Fermentierte Kosmetik

Längst sind sie vorbei, die Zeiten, in denen Schönheitstrends noch aus den USA zu uns gelangten. Heute blicken wir gespannt in Richtung Osten, genauer gesagt nach Japan und Korea, wenn es darum geht, vielversprechende Beauty-Innovationen zu erspähen. Seit neuestem sind es vergorene Pflanzen, Kräuter und Früchte, die in Fernost als neue kosmetische Wundermittel in den Tiegeln landen – und mittlerweile nicht nur dort…
Fermentierte Kosmetik, Foto: Pixabay

BB-Cremes und Konjac-Schwämme gehörten in den letzten Jahren zu den erfolgreichsten, fernöstlichen Errungenschaften der internationalen Beauty-Branche. Mit der sogenannten fermentierten Kosmetik entsteht gerade ein neuer Hype, der weltweit für Aufsehen sorgt. Dabei ist die Fermentation von Inhaltsstoffen an sich nichts Neues: Der Prozess ist seit Jahrhunderten bekannt und wurde ursprünglich dafür eingesetzt, Obst und Gemüse über den Winter haltbar zu machen. Das Besondere: Dabei entstehen zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe, die eine positive Wirkung auf unser Immunsystem haben.

Der Prozess

Als Fermentierung oder Fermentation bezeichnet man die enzymatische Umwandlung organischer Stoffe. Sie wird meist durch die Zugabe von bestimmten Bakterien-, Pilz- oder anderen Zellkulturen herbeigeführt. Die natürlichen Mikroorganismen sind in der Lage Nährstoffe zu bilden, die sich chemisch gar nicht oder nur schwer herstellen lassen. Wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die von den Pflanzen zum Schutz gegen Keime, Umwelteinflüsse und andere Belastungen ausgebildet werden, werden konzentriert und in kleine Moleküle zerlegt. Findet der Prozess unter Ausschluss von Sauerstoff statt, wird er als Gärung bezeichnet. Das wohl bekannteste, fermentierte Gemüse ist das Sauerkraut. Auch Sake, der japanische Reiswein, wird durch Fermentation hergestellt.

Der Effekt

Inhaltsstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Co., werden bei der Fermentation besonders „bioverfügbar“ – das heißt, sie können besser absorbiert, also leichter vom Körper aufgenommen werden. Der Genuss fermentierter Nahrungsmittel erhöht somit nachweislich die Energie in den Zellen. Eine höhere Leistungsfähigkeit und eine gestärkte Immunabwehr sind die Folge. Darüber hinaus werden Allergie auslösende Proteine in nicht allergene Stoffe umgewandelt. Und so verlieren die eingesetzten Zutaten, wie etwa Nüsse, ihr allergenes Potential.

Fermentierung für die Schönheit

Was für den Genuss von fermentierten Lebensmitteln gilt, soll auch von außen nach innen funktionieren, also auf die Haut übertragbar sein. Um eine möglichst hohe Konzentration ihrer natürlichen Inhaltsstoffe zu erhalten und die Wirkung zu intensivieren, werden nun heilende Kräuter, Früchte, Nüsse und Rosenblätter auch für die Schönheitspflege mit ausgewählten Kulturen versetzt und gegoren.

Das Ergebnis: Ein Maximum an Vitalstoffen, die besonders schnell wirken können. Sie sollen unter anderem dazu führen, dass die Produktion der körpereigenen Hyaluronsäure in der Haut angeregt wird. Natürliches Anti-Aging quasi. Außerdem sollen fermentierte Inhaltsstoffe die Bildung von Pigmentflecken auf der Haut reduzieren.

Bislang sind es vor allem Hersteller aus Korea und Japan, die das Thema fermentierte Kosmetik in den internationalen Fokus rücken.

Wir dürfen gespannt sein, was sich in den nächsten Monaten und Jahren rund um das Thema fermentierte (Natur)Kosmetik entwickelt. Vielleicht liegt der „heilige Gral“ der Schönheit ja unter Ausschluss von Sauerstoff in großen Kesseln versteckt…

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