Du kommst hier nicht rein: Diethanolamin

Auch wenn das Angebot an reizfreier Pflege stetig steigt, gilt nach wie vor: Fast jedes Kosmetikprodukt, auch in der Naturkosmetik, enthält Alkohol. Die Form kann dabei jedoch variieren und der Einsatz von so manchem Hochprozentigem gibt durchaus Grund zur Sorge. Als potentielles Risiko gilt vor allem Diethanolamin, kurz DEA. Er kann die Haut reizen und in Kombination sogar krebserregend wirken.
Diethanolamin (DEA) in Kosmetik.

Meistens ist der Einsatz von Alkohol harmlos für Haut und Gesundheit. Sein schlechter Ruf eilt ihm trotzdem voraus, besonders in der Naturkosmetik, wo er ein wichtiges natürliches Konservierungsmittel ist. Dabei ist es die konventionelle Kosmetik, die nach wie vor DEA und seine Ausgangsstoffe einsetzt – jenen Alkohol, der wirklich als gesundheitsgefährdend gilt.

Wie findet man DEA in der INCI-Liste?

Diethanolamine (DEA) ist vor allem unter der Bezeichnung DEA in der INCI zu erkennen – vorangestellt ist meist ein Wort, das angibt, womit Diethanolamin reagiert hat. Bei einer Reaktion mit Fettsäuren des Kokosnussöls zu einem Derivat lautet die Bezeichnung zum Beispiel „Cocamide DEA“, Weitere Bezeichnungen sind Bis-(2-hydroxyethyl)-amin, 2,2′-Iminodiethanol, Dihydroxydiethylamin, 2,2′-Iminobisethanol, Aminodiethanol, Bishydroxyethylamin, DEA.

Was ist DEA eigentlich?

DEA ist ein farbloser, kristallartiger Stoff mit ammoniakartigem Geruch. Es handelt sich um eine organisch-chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Aminoalkohole. DEA ist als gesundheitsschädlich eingestuft.

Was bewirkt DEA und wo wird er eingesetzt?

In der Funktion eines Lösungsmittels oder Emulgators findet man DEA häufig in Reinigungsmitteln. Weitere Anwendungsbereiche sind als Weichmacher oder Feuchthaltemittel unter anderem in Schuhcremes, Bodenpflegemitteln und Kosmetika sowie Haut- und Haarpflegeprodukten. Hier kommt DEA auch zur Regulierung des pH-Wertes zum Einsatz. Als Abbauprodukt von Alkanolamiden (Reaktionsprodukten von Fettsäuren mit DEA) kann Diethanolamin  auch als nicht abreagierter Ausgangsstoff in Produkten enthalten sein.

Warum ist DEA problematisch?

Solo kann DEA bereits Hautreizungen und schwere Augenschäden verursachen. Häufig wirkt er aber zusammen mit Schadstoffen wie Nitriten, die zum Beispiel mit verunreinigten Rohstoffen in Kosmetika gelangen können. Nitritquellen sind aber auch die Konservierungsmittel 5-Brom-5-nitro-1.3-dioxan und 2-Brom-2-nitro-1.3-propandiol, die vor allem im Bereich der Shampoos verwendet werden. Bei den genannten Konservierungsmitteln wird laut europäischer Kosmetikrichtlinie vorgegeben, dass eine Nitrosaminbildung im Produkt vermieden werden muss. Das Problem dabei: Wenn ein entsprechend konservierungsmittelhaltiges Produkt und eines, das sekundäre Amine enthält, hintereinander auf die Haut kommen, können sich die Nitrosamine auch erst auf der Haut bilden. Und dann nehmen wir diese auf. Sie gelten als gesundheitsschädlich, da sie Haut und Schleimhäute reizen und Allergien auslösen können. Darüber hinaus stehen Nitrosamine im Verdacht, krebserregend zu wirken. In dieser Hinsicht konnte das Risikopotential jedoch noch nicht abschließend geklärt werden.

Unser Fazit

Allergiepotential und die Reizung von Haut und Schleimhäuten sind bereits Grund genug, einen großen Bogen um DEA zu machen. Dass die mit DEA in Verbindung stehenden Nitrosamine auch noch im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken, sollte selbst den Letzten darin bestärken, Kosmetik und Pflegeprodukte mit DEA zu meiden. Auf der sicheren Seite ist man mit zertifizierter Naturkosmetik, die bedenkliche Inhaltsstoffe wie DEA und reaktionsfreudige Konservierungsmittel nicht zulässt.

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie “Du kommst hier nicht rein”.

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