WELEDA Natur-Studie 2020

Die Natur hat eine besondere Anziehungskraft. Gerade jetzt spüren sie immer mehr Menschen und unsere Sehnsucht, Zeit in der Natur zu verbringen, wächst. Ähnliche Erkenntnisse zeigt die Weleda Natur-Studie 2020, eine repräsentative Befragung im Corona-Jahr.
WELEDA Naturstudie 2020

Die Weleda Natur-Studie 2020 ist eine Umfrage von Bilendi im Auftrag von Weleda. Hierfür wurden 1.000 Personen der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren im Zeitraum vom 03.01. bis 13.01.2020 befragt.  (Ein Update zur Natur-Studie wurde im Rahmen der Weleda Trendforschung als repräsentative Umfrage im Auftrag von Weleda unter 1050 Personen der deutschen Bevölkerung online im Befragungszeitraum vom 08.06. bis 15.06.2020 durchgeführt. Denn dieses Jahr ist besonders.)

Die Natur als Rohstoffquelle

Wo fängt Natur eigentlich an? Für die meisten (71 Prozent) im Grünen außerhalb der Stadt. Für 86 Prozent ist die Natur darüber hinaus auch eine Quelle wichtiger natürlicher Rohstoffe. So ist es 79 Prozent der Deutschen (sehr) wichtig, dass ein rezeptfreies Arzneimittel Inhaltsstoffe aus der Natur enthält. Bei der Wahl eines Kosmetikproduktes für die tägliche Pflege liegt dieser Wert sogar bei 87 Prozent! Weiterhin sollen sie gut verträglich und qualitativ hochwertig sein sowie nicht zu Lasten der Umwelt hergestellt werden. Das klingt vielversprechend…

Bewusstsein versus Nutzung

Aber herrscht hier wirklich Harmonie pur? So hätten wir es gern, wenn es um unser Verhältnis zur Natur geht. Wir handeln gezielt nachhaltig, folgen Trends wie ZeroWaste, Upcycling, Second Hand und Green Beauty. Demgegenüber stehen Wandern, Skifahren, Geocaching oder Mountainbiking. Diese beliebten Outdoor-Aktivitäten nehmen zu. Und Pisten, Rad- und Wanderwege breiten sich genau an den Orten aus, deren Unberührtheit wir schätzen. Auch der Selfie-Hype vor einst unberührten Kulissen wird zunehmend zum Problem. Rund drei Viertel der Befragten erkennen diese „Beziehungskrise“: Sie meinen, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr als Teil der Natur sehen und die Verbindung zu ihr verloren haben. Die Über-Benutzung der Natur auf der einen Seite steht einem bewussten Naturkonsum auf der anderen Seite gegenüber.

Durch #stayhome wurde der Sinn der Deutschen für die Natur geschärft: Laut der Weleda Naturstudie haben 67  Prozent durch die Pandemie gemerkt, wie wichtig ihnen die Zeit in der Natur ist. Die Frage ist nur: Dient die Natur nur dazu, menschliche Bedürfnisse wie Ruhe, Regeneration und Freiheit zu befriedigen?

Fast 70 Prozent der Befragten wissen um die Wichtigkeit, sich aus Liebe zur Natur auch mal einzuschränken – aber deutlich weniger lassen ihren Vorsätzen Taten folgen. Beispielsweise versuchen nur 36 Prozent, tatsächlich naturverbunden zu reisen. Viele wollen mehr tun, als sie tatsächlich umsetzen. Scheuen wir Aufwand und Stress? Nur wenige engagieren sich für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, indem sie sich in Vereinen beteiligen oder selbst umweltpolitisch aktiv sind. Immerhin die unter 25-Jährigen engagieren sich hier vermehrt. Dieses Ergebnis zeigt deutlich positive Ansätze – dennoch ist das Engagement weiter ausbaufähig.

Der Weg der Mitte

Dr. Anna Deplazes Zemp, Molekularbiologin und Philosophin mit Schwerpunkt Umweltethik, Bioethik, Ethik der Biotechnologie der Universität Zürich hat die Weleda Natur-Studie wissenschaftlich begleitet. Für sie ist Verzicht dabei unumgänglich: „Wichtig ist aus meiner Sicht, dass wir einen gewissen Respekt entwickeln für die Natur, die mit uns – aber nicht durch uns – existiert und uns der Folgen des eigenen Handelns bewusst sind“, sagt Sie „Man kann mit kleinen Schritten im eigenen Alltag beginnen, nachhaltiger zu leben. Mit dem größeren Bewusstsein der Bevölkerung werden auch Angebote für naturgerechtes Reisen, Wohnen oder Einkaufen zunehmen, so dass wir alle mehr und mehr für die Natur tun können. Zwischendurch braucht es aber auch einen etwas größeren Verzicht, um Wirkung zu erzielen.“

Risiken und Chancen der Pandemie

Eine Gefahr sieht die Expertin Dr. Zemp in der aktuellen Situation: „Für viele Menschen ist die Pandemie im Moment das unmittelbarere und dringendere Problem als der Klimawandel, weil sie von der Pandemie und deren Konsequenzen im Alltag betroffen sind. Das könnte dazu führen, dass Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels auch weniger Aufmerksamkeit erhalten. Andererseits könnte diese plötzliche Umstellung unseres Alltags, insbesondere der Mobilität, auch eine Chance sein. Wir wurden aus unseren alten Verhaltensmustern herausgeworfen und haben Alternativen kennengelernt. Die Frage ist, wie man verhindern kann, dass man automatisch in alte Muster zurückfällt. Das geht vermutlich nur, wenn man ganz bewusst versucht, gewisse der neuen Ansätze beizubehalten, beispielsweise indem gewisse Sitzungen weiterhin virtuell stattfinden anstatt Leute einzufliegen.“

Fazit

Die Wichtigkeit der Natur ist wieder stärker in unser Bewusstsein gerückt. Aber welchen Anteil wir bereit sind zu leisten, um sie nachhaltig zu erhalten, ist sehr unterschiedlich. Gerade die Folgen des Corona-Lockdown können hier ein Ansatz für Veränderungen sein – wir müssen sie nur nutzen.

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