Digital Aging: Blaues Licht – unterschätztes Risiko?

UV-Licht beeinflusst die Hautalterung. Punkt. Während wir uns vor den warmen Strahlen der Sonne schützen, vergessen wir jedoch das sogenannte Blue Light, wie es Smartphone, Laptop und Co. ausstrahlen. Aber wie groß ist das Risiko wirklich?
FAKTEN Digital Aging: Blaues Licht - unterschätztes Risiko? Bild: pixabay

Wir setzen uns täglich über viele Stunden hinweg einem Licht aus, welches die Spannkraft unserer Haut massiv beeinträchtig. Die Rede ist dabei nicht von UV-Licht, mit dem die meisten Menschen berufsbedingt im Alltag kaum intensiven Kontakt haben. Laut Dermatologen kann auch blaues Licht bis tief in die Haut eindringen und oxidativen Stress verursachen. Bei der Arbeit am PC, beim Surfen mit dem Tablet oder beim Heimkino auf dem modernen LED TV können wir ihm kaum aus dem Weg gehen. Um „Digital Aging“ vorzubeugen, hilft leider nur abschalten – oder die richtige Pflege.

Blaues Licht ist allgegenwärtig. Ein genereller Verzicht auf technologische Errungenschaften ist in unserer modernen Welt fast unmöglich. Und selbst, wenn es gelingt: Auch im Tageslicht ist blaues Licht enthalten. Sein wissenschaftlich korrekter Name ist HEV-Licht (High Energy Visible Light) und es macht etwa die Hälfte unseres Sonnenlichts aus. Der Rest entfällt auf UV‑A und UV‑B (fünf Prozent) sowie das Infrarotlicht (45 Prozent).

Blue Light soll auf Dauer die Augen schädigen und – insbesondere durch seine Gegenwart im Schlafzimmer – den Schlaf-wach-Rhythmus durcheinanderbringen. Denn die vielen Stunden am PC sind längst nicht das Ende unserer täglichen Dosis. Abends wird schnell noch ein wenig mit dem Smartphone gesurft, im E-Book geschmökert oder ein Krimi im Bett geschaut. Das alles bei „bestem Licht“…

Durchschnittlich 4,4 Stunden surfen die Deutschen auf verschiedenen Endgeräten im Internet: Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young 2017. Hinzu kommt die (Arbeits-)Zeit am PC sowie vor dem Fernseher

Radikal: Blue Light schwächt die Haut

Wie UV‑A‑Strahlung fördert blaues Licht die vorzeitige Hautalterung und die Entstehung von Pigmentflecken. Und: Es dringt offenbar noch tiefer in die Haut ein und bildet Unmengen an freien Radikalen. Diese wiederum zerstören die Stützfasern Kollagen und Elastin, was der Haut sichtbar Elastizität nimmt. Als ob das nicht genügt, schwächt blaues Licht auch die natürliche Barriere der Haut und macht sie anfälliger für äußere Einflüsse. Zumindest in einer Hinsicht gibt es Entwarnung: Blue Light verursacht keinen Sonnenbrand oder die Entstehung von Hautkrebs.

SOS: wirksame Hilfe

Unsere Haut ist mit entsprechenden Schutzmechanismen ausgerüstet und kann sich ein Stück weit selbst gegen die blauen Strahlen verteidigen. Dafür sind körpereigene Schutzstoffe, die sogenannten Opsine, verantwortlich. Diese Proteine sind lichtempfindlich und stecken in der obersten Hautschicht. Dank diesen Gebilden kann unser Teint unmittelbar reagieren: Trifft blaues Licht darauf, werden die Opsine aktiv. Sie stimulieren die Zellteilung, die Regeneration der Haut sowie zeitgleich den Aufbau der Barriereschicht. Das Problem: Sind wir durch stundenlangen Kontakt mit digitalen Geräten zu lange blauem Licht ausgesetzt, sind die Opsine deutlich weniger wirksam.

Hilfe von außen muss her. Eine gesunde Ernährung, die reich an Antioxidantien ist, kann dazu beitragen, den Teint zu schützen. Und nicht zuletzt die passende Pflege unterstützt unser größtes Organ.

Ectoin ist ein Aminosäurederivat gebildet von Mikroorganismen (Holomonas Elongata) zum Überlebensselbstschutz in lebensfeindlicher Umgebung (Salzseen, heiße Quellen, Wüsten). Es weist einen Schutz vor UVA/UVB, IR-A und sichtbarem (blauem) Licht auf und wird als Inhaltsstoff für Kosmetik genutzt.

Auch die Blüten des Schmetterlingsflieders (Buddleja officinalis) aus China hat einen besonders hohen Wirkstoffgehalt gegen Blue Light. Vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, mit denen sich die Pflanze selbst vor dem gesamten Lichtspektrum schützt, sind relevant.

Die gleichen Stoffe sind übrigens auch in den Sprossen von Sonnenblumen enthalten. Darüber hinaus schützt die Tagetes – auch bekannt als Studentenblume – die Haut vor der Blue Light-Strahlung.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Auch schon bekannte Antioxidantien, wie sie sich in vielen Naturkosmetikprodukten finden, können helfen. Sie stimulieren nicht zwangsläufig die Opsine, wirken aber selbst gezielt gegen Freie Radikale.

Weitere Tipps:
  • Beim Kauf von Leuchtmitteln zu solchen mit höherem Gelbanteil greifen.
  • Brillengläser mit integriertem Blaulichtfilter schützen die Augen
  • Displayfilter für Smartphones, Tablets und Co. absorbieren Blaulicht.
  • Es gibt auch Apps, die den Blaulicht-Anteil herausfiltern können.
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