Kosmetik-ABC

Kollagen, Q10, tonisierend – zum Thema Kosmetik gibt es so viele Fachbegriffe, das man die gar nicht alle kennen kann. Ist auch nicht nötig, denn schließlich können Sie die ab jetzt bei uns nachschlagen – von adstringierend bis Viskosität…
Kosmetik-ABC, Foto: PIXABAY
A

Adstringierend
Wörtlich übersetzt: zusammenziehend. In der Kosmetik bezieht sich das in aller Regel auf die Gesichtshaut. Durch adstringierende Produkte werden die Poren zusammengezogen, das Hautbild so verfeinert. Adstringierende Inhaltsstoffe in der Naturkosmetik sind z.B. Zitronengrasextrakt, Zaubernuss und Eichenrinde.

Anti-komedogen oder Nicht komedogen
So bezeichnet man Kosmetika, die keine Mitesser (= Komedonen) und Pickel fördernden Inhaltsstoffe enthalten und damit  auch zur Pflege unreiner Haut geeignet sind. Als komedogene Substanzen gelten beispielsweise Paraffine und Silikone.

Antioxidans/Antioxidantien
Antioxidantien sind bewährte Radikalfänger. Freie Radikale sind äußerst reaktionsfähige Sauerstoffmoleküle, die durch Oxidation entstehen – z.B. schon beim Atmen. Im gewissen Umfang kann unser Körper diese aggressiven Verbindungen selbst unschädlich machen. Entstehen sie im Übermaß oder reagieren mit Schadstoffen (z.B. durch UV-Strahlung oder Stress), können freie Radikale die (Haut)zellen schädigen. Schutz davor bieten in Obst, Gemüse & Co. enthaltene Antioxidantien wie Flavonoide (z.B. in Beeren, grünem Tee), Carotinoide (Karotten, Aprikosen) oder Vitamin E (div. Pflanzenöle). In Kosmetik sorgen sie für eine schützende und regenerierende Pflege mit Anti-Aging-Effekt. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Radikal: Oxidativer Stress

B

Booster
Das liest man auf Kosmetikprodukten, die mehr Volumen verleihen sollen – auf Styling-Produkten für die Haare, auf Wimperntuschen oder auch auf Lipgloss.

BB-Creme
Dabei handelt es sich um einen “Blemish Balm” – also ursprünglich ein Produkt, das kleine Unreinheiten im Gesicht abdecken soll. Moderne BB-Cremes können aber mehr: Sie haben pflegende Eigenschaften (feuchtigkeitsspendend), sind leicht getönt, mattieren und verfügen über einen Lichtschutzfaktor. Bislang finden sich BB-Creams vorrangig im konventionellen Bereich. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: BB-Creams: Alles nur Schönfärberei?

C

Ceramide
Diese Lipide sind Bestandteil unseres Hautfetts. Sie finden sich als “Kitt” zwischen den abgestorbenen Hautzellen der äußeren Hautschicht und sind wichtiger Bestandteil der Schutzbarriere unserer Haut, die Austrocknung und das Eindringen von Fremdstoffen verhindert. Es gibt Kosmetikprodukte, die die hauteigene Bildung der Ceramide unterstützen oder hautverwandte Ceramide enthalten. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Ceramide: Klein, aber oho!

E

Emulgator
Ein Hilfsstoff, der bewirkt, dass sich zwei eigentlich nicht mischbare Substanzen wie Wasser und Öl dauerhaft verbinden und so eine stabile Emulsion bilden. Ein solcher Emulgator wird also in fast jeder Creme und vielen anderen Kosmetikprodukten benötigt. Im konventionellen Bereich werden u.a. Emulgatoren verwendet, die PEG-basiert  sind – ein kritischer Inhaltsstoff, der in Naturkosmetik nicht erlaubt ist. Naturkosmetische Emulgatoren basieren ausschließlich auf pflanzlichen oder tierischen Fetten und ähneln den hauteigenen Lipiden. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Emulgatoren

Exfoliant

Die wörtliche Übersetzung ist “abblätternd”. Man findet diese Bezeichnung meist auf Peelings. Mit kleinen Schleifpartikeln befreien solche Produkte (für Gesicht, Body oder Lippen) die Haut von abgestorbenen Hautzellen, machen sie glatter und geschmeidig.

F

Firming
Steht auf Cremes, Gels und Lotionen, die einen festigenden Effekt auf die behandelten Hautpartien versprechen. “Firming” nennen sich beispielsweise Produkte, die Cellulite mildern oder ihr vorbeugen sollen. In der Naturkosmetik wird diese Eigenschaft u.a. Ingredienzen wie Aloe Vera, Ackerschachtelhalm, Rosmarin und Birke zugesprochen.

G

Glycerin
Glycerin ist ein Zuckeralkohol, Bestandteil des Feuchthaltesystems unserer Haut und außerdem in allen natürlichen Fetten und Ölen enthalten. Wegen seiner effektiven hydratisierenden Wirkung und weil es helfen kann, die Barrierefunktion der Haut zu schützen, wird es in vielen Kosmetika eingesetzt. Naturkosmetik-Hersteller verwenden in der Regel Bio-Glycerin, das bei der Spaltung pflanzlicher Fette entsteht. Der gelegentlich diskutierte austrocknende Effekt bei zu hohem Glycerin-Anteil ist bislang nicht belegt. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Glyzerin: eine Gratwanderung

H

Halogenorganische Verbindungen
Halogenorganische Verbindungen werden in diversen konventionellen Kosmetika wegen ihrer konservierenden und antimikrobiellen Wirkung eingesetzt. In zertifizierter Naturkosmetik sind sie verboten, weil es darunter Verbindungen gibt, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, und solche, die als Kontaktallergen eingestuft werden. Darüber hinaus stellen sie eine enorme Umweltbelastung dar.

Hyaluronsäure
Hyaluronsäure (HA) ist natürlicher Bestandteil des Bindegewebes und dort im Wesentlichen dafür zuständig, den Wassergehalt zu regeln. Sie kann große Mengen Wasser binden und bildet so ein gelartige Substanz, die die Haut prall und glatt aussehen lässt. Mit zunehmendem Alter verringert sich der  HA-Gehalt der Haut, es entstehen Fältchen. HA wird sowohl in der konventionellen, als auch in der Naturkosmetik als feuchtigkeitsbindendes Mittel besonders im Anti-Aging-Bereich eingesetzt. In der Naturkosmetik wird HA biotechnologisch durch den Einsatz von Mikroorganismen gewonnen. Noch mehr Infos findet Ihr in unseren Artikeln: Hyaluronsäure: Reife Leistung und Hyaluron: Ein Wirkstoff, viele Gesichter

Hydratisierend oder hydratant
Feuchtigkeitsspendend.

Hydrolat
Diese  Pflanzen- oder Blütenwässer entstehen durch Wasserdampfdestillation von Blüten oder anderen Pflanzenteilen und enthalten u.a. Bestandteile ätherischer Öle. Früher oft nur Nebenprodukt, werden Hydrolate heute zunehmend geschätzt, gezielt hergestellt und z.B. in der Aromatherapie eingesetzt. Ihr Wirkung ist unterschiedlich (z.B. adstringierend, belebend, entzündungshemmend) und entspricht der der jeweiligen Pflanze

Hypoallergen
Ein Produkt, das so gekennzeichnet ist, enthält idealerweise keine Allergieauslöser – z.B. wird darin auf Konservierungs-, Farb- oder Duftstoffe verzichtet. Eine absolute Garantie ist das allerdings nicht,  weil allergische Reaktionen individuell durch verschiedenste Inhaltsstoffe (auch pflanzliche) hervorgerufen werden können.

I

INCI
Die INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) ist die Richtlinie zur Inhaltsstoff-Angabe auf Kosmetikprodukten. Sie schreibt vor, dass die Liste aller Inhaltsstoffe eines Produkts in vorgegebener Bezeichnung (z.B. Cera Alba = Bienenwachs) und in Reihenfolge ihres prozentualen Anteils am Gesamtprodukt auf der Verpackung, dem Produkt selbst oder dem Beipackzettel jedes kosmetischen Präparates stehen muss. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Sprichst Du INCI?

K

Keratine
Keratine sind Strukturproteine und wichtiger Bestandteil von Haaren, Nägeln und der Hautoberschicht. Sie sorgen für Widerstandsfähigkeit und Elastizität. In der Kosmetik findet man sie vorrangig in Haarpflegeprodukten. Umgangssprachlich nennt man Keratin auch Hornsubstanz.

Kollagen
Das Strukturprotein ist wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes der Haut. Hier sorgen die faserförmig aufgebauten Eiweiße für Elastizität und Festigkeit. Mit zunehmendem Alter sinkt die Produktion des körpereigenen Kollagens. In der Kosmetik finden sich deshalb viele Produkte mit Kollagen im Anti-Aging-Bereich.

L

Leave in
Leave-in-Produkte gibt es in der Haarpflege. “Leave in” bedeutet, dass z.B. die Kur ins Haar gegeben und nicht wieder ausgewaschen wird.

Lichtschutzfaktor
Der Lichtschutzfaktor (abgekürzt LSF) gibt an, wie viel länger als die individuelle Eigenschutzzeit man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. In der Naturkosmetik wird der Lichtschutz bzw. Schutz gegen die im Übermaß schädliche UV-Strahlen nicht mit chemischen Filtern, sondern mithilfe von feinsten Mineralpigmenten (Titanoxid, Zinkoxid) erreicht. Unsere Linksammlung zum Thema Sonnenschutz findet Ihr in unserem Artikel: Risiko Sonne

Liposome
Damit Wirkstoffe den gewünschten Effekt an gewünschter Stelle erzielen können, müssen sie dorthin transportiert werden. Dazu werden in der Kosmetik auch Liposome eingesetzt – kugelförmige Anordnungen von Molekülen, die wasserlösliche Stoffe in ihrem Inneren verkapseln und so in tiefere Hautschichten transportieren können.

M

Mazerat/Mazeration
Ein Auszugsverfahren, mit dem Inhaltsstoffe wie z.B. ätherische Öle aus Pflanzen gelöst werden können. Das Extrahieren durch Einlegen in eine Flüssigkeit (Wasser, Pflanzenöl) nennt man Mazeration, das Ergebnis Mazerat.

Moisturizing
Befeuchtend, feuchtigkeitsspendend.

P

Parabene
Parabene sind eines der gebräuchlichsten Konservierungsstoffe in konventioneller Kosmetik, weil sie das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen wirksam verhindern. In zertifizierter Naturkosmetik sind sie nicht erlaubt, da sie im Verdacht stehen, ähnlich wie Hormone zu wirken und damit problematische Nebenwirkungen haben könnten. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Du kommst hier nicht rein: Parabene

Paraffine
Erdöldestillate, die die Haut weich machen, sie vor Feuchtigkeitsverlust schützen und deshalb in vielen konventionellen Cremes und Lotionen eingesetzt werden. In zertifizierter Naturkosmetik sind sie nicht erlaubt, weil Paraffine einen Film auf der Haut bilden, der zwar Feuchtigkeit einschließt, aber keinen echten Pflegeeffekt hat, und die Haut darüber hinaus an der Eigenregeneration hindert. Auf  Dauer kann so sogar der Säureschutzmantel der Haut geschädigt werden. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Du kommst hier nicht rein: Paraffine

PEG
Polyethylenglykole – kurz PEGs – sind chemische, wasserlösliche Molekül-Verbindungen und werden als Emulgatoren und Waschsubstanzen in konventionellen Kosmetika eingesetzt. Wichtigster Grund, weshalb PEGs in zertifizierter Naturkosmetik nicht erlaubt sind: Sie machen die Haut durchlässiger. So wird die Haut aufnahmefähiger für Inhaltsstoffe, aber gleichzeitig auch für Schadstoffe und Gifte. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Du kommst hier nicht rein: PEGs

Pflanzliche Stammzellen oder Phyto Stem Cell
Stammzellen an sich sind Zellen, die sich zu verschiedensten Zelltypen entwickeln können. Beim Menschen sind die embryonalen Stammzellen die Vorläufer für alle Körperzellen. Doch auch als Erwachsene haben wir noch Stammzellen im Körper, die zum Beispiel in der Haut dafür verantwortlich sind, dass sich neue Zellen bilden. Mit zunehmendem Alter nimmt die Stammzellenzahl ab. Pflanzliche Stammzellen, die seit einigen Jahren in extrahierter Form in der konventionellen und natürlichen Kosmetik eingesetzt werden, stärken unsere hauteigenen Stammzellen, schützen und unterstützen sie in ihrer Widerstands- und Regenerationskraft. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Pflanzliche Stammzellen – Biotechnologie als Zukunft der Kosmetik?

Q

Q10
Das körpereigene Coenzym ist im Körper an diversen Prozessen beteiligt – auch bei der Abwehr von aggressiven Sauerstoffverbindungen (= freie Radikale -> Antioxidantien), die die Hautzellen schädigen können. Durch Stress, Alter und andere Faktoren nimmt Q10 im Körper ab – via Kosmetika zugeführtes Q10 soll helfen, die Haut zu schützen und jung zu halten.  In Naturkosmetik wird das Coenzym – gewonnen z.B. aus Hefestämmen – ebenfalls eingesetzt. Q10 ist aber auch in verschiedenen Lebensmitteln wie Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Q10 – Element der Erneuerung

R

Refining
So werden Kosmetika mit verfeinernder Wirkung bezeichnet, die das allgemeine Erscheinungsbild der Haut optimieren sollen.

S

Sculpting
Sculpting bedeutet so viel wie “modellierend”. Verwendet wird der Begriff für Produkte, die das Hautbild verfeinern und Cellulite mildern sollen.

Silikone
Die synthetischen Stoffe finden sich in sehr vielen konventionellen Kosmetika. Sie legen sich wie ein Film auf Haut oder Haar, geben sofort ein glattes, geschmeidiges Gefühl und lassen Haare glänzen. Auch in dekorativen Kosmetika kommen sie zum Einsatz. Sie sind in zertifizierter Naturkosmetik u.a. deswegen nicht erlaubt, weil sie keinerlei Pflegeeffekt haben und der beschriebene Film dazu führen kann, dass die Haut darunter aufquillt und spröde wird. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Du kommst hier nicht rein: Silikone

Soothing
Wie das ebenfalls gerne verwendete “Calming” liest man “Soothing” auf Produkten, die gestresste Haut beruhigen und Irritationen vorbeugen sollen.

T

Tenside
Tenside sind waschaktive Substanzen, die in Shampoos, Waschlotionen & Co. für die Reinigungswirkung und Schaumentwicklung verantwortlich sind. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung sorgen sie dafür, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie beispielsweise Öl und Wasser, fein vermengt werden können. Das Problem: Aggressive Tenside können die Haut durchlässig für Fremdstoffe machen und den natürlichen Schutzfilm angreifen. In der Naturkosmetik werden solche Tenside nicht verwendet,  meist werden Tenside auf Basis von Zucker oder Kokosfett eingesetzt. Noch mehr Infos findet Ihr in unserem Artikel: Tenside – eine saubere Sache?

Tonisierend
Bedeutet, dass Inhaltsstoffe des Produkts die Haut stärken, sie beleben und ihre Spannkraft stärken. Häufig findet man diese Bezeichnung auf Gesichtswasser (Toner), das in der Regel nach der Reinigung den Säureschutzmantel stabilisieren und die Haut für die nachfolgend aufgetragene Pflege aufnahmefähig machen soll.

V

Viskosität
Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit eines Fluids. Je niedriger die Viskosität, desto weniger zähflüssig ist das Kosmetikprodukt.

2 Gedanken zu „Kosmetik-ABC“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.