Grüne Adventszeit

Alles funkelt, duftet und blitzt: die Adventszeit ist da! Pünktlich zu Weihnachten dekorieren und verschönern wir unser Zuhause was das Zeug hält. Aber: Nicht alle altbewährten Deko-Lieblinge sind auch wirklich gut für unsere Gesundheit. Wir haben Lametta, Schneespray & Co. für Sie genauer unter die Lupe genommen und nach natürlichen Alternativen gesucht.

Kinderaugen werden größer, wenn die erste Kerze am Adventskranz leuchtet und der Weihnachtsbaum in goldenem Lametta-Glanz erstrahlt. Wer sich nachhaltige, beziehungsweise grüne, Weihnachten wünscht, muss leider einige liebgewonnene Dekorationsbräuche über Bord werfen, denn nicht alles tut unserer Gesundheit und der Umwelt gut. So kommen Sie ohne allzu viele Schadstoffe durch die Advents- und Weihnachtszeit:

Kerzen
Heller Kerzenschein lässt Kinderaugen leuchten. Doch leider werden nicht alle Kerzen nachhaltig produziert. Ein großer Teil, schätzungsweise 90 Prozent, aller in Europa verwendeten Kerzen besteht nämlich aus Paraffin. Dieser Erdöl-Abkömmling ist ein sehr günstiger Rohstoff und kann in riesigen Mengen produziert werden. Allerdings mit Folgen fürs Klima, denn sowohl bei der Herstellung als auch beim Abbrennen der Kerzen entsteht Kohlendioxid. Alternativ werden daher Stearinkerzen verwendet, die aus natürlichen Ausgangsstoffen wie Palmöl hergestellt werden. Diese Kerzen schaden zwar unserem Klima nicht, doch leider werden für den Anbau von Palmöl riesige Flächen des Regenwalds gerodet. Nachhaltigkeit ist hier also überhaupt nicht gegeben. Eine sehr gute Alternative sind biologische Kerzen aus Bienenwachs, die zwar nicht ganz billig sind, dafür aber honig-süßen Duft versprühen und nahezu schadstofffrei verbrennen. Auch sind diese Kerzen frei von Lacküberzügen, die beim Abbrennen Blei freisetzen können. Wer den weihnachtlichen Geruch von Zimt oder Orange mag, greift gern auf Duftkerzen zurück – aber bleiben Sie auch hier bei der „grünen“ Variante oder benutzen Sie statt der Kerze lieber ein Bio-Raumspray mit Weihnachtsduft – ganz ohne synthetische Duftstoffe

Kunstschnee
Was wäre die Adventszeit ohne stimmungsvolle Dekorationen in Haus oder Wohnung. Bastel- und Dekorationsfreunde greifen gerne auf Kunstschnee oder Gold- und Silberspray zurück, wenn sie Tannenzweige, Fensterbilder oder den Weihnachtsbaum verzieren. Allerdings können die  krebserregende Substanzen enthalten und sollten daher nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden. Das ist vor allem bei billiger Importware der Fall. Außerdem lassen sich Weihnachtsbäume, die Schnee- oder Goldspray enthalten, nach den Feiertagen schlecht kompostieren. Besser umweltfreundlichen Kunstschnee aus Stärke verwenden (gibt’s im Bastelladen) und für den Gold- und Silbereffekt weihnachtliche Anhänger oder Fensterbilder aus Papier basteln. Wer mag, kann sich seinen „Schnee“ auch selbst herstellen: Alles was man braucht ist Eiweiß und ein wenig Zucker. Die gewünschte Stelle ganz dünn bepinseln, etwas Zucker drüber rieseln und über Nacht trocknen lassen.

Lametta
Zwar verzichten die meisten deutschen Hersteller mittlerweile auf giftiges Blei in Lametta, doch in importierten Waren kommt es leider immer noch vor. Erkennbar ist Blei durch den Verpackungshinweis „aus Staniol“. Das große Problem: Durch das Kompostieren von Weihnachtsbäumen gelangt Blei in unsere Umwelt und schließlich auch in unseren Körper, wo es sich im Blut anreichern kann. Statt der dünnen Lametta-Fäden lieber wiederverwendbare Goldgirlanden hernehmen. Oder wir tun es den Amerikanern gleich, die sich für den Baumschmuck eine besonders originelle Idee haben einfallen lassen: Eine Girlande aus Popcorn, die mit Nadel und Faden ganz einfach selbst hergestellt werden kann. Eine weitere tolle Weihnachts-Alternative sind Hagebuttenblüten am Weihnachtsbaum und Adventskranz.

Weihnachtsbäume mit Öko-Siegel
Etwa 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr verkauft. Allerdings, so warnen die Umweltschutzorganisationen WWF und Robin Wood, sind die meisten Tannenbäume nicht wirklich „grün“, also biologisch nachhaltig. Die meisten, so schreibt der WWF auf seiner Homepage, stammten aus ökologisch bedenklichem Anbau in Monokulturen, die mit Chemikalien behandelt werden. Laut Robin Wood werden nur noch etwa 15 Prozent aller in Deutschland gehandelten Weihnachtsbäume von Waldbetrieben verkauft. Eine aktuelle Liste der Verkaufsstellen von Bio-Tannen finden Sie hier. Der Umweltverband rät auch von vermeintlich nachhaltigen Weihnachtsbäumen im Pflanztopf ab. Meist seien die Wurzeln der Bäume stark verletzt, weil sie kurz vor der Auslieferung mit dem Spaten für den Topf passend gemacht wurden. Außerdem würden die Bäume durch das Aufstellen in der warmen Weihnachtsstube aus dem Winterschlaf gerissen. Die Folge: Etliche erfrieren dann später draußen oder wachsen nicht mehr nach.

Verpackungen und Geschenkpapier
Am besten nachhaltig schenken ohne Plastik. Damit sparen Sie nicht nur Abfall, sondern auch große Mengen Erdöl, Wasser, Energie und klimaschädliches Kohlendioxid ein, die unsere Umwelt stark belasten. Millionen Tonnen Müll belasten zusätzlich unsere Meere. Vor allem Plastikmüll, der zum Teil mehrere Jahrhunderte braucht, um sich vollständig zu zersetzen. Ob durch Abwässer, die Schifffahrt oder den Tourismus: Schätzungsweise landen jährlich 6,4 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Neben den unübersehbaren Teppichen aus Flaschen, Tüten und Verpackungen, breitet sich eine unsichtbare Gefahr in den Ozeanen aus: Mikroplastik

Um mehr Konsumenten auf die Gefahr der Mikroplastik aufmerksam zu machen und der Industrie ein klares Signal zu geben, hat der „BUND für Umwelt & Natur“ im Juli die Aktion „Gib uns dein Wort!“ gestartet sowie den Einkaufsratgeber „Mikroplastik – die unsichtbare Gefahr“ auf seiner Homepage veröffentlicht. 

Auch bei der Wahl des Geschenkpapiers kann nachhaltig etwas für die Umwelt getan werden. Verwenden Sie Recycling-Geschenkpapier, oder gut erhaltenes Geschenkpapier vom letzten Weihnachtsfest. Schön sieht auch Zeitungspapier oder Papier aus alten Atlanten aus. Und mancher Bücherwurm stapelt sich mit seinen Lieblingsbüchern sogar einen extra nachhaltigen Weihnachtsbaum. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall nachhaltig viel Spaß beim Dekorieren, Schmücken und Verschenken und eine prächtige Adventszeit!

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