Kosmetikmythen auf der Spur

Zahncreme gegen Pickel, Teebeutel für einen frischen Augenaufschlag, Sonnenschutz durch Karotten – davon habt Ihr bestimmt auch schon gehört. Doch helfen diese von Generationen überlieferten Tipps wirklich? Oder lassen wir uns hier von Kosmetik-Mythen beeinflussen? Die naturalbeauty Redaktion hat nachgeforscht…
Kosmetikmythen auf der Spur, Foto: PIXABAY
Pickel-Wunder Zahnpasta

Fast jede/r hat es schon ausprobiert: Zahnpasta gegen Pickel. Doch das funktioniert heute leider nicht mehr! Das einzig sichtbare Ergebnis sind Hautirritationen und Rötungen. Das liegt schlicht und einfach an den Inhaltsstoffen: Früher enthielten Zahnpasten Zink, und das wirkte antibakteriell. Heute enthalten sie Menthol und Fluorid, was zu Reizungen der Haut führen kann. Also: Keine Zahnpasta im Kampf gegen Pickel!

Unser Tipp: Lieber mit einem Wattepad etwas Teebaumöl auf den Pickel tupfen. Das hilft und sieht zudem deutlich besser aus als weiße Zahncremeflecken im Gesicht!

Backpulver lässt die Zähne strahlen

Es stimmt, dass die Zähne durch das Putzen mit Backpulver heller werden, denn die enthaltene Lauge entfernt Zahnbeläge. Leider greift Backpulver aber gleichzeitig auch den schützenden Zahnschmelz an; er wird porös und die Zähne somit anfälliger für Bakterien.

Unser Tipp: Zum Bleichen der Zähne immer einen Zahnarzt aufsuchen.

Hämorrhoidensalbe gegen Tränensäcke

Unter Models gilt Hämorrhoidensalbe als Geheimtipp. Bestimmte Wirkstoffe in der Creme  verengen die Blutgefäße und wirken deshalb tatsächlich abschwellend. Doch leider enthalten viele dieser Produkte Kortison oder verwandte Substanzen. Solche Entzündungshemmer schaden der empfindlichen Gesichtshaut; es kann zu Rötungen kommen.

Unser Tipp: Natürliche Hilfe! Abgekühlte Teebeutel auf die geschlossenen Augen legen – am besten Schwarz- oder Grüntee, denn die wirken durch die enthaltenen Gerbstoffe abschwellend. Wirksam sind auch gekühlte Gurkenscheiben oder in ein Tuch gewickeltes, zerstoßenes Eis. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, und die Tränensäcke werden kleiner.

Karotten schützen vor Sonnenbrand

Karotten enthalten sehr viele Carotinoide – und damit wertvolle Antioxidantien. In der Botanik schützen diese sekundären Pflanzenstoffe vor schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlen. Dementsprechend sollen sie auch beim Menschen eine generell zellschützende Wirkung haben. Doch Vorsicht: Karotten schützen uns nicht vor Sonnenbrand!

Unser Tipp: Statt auf Karottenöl unbedingt auf eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor setzen und verantwortungsvoll mit dem Risiko Sonne umgehen.

Blonde Haarpracht mit dem Saft der Zitrone

Aus braun mach blond – ohne Färben. Schön wär’s! Zitronensäure schließt die Schuppenschicht der Haare, dadurch wird das Licht besser reflektiert und das Haar wirkt heller. Der Nachteil: Zitronensäure trocknet das Haar sehr stark aus, es wirkt stumpf und struppig.

Unser Tipp: Nach der Zitronenbehandlung eine intensiv pflegende Haarkur mit Inhaltsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau oder auch kaltgepresstes Olivenöl auf die strapazierten Haare geben – das lässt sie wieder geschmeidig werden.

Cellulite trifft nur mollige Frauen

Cellulite entsteht nicht durch Fetteinlagerungen, sondern durch ein schwaches Bindegewebe. Das ist meist erblich bedingt – und wird durch Bewegungsmangel verstärkt.

Unser Tipp: Auch schlanke Frauen können Cellulite haben, doch mit viel Bewegung, der richtigen Ernährung und echten Naturkosmetikprodukten kann man Dellen lindern.

Geschnittenes Haar wächst schneller und dicker nach

Der Mythos besagt: Wer sich die Beine rasiert, bekommt viele dicke Stoppel. Ein eindeutiger Beauty-Irrtum! Die Haarstoppel kommen uns nur dicker vor als die schon abgeschliffenen Haare, und sie wachsen auch nicht schneller und vermehren sich schon gar nicht durchs Rasieren. Auch Kopfhaare werden durchs Abschneiden nicht dicker – und schneller wachsen tun sie auch nicht, wenn man sie häufig schneidet. Das Wachstum wird in der Haarwurzel generiert, und dichter wirken sie nur durch den Vergleich mit den dünnen abgeschnittenen Spitzen.

Unser Tipp: Gesunde, vitaminreiche Ernährung und hochwertige Pflegeprodukte für natürlich schönes Haar.

Kosmetikmythos: Viel hilft viel

Das Patentrezept für Notfälle. Falsch! Ein Zuviel an Pflege, Reinigung oder Peeling hat oft den umgekehrten Effekt. Zuviel Creme kann bei jedem Hauttyp zu unreiner Haut, Irritationen, Schüppchen oder gar Pusteln führen.

Unser Tipp: Weniger ist mehr! Achte auf die Inhaltsstoffe deiner Kosmetika und lies die Pflegepläne der Hersteller aufmerksam durch, bevor Du dich für ein Produkt entscheidest.

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