Corona – Chancen in der Krise

Keine Frage: Die aktuelle Zeit verlangt uns einiges ab. Gesellschaftlichen Einschränkungen, wirtschaftlichen Risiken und Existenzängsten aufgrund der Corona-Pandemie stehen aber auch Chancen gegenüber, sowie Engagement und Kreativität. Ein Hoch auf Ideen, die in der Krise geboren wurden.
Corona

Zuerst war da Unsicherheit. Dann folgte der Schock. Schließlich siegte wie so oft die Hoffnung – und der unbändige Wille, das Beste aus einer unabänderlichen Situation zu machen. Corona hat die Welt seit Wochen fest im Griff und hat uns wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial bereits einiges abverlangt. Der weitere Verlauf der Krise? Ein Blick in die Glaskugel. Und bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, ist weiterhin unklar, wie lange die ungewohnte Situation voller Einschränkungen noch anhalten wird – selbst wenn schrittweise Lockerungen in Sicht sind.

Lokal mal anders

Auf den ersten Blick wurde neben der Gastronomie bisher vor allem der Einzelhandel ausgebremst: Mit Ausnahme von Dingen des täglichen Bedarfs, sind unsere Kaufabsichten beschränkt und es scheint nur der Einkauf im Netz als Option zu bleiben. Doch gerade Lokalmatadoren, vom Schuhgeschäft bis zum Obstbauern, entdecken bislang unbeschrittene Wege zu ihren Kunden und schaffen in Zeiten von Social Distancing eine neue Art von Nähe.

Vertrauen und Nähe

Obwohl klassische Supermärkte weiterhin geöffnet haben und zum Beispiel die Abstandsregel mehr oder minder konsequent auch auf der Großfläche umgesetzt wird, zieht es uns für tägliche Besorgungen vermehrt in kleinere Läden, wie zum Beispiel Biomärkte. Wir wissen plötzlich wieder Vertrauen zu schätzen und freuen uns über eine persönliche Begrüßung am Eingang, vielleicht sogar die Frage nach unserem Befinden. Und der Service, dass jeder Einkaufswagen vor der Nutzung durch einen neuen Kunden, von der freundlichen Dame desinfiziert wird, gibt uns ein Gefühl von Sicherheit.

Auch der kleine Drogerie- und Naturkosmetikladen an der Ecke wird gezielt Anlaufstelle treuer und neuer Kunden. Ein handgeschriebenes Schild informiert über das Glöckchen am Eingang: Betreten ist wegen der beengten Verhältnisse zwar nicht erwünscht, eine freundliche Bedienung „wie zu alten Zeiten“ aber möglich. Tante Emma lässt grüßen, wenn die nette Inhaberin im Türbogen berät und danach emsig durch die Gänge flitzt, um unsere Wünsche zu erfüllen.

Neue Wege

Unsere Welt scheint irgendwie kleiner und doch voller Möglichkeiten: Anstelle bei Global Playern zu bestellen, haben wir plötzlich die Möglichkeit, Dinge regional zu ordern. Ob das mittelständische Schuhgeschäft in der Provinz, die Landmetzgerei oder das Startup im Stadtzentrum: Sie liefern ihre Waren im Umkreis mittels PKW oder (E-)Bike an begeisterte Kunden. Und die außergewöhnlichen Stücke aus dem traditionsreichen Juweliergeschäft sind über Nacht plötzlich online verfügbar, während die angeschlossene Uhrenwerkstatt Aufträge per Briefeinwurf annimmt. Der Business-Lieferservice für Obstkörbe in der City stellt mit angepasstem Sortiment nun auch kontaktlos ins Home Office zu.

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© Photo by Grovemade on Unsplash

Apropos Home Office: Wer hätte vor kurzer Zeit gedacht, dass so viele Jobs kompatibel für Heimarbeit sind? So mancher Arbeitgeber hätte es vermutlich nie versucht und ist wahrscheinlich überrascht, was via Cloud, Skype und Co. alles möglich ist. Ob die gemeinsame Arbeit an Dokumenten, interne Abstimmungen, Online-Schulungen oder Kundengespräche über hunderte Kilometer Entfernung: Social Distancing zeigt uns, was Technik alles ermöglicht. Dass wir damit (Frei-)Zeit gewinnen und sogar unsere Effizienz steigern können, während wir unsere heimischen vier Wände zum Arbeiten nicht mehr verlassen, ist ein ebenso positiver Nebeneffekt, wie die leeren Straßen und die Schonung der Umwelt. Vieles, was bisher unmöglich schien, ist plötzlich selbstverständlich. Wir entdecken neue Möglichkeiten und wissen gleichzeitig Altbewährtes wieder zu schätzen.

Altes, Neues und der Kontakt als Schlüssel

Während klassische Seifen – ganz zu schweigen von jeglichen Mitteln zur Desinfektion – vielerorts ausverkauft sind, steht bei den Traditions- und Naturkosmetikfirmen die Produktion nicht mehr still. Vielerorts werden Sonderschichten geschoben, Fachhandel und Endkunden mit gewohnter Qualität versorgt und Mengen hergestellt, von denen kaum jemand zu träumen wagte. Reine Pflanzenölseifen wie die von Speick, die genauso wirksam sind wie ihre konventionellen Verwandten, werden bei den unzähligen täglichen Handwäschen wieder für ihre Hautmilde geschätzt. Und Bio-Alkohol in Kombination mit ätherischen Ölen wird kurzerhand zu Hygienesprays komponiert – in kürzester Zeit, so wie jüngst beim Naturkosmetikpionier farfalla. In Social Media gibt es fast täglich neue Aktionen verschiedener Kosmetikhersteller, es werden Tipps für die Zeit Zuhause gegeben, DIY-Ideen und Wellness-Rezepte angeregt. Wer beim Slow Down Unterstützung braucht, bekommt bei vielen Marken telefonische Beratung. Selbst das Thema Fitness boomt: Während Studios geschlossen haben, treten Coaches über TV und Social Media in Video-Sessions mit Gleichgesinnten in Verbindung. Sport-Programme und Yoga-Einheiten werden zwar räumlich getrennt und doch gemeinsam absolviert. Dasselbe gilt zudem für Schüler: Neben Home Schooling mit Hilfe der Eltern, sind Lehrer digital mit ihren Schülern vernetzt. Mathe-Aufgaben kommen per E-Mail und der Geigenunterricht läuft per Skype. Die Macht der Veränderung war selten so spürbar, wie im Moment.

Masken statt Mode

Auch die Textilindustrie hat im Eiltempo auf die neuen Marktanforderungen reagiert: Beim deutschen Unternehmen trigema werden anstelle von Mode nun Mund- und Nasenschutzmasken genäht. Auch andere Marken nutzen ihre Fabriken in den verschiedensten Teilen der Welt, um Schutzmasken und Bekleidung für Klinikpersonal herzustellen. Neue E-Commerce-Ideen werden umgesetzt, Release-Parties auf Instagram verlegt, Podcasts und Aktivitäten auf Facebook verstärkt für den Austausch mit der Community konzipiert.

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Wir rücken näher zusammen, entdecken neue Möglichkeiten und nutzen unsere Kreativität. Besonders regionale Anbieter verschiedenster Branchen schöpfen ihr Potential aus. Nähe zum Kunden auf die nunmehr neue Art, scheinen genau wie kleine, ganz eigene Ideen der Schlüssel zum Erfolg in der jetzigen Krise – und in ihnen liegt auch die größte Chance für die Zeit danach. Über all die technischen und wirtschaftlichen Aspekte hinaus, haben #stayhome und Social Distancing dafür gesorgt, dass wir Menschen uns verändern. Nachbarschaftshilfe, der Austausch untereinander und das Auflebenlassen alter Kontakte via Telefon, Mail oder sogar den fast vergessenen Brief zeigen, dass der Zusammenhalt immer da war. Jetzt endlich erwacht er aus seinem Dornröschenschlaf. Bleibt zu hoffen, dass er so hellwach bleibt.

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