Haltbar trotz Hitze

Wie lang sind Naturkosmetikprodukte in den warmen Sommermonaten haltbar? Muss man sie im Kühlschrank aufbewahren, weil sie keine chemischen Konservierungsmittel enthalten? Und wie funktioniert natürliche Konservierung überhaupt? Die Antworten…
Haltbarkeit trotz Hitze, Foto: PIXABAY

Bei Temperaturen um die 30 Grad kommt man ganz schön ins Schwitzen – und ins Grübeln, was das Thema Haltbarkeit anbelangt. Wie vertragen unsere Naturkosmetikprodukte das eigentlich? Muss man sie den Sommer über im Kühlschrank aufbewahren, weil sie keine chemischen Konservierungsmittel enthalten? Und wie funktioniert natürliche Konservierung überhaupt?

Hersteller echter Naturkosmetik verzichten auf den Einsatz von chemischen Konservierungsstoffen und verwenden stattdessen natürliche Konservierungsmethoden:

Hygiene & Verpackung

Die wichtigste Grundlage für die Herstellung von Kosmetik ohne synthetische Zusatzstoffe ist eine Produktion, die höchsten hygienischen Standards entspricht. Dazu gehören beispielsweise Luftfilteranlagen und Keimfilter, wie sie auch in Operationssälen eingesetzt werden, die Arbeit mit nahezu keimfreien Rohstoffen und eine mikrobiologische Kontrolle jeder Produktion. Auch die Verpackung ist wichtig. Manche Hersteller lehnen Plastiktuben ab, weil die nach dem Herausdrücken des Inhalts Luft und damit Keime anziehen können. Sie verwenden Tuben aus Aluminium, weil sie keine Luft anziehen. Immer öfter wird Naturkosmetik auch in Spender abgefüllt, weil die durch ihren Aufbau (kein Hautkontakt) besonders hygienisch sind.

Bio-Alkohol & ätherische Öle für die Haltbarkeit

Als natürliche Konservierungsmittel in der Naturkosmetik gelten Bio-Alkohol und ätherische Öle, da sie eine Verkeimung der Produkte verhindern können. Oft werden wässrig-alkoholische Heilpflanzenauszüge eingesetzt, die von sich aus schon genug Alkohol zur Konservierung enthalten. Einige Marken verzichten aber auch komplett auf Alkohol, weil er die Haut entfetten und austrocknen kann. Die ätherischen Öle vieler Heilpflanzen wie Rosmarin, Thymian oder Nelken wirken ebenfalls als Bakterienkiller. Sehr fetthaltige Cremes brauchen zudem weniger Konservierung, da Bakterien und Pilze Wasser und ein neutrales Milieu brauchen, um sich wohl zu fühlen.

Naturidentische Stoffe

Alle Naturkosmetikstandards – außer Demeter – lassen auch naturidentische Konservierungsmittel zu. Naturidentische Stoffe kommen  in der exakt gleichen Zusammensetzung in der Natur vor, können aber nicht in der benötigten Menge oder Qualität gewonnen werden. Mithilfe chemischer Reaktionen werden sie deshalb nachgebildet und synthetisch hergestellt. Die wichtigsten sind Benzylalkohol sowie Benzoesäure, Salicylsäure, Sorbinsäure und deren Salze. Diese haben sich in der Lebensmittelkonservierung bewährt und weisen nur ein niedriges allergisches Potenzial auf. Generell enthalten aber nur wenige Naturkosmetikprodukte einen dieser Stoffe.

All diese Methoden sind vor allem im Zusammenspiel  wirksam – unabhängig davon, ob Naturkosmetikprodukte zur kalten oder zur warmen Jahreszeit gekauft bzw. verbraucht werden. Zusätzlich ist natürlich auch der eigene Umgang ausschlaggebend für die Haltbarkeit. Dazu folgende Tipps:

  • Kosmetika im Sommer lichtgeschützt und kühl lagern.
  • Um haltbar zu bleiben, müssen Naturkosmetikprodukte im Sommer nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, bei manchen (Gesichtsspray) sorgt es aber für einen angenehmen Frischekick.
  • Nach Gebrauch die Tube oder den Tiegel sofort wieder verschließen, damit nicht unnötig Luft an das Produkt kommt.
  • Nur mit sauberen Händen in Cremetiegel fassen. Besser ist es, wenn Sie einen Spatel benutzen oder Tuben mit kleinen Öffnungen verwenden.
  • Hilfsmittel wie Schwämmchen und Pinsel stets sauber halten, regelmäßig reinigen.
  • Produkte nach Anbruch zügig aufbrauchen. Kaufen Sie bevorzugt kleinere Packungen.

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