Die Undurchschaubaren

Ein schlechter Ruf hat meist irgendeinen wahren Hintergrund. Auch wenn man die genauen Details nicht kennt, ist trotzdem Vorsicht geboten – das gilt insbesondere bei kosmetischen Rohstoffen, die Zweifel hinsichtlich ihrer (Neben)Wirkungen offen lassen. Verlässliche Aussagen gibt es vor allem deshalb so wenige, weil viele chemische Zutaten nicht oder nicht ausreichend untersucht wurden.
Die Undurchschaubaren Inhaltsstoffe, Foto: PIXABAY

„Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht.“ Diese alte Redensart steht eigentlich dafür, dass man Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen ist. Im Hinblick auf Beauty-Produkte wäre es manchmal tatsächlich besser, dem Vertrauten Vorzug zu geben. Doch selbst Inhaltsstoffe, die schon seit Jahrzehnten im Einsatz sind, wurden zum Teil nie über die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbewertung hinaus untersucht. Obwohl es immer wieder Verdachtsfälle gibt, werden sie „aus Tradition“ einfach weiter eingesetzt. Ein gesundes Misstrauen wäre hier durchaus angebracht.

Status quo

Der enorme Untersuchungsbedarf stellt Behörden und Wissenschaftler vor große Aufgaben. Es müssten Unmengen an Daten erhoben werden. Aber wer tut es und wer trägt die Kosten? Um fundierte Kenntnisse im erforderlichen Umfang zu erhalten, müssen wir uns vermutlich noch viele Jahre gedulden.

Bis es so weit ist, werten Institute wie ÖKOTEST Rohstoffe ab, die unter Verdacht stehen, krebserregend, hautreizend oder in anderer Art gesundheitsgefährdend zu sein. Von Aluminium über Formaldehyd, synthetische Duftstoffe und DEET bis hin zu Silikonen und Paraffinen reicht die lange Liste der „Undurchschaubaren“. Weil man ihnen schlichtweg nicht trauen sollte, gibt es auf naturalbeauty.de eine eigene Kategorie, die sich diesen zweifelhaften Stoffen ausgiebig widmet: Unter Du kommst hier nicht rein, findet Ihr Steckbriefe, die im Detail verraten, wie man bedenkliche Rohstoffe in Kosmetik enttarnt. Dazu gibt’s Infos zu Beschaffenheit, Wirkung sowie Einsatzgebieten und natürlich, warum sie so problematisch sind.

Was kann man selbst tun?

Um sicher zu gehen, dass ein Produkt unbedenklich ist, hilft es nur, die einzelnen Inhaltsstoffe aus der INCI unter die Lupe zu nehmen – oder auf zertifizierte Naturkosmetik zu setzen. Anstelle von über 6.000 Inhaltsstoffen, die in konventioneller Kosmetik zugelassen sind, erlaubt der BDIH-Standard für kontrollierte Naturkosmetik beispielsweise nur 690 Zutaten, die in der Positivliste geführt werden. In Bio-Beauty kommen ausschließlich natürliche Alternativen zu bedenklichen Rohstoffen zum Einsatz. Viele von ihnen stammen aus Heilpflanzen, die ihre positiven Wirkungen zum Teil schon seit Jahrtausenden unter Beweis stellen und zudem gut untersucht sind. Warum also überhaupt Risiken eingehen???

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