Haarpflege: Natürlicher Ersatz
für Silikone

Glattes, glänzendes Haar – der Wunschtraum nach der täglichen Wäsche. Diverse moderne Pflegeprodukte bringen uns diesem Ziel näher. Schade nur, dass viele eine Mogelpackung sind und uns den Traum vom gesunden Haar nur vorgaukeln: Sie enthalten Silikone. Dabei hat die Naturkosmetik längst Alternativen parat.

Glattes, glänzendes Haar – der Wunschtraum nach der täglichen Wäsche. Diverse  moderne Pflegeprodukte bringen uns diesem Ziel näher. Schade nur, dass viele eine Mogelpackung sind und uns den Traum vom gesunden Haar nur vorgaukeln: Sie enthalten Silikone. Dabei hat die Naturkosmetik längst Alternativen parat.

Werfen wir zunächst einen Blick auf unseren Schopf und seinen Aufbau: Haare sind im Grunde lange Hornfäden aus Keratin, die sich aus drei Schichten zusammensetzen: Die äußere Schuppenschicht, die sogenannte Cuticula, besteht  aus verhornten Zellen, die wie bei einem Tannenzapfen überlagert sind. Darunter befindet sich der Faserstamm, die Cortex. Dieser wird aus feinsten Keratin Faserbündeln geformt. Ein Zellmembrankomplex dient als Kittsubstanz, die für Reißfestigkeit und Elastizität eine wichtige Rolle spielt. Ganz im Inneren liegt schließlich das Mark in Form einer kanalförmig verlaufenden, unregelmäßigen Masse.

Gesundes Haar hat eine glatte Oberfläche und weist durch Lichtreflexion einen schönen Glanz auf. Um diesen zu bewahren, ist Vorsicht bei der Pflege geboten, denn die besondere Struktur muss Berücksichtigung finden.

So nicht: Versiegelung statt Pflege

Bei konventioneller Haarpflege sind die Tenside häufig zu intensiv, sie rauen das Haar regelrecht auf. Zum Glätten kommen dann Silikone zum Einsatz, die sich zwar als Film um jedes einzelne Haar legen, seine Struktur glätten und so für Glanz sorgen – eine Pflege- oder gar Repair-Wirkung haben sie aber nicht. Außerdem können sie dank Built-up-Effekt dicke Schichten an der Haaroberfläche bilden, die für Pflege-Wirkstoffe nahezu undurchdringlich sind.

Mehr als simple Glattmacher: Natürliche Zutaten

Milde Tenside sind ein Muss: Sie reinigen das Haar, ohne es spröde zu machen. Besonders geeignet sind Waschrohstoffe auf Protein-Fettbasis, da sie durch ihre Eiweiß-Affinität zu Haut und Haar auch einen Pflegefilm bilden. Durch das Waschen herausgelöste, strukturgebende Fette müssen ersetzt werden, um die Oberfläche zu glätten, und dem Haar muss ausreichend Feuchtigkeit zugeführt werden. Nach dem Shampoo kommt deshalb ein Conditioner als Spülung zum Einsatz: Er schließt den „Tannenzapfen“, sorgt für Kämmbarkeit und Glanz. Gleichzeitig wird im Inneren des Haares Feuchtigkeit eingeschlossen, als Schutz gegen Hitze und Schädigung.

Wie diese Vorgaben bei Naturkosmetik genau umgesetzt werden, haben wir verschiedene Hersteller gefragt:

Lavera: Erbsen für Kämmbarkeit

Bei lavera werden die Haarpflegeprodukte durch einen proteinreichen Pflanzenkomplex veredelt:  Bio-Wildrosenextrakte sorgen zusammen mit pflanzlichem Erbsenprotein für Feuchtigkeit, sie glätten und reparieren die Haarstruktur: „Bei dem eingesetzten Wirkstoff handelt es sich um einen Wirkstoffkomplex aus Erbsen-Peptid und Erbsen-Extrakt. Dieser ermöglicht die ideale Feuchtigkeitsversorgung des Haares, was die Kämmbarkeit im nassen und trockenen Zustand verbessert. Die Wirkformel ist so konzipiert, dass sich Moleküle an die Oberflächenschäden der Haare andocken, diese verschließen und ein geschmeidiges Haargefühl hinterlassen. Und das ganz ohne Silikone“, verrät Sara Honerkamp, Senior PR Manager bei Laverana.

GRN und benecos: Öle und Lipide

Auch bei GRN und benecos werden pflanzliche Zutaten anstelle von Silikon eingesetzt, zum Beispiel Arganöl: „Der hochwertige Inhaltsstoff glättet nicht nur, macht geschmeidig und besser kämmbar. Auch trockene Kopfhaut profitiert von den feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften des Öls“, so Silke Becker, Mitbegründerin und Direktorin Marketing bei cosmondial.

Zu den Zutaten in der neuen Haarpflege von GRN gehört auch Brokkolisamenöl.  Besonders wertvoll ist die darin enthaltene Erucasäure, da sie eine weichmachende Wirkung besitzt: „Diesen faszinierenden Effekt erfährt man besonders plastisch, wenn man einen Tropfen Brokkoliöl in die Hand tropfen lässt und diesen auf der Handfläche verreibt“, erklärt Silke Becker. Da das Öl nicht fettet und nicht beschwert, ist es für die Haarpflege geradezu prädestiniert. Es verleiht ähnlich wie Silikon Geschmeidigkeit und Glanz, pflegt das Haar aber gleichzeitig intensiv, spendet Feuchtigkeit und bekämpft den Frizz-Effekt.

Fast schon ein Geheimtipp: PCA Glyceryl Oleate. Hierbei handelt es sich um ein Lipid pflanzlichen Ursprungs, das konditionierende, rückfettende und antistatische Eigenschaften vereint. Es sorgt für eine unschlagbare Nasskämmbarkeit und steckt deshalb in allen GRN und benecos Shampoos. Außerdem ist Kokosglucosid, ein mildes Zuckertensid auf Basis von Kokosöl und Glucose, in allen Shampoo-Rezepturen enthalten. Es verbessert Kämmbarkeit sowie Sprungkraft und hinterlässt ein seidenweiches Haargefühl.

Speick: Guarmehl und Feldfrüchte

Auch Speick Naturkosmetik kommt gänzlich ohne beschwerende und aufziehende Silikonöle aus. „Wichtig ist für die Kämmbarkeit, dass das Haar glatt ist, so wie bei einem geschlossenen Tannenzapfen. Dann geht der Kamm gut durch, und das Licht bricht sich für den Glanz“, fasst Susanne Gans, Leiterin Labor bei Speick Naturkosmetik zusammen. „Wir setzen in unserer Haarseife ein Guarmehl ein, das das Haar umhüllt, seine Schuppenstruktur glättet und schützend gegen Haarbruch wirkt. Außerdem verwenden wir hydrolysiertes Weizenprotein, welches Festigkeit, Glanz und gute Struktur verleiht und das Haar als Konditionierer ummantelt. Beides macht das Haar nass und trocken besser kämmbar.“  Wie bei benecos und GRN kommt auch bei Speick Arganöl in die Rezepturen, da es bei einer glatten Haarstruktur zu schönem Glanz beiträgt. Außerdem unverzichtbar: Zuckerrübenextrakte. Diese Multitalente sind Feuchtigkeitsspender und Stabilisatoren, schützen gegen mechanische und chemische Schädigungen wie Hitze und verbessern sogar die Griffigkeit – Eigenschaften, die auch den Silikonen positiv angerechnet werden. Eine weitere Zutat bei Speick ist Schwarzer Haferextrakt. Dank ihm zieht ein Schutzfilm aus Sacchariden auf das Haar, der eine Austrocknung verhindert. Feuchtigkeit wird nachhaltig gebunden, die Haarstruktur gestärkt und geschützt.

Bei all dieser Vielfalt stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob Naturkosmetik Silikone ersetzen kann – sie bietet weitaus mehr als nur eine Alternative.

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