Augen-Make-up: Genau hingucken, bitte!

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte, heißt es. Das gilt nicht nur, wenn wir Gefühle zeigen, sondern auch beim Durchforsten der Zutatenlisten von Lidschatten, Kajalstiften und Wimperntusche. In konventionellen Produkten stecken nämlich manchmal Stoffe, die uns schaden können. Warum Bio-Schminke gerade an den Augen deutlich besser ist!

Augen, aus denen fröhliche Funken sprühen, die verführerisch aufblitzen oder uns voller Wärme anstrahlen, sind etwas ganz Besonderes: Nicht ohne Grund sagt man, sie seien das Fenster zu unserer Seele. 72 Prozent der Deutschen geben an, dass sie anderen Menschen beim Kennenlernen zuerst in die Augen schauen. Sie gekonnt mit Make-up in Szene zu setzen, gehört daher für die meisten Frauen zum Alltag. Fast jede Zweite benutzt nach Angaben des VKE-Kosmetikverbands täglich Mascara. Auch Lidschatten und Kajalstifte sind sehr beliebt. Doch gerade im Bereich der Augen sind wir äußerst empfindlich, weil Puder- oder Farbpartikel leicht mal auf die Bindehaut geraten können. Deshalb sollten Sie auch in punkto Schminke sehr genau darauf achten, was Sie verwenden. Woraus bestehen die Produkte eigentlich genau? Und was machen Naturkosmetikhersteller anders als konventionelle Anbieter?

Chemische Farbstoffe? Das kann ins Auge gehen
Achtung, giftige Nitrosamine in Wimperntusche! Diese Schlagzeile ging im Spätsommer 2013 durch die Presse, nachdem NDR-Reporter in einigen herkömmlichen Mascaras erhebliche Mengen dieses krebserregenden Stoffs gefunden hatten. Der gesetzlich erlaubte Grenzwert wurde so stark überschritten, dass die betroffenen Produkte vom Markt genommen werden mussten. Auslöser für die Belastung war eine chemische Reaktion des Bindemittels Triethanolamin, das nebenbei für die schwarze Färbung verantwortlich ist. Aber auch in Lidschatten und Kajalstiften setzen konventionelle Kosmetikhersteller manchmal synthetische Farbstoffe ein, die Nebenwirkungen haben können. Das gilt speziell für die sogenannten Azofarbstoffe, die im Labor aus aromatischen Aminen zusammengebastelt werden. Damit lassen sich zwar herrlich leuchtende Nuancen produzieren, die aber im Kontakt mit den Hautbakterien aromatische Amine freisetzen. Die Folge: Juckreiz, Allergien und im schlimmsten Fall Krebs.

Naturfarben sind oft hochkarätig und bieten einen Mehrwert
Bio-Beauty-Hersteller verwenden für ihr Make-up nur natürliche Pigmente, die aus Steinen, Blüten, Erde oder Kräutern gewonnen werden. Die so erzeugten Töne wirken nicht nur herrlich sanft, sondern haben oft sogar einen positiven Effekt auf die Haut. Der Möhrenfarbstoff Karotin schützt z. B. vor freien Radikalen, das weiße Mineral Zink lindert Hautirritationen. Auch Calendula-Blüten sind als Farbgeber sehr beliebt, da sich aus dem Lycopin-Carotin-Gemisch ein faszinierendes Orange herstellen lässt, das obendrein die Hauterneuerung ankurbelt. Mit echten Gold- und Silberpartikeln sowie fein vermahlenen Edelsteinen – etwa Bergkristall, Amethyst, Lapislazuli oder Rosenquarz – lassen sich funkelnde Highlights auf die Lider setzen. Brauntöne und Schwarz, die vor allem in Mascaras oder Kajalstiften eingesetzt werden, setzen sich meist aus Eisenoxiden oder Tonerde zusammen. Damit man Lidschatten leicht verstreichen kann und er möglichst lange auf der Haut haften bleibt, werden die Pigmente häufig in Talkumpuder eingebettet, der aus Speckstein besteht. Mineral-Make-up basiert dagegen in der Regel auf Mica-Glimmerpartikeln, die auch Granitsteine schimmern lassen.

Für den perfekten Rahmen: Wimperntusche und Kajal
Neben den Farbstoffen ist aber auch die Pflege-Grundlage von Bedeutung, besonders bei Mascaras und Eyelinern. Konventionelle Hersteller verwenden dafür am liebsten Silikon, da es federleicht ist und die Produkte obendrein wasserfest macht. Zusätzlich mischen sie künstliche Polymere, Nylon oder Kunstseide unter, um die Wimpern dichter und länger wirken zu lassen. Das funktioniert zwar tatsächlich, führt auf Dauer aber dazu, dass die feinen Härchen austrocknen und abbrechen. Naturkosmetik fixiert die Farbpartikel stattdessen mit Bienen-, Candelilla- und Carnaubawachs oder Chicoree-Wurzel-Extrakt, den man auch aus Bio-Shampoos als Silikon-Ersatz kennt. In Kajalstiften kommen darüber hinaus rutschfeste Pflanzenfette zum Einsatz, die nicht in die Bindehaut kriechen – ähnlich wie in Augencremes. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Was fürs Auge:
Die besten Bio-Lidschatten, -Kajals und -Mascaras

MondDuo Lidschatten JeansHeldin und Wimpertusche RabenSchwarz von marie w.
Eyeshadow Trio No. 4 Natural Green und Mascara Volume Sensation von Sante
Eyeshadow Trio 03 Rosewood und Double Eyeliner Pencil 04 steel grey von Logona
Natural Kajal Braun von Benecos
Ayurvedischer Khol Kajal Schwarz Sensitive, Azurblau oder Smaragdgrün von Lakshmi
Beautiful Mineral Eyeshadow 09 Matt’n Copper von Lavera
Gebackener Lidschatten Elegant Beige von Alverde
Kajalstift Pearly Blue von Couleur Caramel
Mascara Granit von Zuii Organic


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