Anis – maskierter Helfer

Die Heil- und Gewürzpflanze Anis findet man in der Apotheke ebenso häufig wie in der Küche oder der Parfümerie. Ihre Wirkweise kannte und schätzte man bereits in der Antike. Und obwohl sie in der Kosmetik nur selten ausgelobt wird, ist sie als Rohstoff heute gefragter denn je. Ein Portrait, abseits von Adventsgebäck und Babytee.

Ursprünglich stammt die einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 10-60 cm aus dem östlichen Mittelmeerraum und Asien. Heute wird Pimpinella anisum weltweit in Gebieten mit gemäßigtem Klima angebaut. Versuche, sie in Deutschland anzupflanzen, sind nur bedingt erfolgreich, denn zur Entfaltung seines vollen Aromas braucht Anis viel Sonne und Wärme in der Blütezeit von Juli bis August. Das Doldengewächs blüht, wie sein Name bereits verrät, in Form einer Dolde mit kleinen weißen Blüten. Ist die Pflanze ausgereift, wird sie knapp über dem Boden abgeschnitten, getrocknet und dann geschüttelt, um die wertvollen grünlichbraunen  bis graugelblichen Früchte zu gewinnen. Und von Ihnen – besser gesagt von ihrem ätherischen Öl geht auch der typische süß-aromatische Duft, der an Lakritze erinnert, aus.

Heilsames Kraut mit Geschichte
Im Fundus des alten Heilpflanzenwissens kommt Anis weitreichende Bedeutung zu. Bereits die alten Ägypter, Griechen, Römer und Araber wussten um die heilsame Wirkung der Pflanze. Schon 1500 vor Christus wurde Anis auf einer ägyptischen Papyrusrolle in einer Rezeptsammlung aufgeführt. Auch in der ayuvedischen Lehre spielt Anis eine wichtige Rolle und wird als Arzneistoff eingesetzt. Da scheint es fast ein wenig verwunderlich, dass Anis erst 2014 vom Verein NHV Theophrastus zur „Heilpflanze des Jahres“ gekürt wurde.  

Unter der Vielzahl von Anwendungen steht seine Verwendung als Hustenmittel ganz oben auf der Liste – denn Anis hat schleim- und krampflösende Wirkung. Und ein Anistee ist ganz leicht selbst gemacht: Die getrockneten Früchte in einem Mörser mahlen, zwei Teelöffel auf einen halben Liter Wasser und zehn Minuten ziehen lassen. Damit die ätherischen Öle ihre volle Wirkung entfalten können, sollte der Tee möglichst heiß getrunken werden. Wer den Geschmack nicht mag, kann auch Anisöl in ein Dampfbad geben und inhalieren.

Auch bei jeder Art von Verdauungsbeschwerden gilt Anis als bewährtes Hausmittel: Das ätherische Öl regt den Magen-Darm-Trakt an, löst Krämpfe und fördert die Magensaftsekretion. Schon die alten Römer aßen gezuckerte Anisfrüchte nach üppigen Mahlzeiten als Verdauungshilfe. Aufgrund seiner krampflösenden Eigenschaften wird Anis auch in der Kinderheilkunde gerne eingesetzt. Denn es kann Blähungen und Bauchkrämpfe lindern. Dafür verantwortlich ist Anethol, der Hauptbestandteil des ätherischen Öls. 

Tierisch lecker: Anis in Küche und Tierwelt
Wer kennt ihn nicht – den typischen Geschmack von Ouzo? Der Anisschnaps ist fast so etwas wie ein griechisches Nationalgetränk. Doch auch hierzulande, in Brot- und Backwaren, Süßwaren, Teemischungen oder asiatischen Gerichten dient Anis als unverkennbarer Geschmacksträger. Und sogar Tiere mögen das Gewürz: Haustieren, wie Pferden und Hunden, wurde Anis früher zur Gesunderhaltung ins Futter gemischt. Bei Taubenzüchtern soll es als Futterzusatz helfen, neue Tauben an den Schlag zu gewöhnen. In der Viehwirtschaft werden die Rückstände der Öldestillation als Viehfutter verwendet. Und Jäger setzen das ätherische Öl als Lockstoff ein, um Rehe anzulocken.

Achtung: Wer gern selbstgepflückte und getrocknete Samen verwendet, der sollte bei Anis extrem vorsichtig sein, denn die Früchte sehen denen des giftigen Schierlingsfrüchten leider sehr ähnlich.

Anis in der Kosmetik
Anisöl hat ein unverkennbar süß krautiges Aroma, wirkt ähnlich entspannend wie Lavendel und erinnert uns – nicht zuletzt dank Großmutters legendärer Anisplätzchen – an Weihnachten. In der Kosmetik wird das ätherische Öl häufig zum Aromatisieren von Zahnpflegeprodukten eingesetzt. Darüber hinaus findet es in Naturseifen Verwendung und eignet sich in geringen Mengen auch zum Einsatz in Massageölen gegen Verspannungen. Es harmoniert besonders mit Düften wie Zimt, Fenchel, Lavendel, Neroli, Melisse und Kamille. Was viele nicht wissen: Ungewollte Gerüche in Kosmetika werden häufig mit Anis „überdeckt“: Sodium Anisate, das Salz der Anissäure, kommt natürlich in Anisöl vor. In der Parfümerie verwendet man es zur Duftunterstützung, um das Geruchsprofil eines Produktes positiv zu beeinflussen. Neben seinen olfaktorischen Eigenschaften kommt der Kosmetik auch die antibakterielle Wirkung von Anis zugute: Der Inhaltsstoff ist besonders hilfreich bei fettiger, unreiner Haut. Und auch trockene, empfindliche Haut lässt sich mit Anis beruhigen.

Obwohl Anis als kosmetischer Inhaltsstoff eher im Hintergrund steht, verfehlt dieser „Retter mit der Maske“ seine Wirkung gewiss nicht. Denn so manche Rezeptur, darunter sogar berühmte Parfumkreationen, würde ohne ihn nicht auskommen…

Naturkosmetik mit Anis:

Farfalla Anisöl bio 

Farfalla pure sensitive Körperlotion 

LOGONA daily care sensitiv Hautcreme 

SANTE femme Rasierschaum 

Frantsila Lip Balm 

Apeiron Auromère Kräuter-Zahncreme

Essential Elements Raumspray Gesunde Luft +

Primavera Beruhigende Augencreme Kamille Borretsch

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