

Aber was ist nun wirklich dran am Mythos Superfoods? Fakt ist: Die Samen, Früchte und Gemüse enthalten tatsächlich recht hohe Konzentrationen bestimmter Nährstoffe. Diese können positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben -das ist in der Regel sogar wissenschaftlich belegt.

ABER: Die Wirkungen sind meist nur unter Laborbedingungen erforscht. Dabei bilden in der Regel verhältnismäßig große Mengen der Nährstoffe die Basis – Mengen, die ein Mensch beim Verzehr kaum zu sich nehmen kann. Noch dazu werden sie bisher überwiegend im Tierversuch oder an Zellkulturen getestet. Und diese Ergebnisse lassen sich nur bedingt vollständig auf den menschlichen Organismus übertragen.

Außerdem: Eines sind die meisten Superfoods ganz sicher nicht – nachhaltig. Goji-Beeren kommen zumeist aus China, Granatäpfel aus Asien. Die Acai-Beere wächst nur in Südamerika, Kakao wird aus Afrika und Südamerika importiert. Ziemlich lange Wege für Produkte, deren Nutzen noch nicht wirklich belegt ist. Und das macht sie auch ziemlich teuer: 1 kg Goji-Beeren kosten hierzulande etwa 40 Euro, 1 kg Chia-Samen rund 20 Euro…

Regionale Alternativen

Wer den Superfoods Trend mit jeder Menge toller Anregungen für leckere Smoothies & Co. trotzdem mitmachen möchte, der kann das Ganze guten Gewissens mit regionalen Vertretern wie Rote Beete, Heidelbeeren, Himbeeren, Grünkohl, Spinat oder schlichtweg Tomaten und Äpfel umsetzen. Denn auch sie enthalten allerlei Gutes in Konzentrationen, die sich keinesfalls hinter einer exotischen Frucht verstecken müssen.

Und überhaupt: Superfoods können unserer Gesundheit, unserer Schönheit und unserem Wohlbefinden nur dann wirklich förderlich sein, wenn wir uns insgesamt gesund und ausgewogen ernähren, uns ausreichend bewegen und uns mit Hilfe feiner Naturprodukte nachhaltig pflegen. Lassen Sie sich also nicht von Chia & Co. aufs Korn nehmen…

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