Beeren-Power aus dem Cremetopf

Süß, prall und saftig lachen sie uns an, lassen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch auch als Kosmetik-Wirkstoff sind Beeren ein wahrer Leckerbissen für unsere Haut. Die Auswahl reicht von nordischen Molte- und Sanddornbeeren bis hin zu Exoten wie Acai, Goji und Schisandra. Was macht diese Früchte so besonders?
Titelbild Magazin: Beeren-Power aus dem Cremetopf Bild: pixabay

Ob im Müsli, mit Schlagsahne oder auf dem Kuchen: Beeren sind der Inbegriff von Genuss, weil sie so lecker, klein und kostbar sind. Wie kaum ein anderes Obst schmecken sie nach Sonne, Glück und sorglosen Sommertagen. Doch nicht nur gegessen sind die süßen Winzlinge ein Hit. Auch in der Kosmetik werden sie jetzt immer öfter eingesetzt. Woran liegt das? Zum einen daran, dass Beeren ungewöhnlich viele Antioxidantien wie Vitamin C oder Polyphenole enthalten, mit deren Hilfe sie sich gegen äußere Einflüsse zur Wehr setzen. Schließlich haben sie keine schützende Schale, wie etwa Äpfel oder Bananen. Zum anderen schlummern in den Mini-Kernen, die in fast allen Beerensorten vorkommen, wertvolle Fettsäuren, die eine Wohltat für trockenen, reifen und sensiblen Teint sind. Außerdem sorgen Fruchtsäuren dafür, dass sich die Hornschicht regelmäßig abschuppt. Dadurch wirkt unser Gesicht immer rosig frisch und überschüssiger Talg kann besser abfließen, so dass keine Pickel entstehen. Kurz: Der ideale Beauty-Mix für schöne Haut! Allerdings greifen die Hersteller nicht nur zu heimische Erd- und Blaubeeren, sondern bevorzugt zu Vertretern mit internationalem Flair. Die Palette reicht von der Gojibeere aus Tibet über Acaibeeren aus dem Regenwald bis zur skandinavischen Moltebeere. Wir haben die besten Beerenwirkstoffe aus aller Welt für Euch zusammengetragen.

Nordlichter: Sanddorn, Moltebeeren und Vogelbeeren

Kalte, lange Winter, in denen nur selten die Sonne scheint. Im Sommer dafür heiße Tage mit hellen Nächten: Die Moltebeere, die wegen ihrer knubbeligen Form an eine orangefarbene Brombeere erinnert und in moorigen Gegenden Skandinaviens wächst, muss sich an extreme Witterungsverhältnisse anpassen. Das gelingt ihr vor allem durch ihren immens hohen Vitamin-C-Gehalt, wegen dem sie auch als Heilmittel gegen zahlreiche Krankheiten geschätzt wird. Die Finnen haben der Moltebeere deshalb auf ihren 2-Euro-Münzen ein Denkmal gesetzt. Toll ist auch die Wirkung dieser Frucht auf reife Haut. Sie enthält nämlich als Besonderheit den Inhaltsstoff Diosgenin, der dem weiblichen Hormons Progesteron ähnelt. Er kurbelt die Bildung neuer Kollagenfasern an, wenn das Bindegewebe in den Wechseljahren erste Durchhänger zeigt.

Ideal als Beschützer für sensible Haut sind Produkte mit Sanddorn, dessen Sträucher bevorzugt auf sandigen Dünen oder in lichten Kiefernwäldern gedeihen. In den Kernen schlummert ein reizlindender Mix aus Linol-, Linolen- und Palmitoleinsäure, der feine Risse in der Hornschicht abdichtet. Durch ihren hohen Gehalt an Betakarotin bieten Sanddornbeeren sogar einen natürlichen Lichtschutz. Da das Öl leuchtend orange aussieht, hat es einen leichten Tönungseffekt, was besonders in mineralischen Sonnenschutzprodukten, die manchmal weißeln, sehr praktisch ist. Die Blätter des Sanddornstrauchs liefern zudem hochwirksame Anti-Aging-Wirkstoffe.

Interessant ist auch die Vogelbeere. Sie enthält eine geballte Ladung an Gerbstoffen und bildet nach dem ersten Frost Sorbinsäure – eine Substanz, die sanft, aber gründlich gegen Keime vorgeht. Darum werden die Früchte der Eberesche nicht nur gern in Gesichtswässern, sondern manchmal auch zur Haltbarkeitsverlängerung eingesetzt. Beeren-Power gibt’s aber nicht nur im hohen Norden, sondern auch in Asien und Amerika.

Ein Hauch von Exotik: Acai, Goji, Schisandra und Cranberries

Zugegeben, vom brasilianischen Regenwald bis in unsere Cremetiegel ist es ein weiter Weg. Doch der lohnt sich im Fall der Acaibeeren nicht nur für unsere Haut, sondern auch für Bauern und Umwelt, da Naturkosmetikhersteller die Früchte aus fairem Handel beziehen. Durch ihren Reichtum an Anthocyaninen, Polyphenolen und Aminosäuren schenken Acaibeeren reifem Teint neue Energie, lassen ihn im Nu straff und strahlend aussehen.

Genau richtig, um die Haut gegen Umweltstress zu wappnen, ist die Goji-Beere, die wegen ihrer Herkunft auch Tibetbeere genannt wird und zu den wichtigsten Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin gehört. In ihr stecken die Vitamine A, C, B1, B2 und B3 sowie jede Menge Eisen, Phosphor, Magnesium und Kalzium. Dadurch stärkt sie Abwehrkräfte.

Auch die Schisandra-Beere stammt aus Asien. Ihr Hauptwirkstoff, Schizandrin, hilft der Haut, kleine Verletzungen schneller heilen zu lassen: Perfekt als Pflegezutat für sensiblen Teint!

Ebenfalls beliebt sind Cranberries, die in Nordamerika bei keinem Thanksgiving-Essen fehlen dürfen. In Deutschland hießen knallroten Minis früher Kranichbeeren, da die Staubfäden der Blüten wie ein Schnabel aussehen. Die Früchte haben vier kleine Luftkammern in ihrem Innern, was von den Landwirten bei der Ernte genutzt wird: Sie überfluten ihre Plantagen und brauchen die Beeren, die auf dem Wasser schwimmen, nur noch abzuschöpfen. Trotzdem sind Cranberries keine Luftnummer, sondern wahre Wirkstoffbomben. Herauszuheben ist ihr hoher Gehalt an Proanthocyanidinen, die freie Radikale ausbremsen und dadurch die Hautalterung verlangsamen.

Beerenstark für die Haut:
Naturkosmetik mit Goji, Sanddorn, Schisandra & Co

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