Du kommst hier nicht rein: Triphenylphosphat

Eine Hiobsbotschaft für die Frauen: Ein Forscherteam der Duke University und der amerikanischen Environmental Working Group hat bei der Untersuchung von rund 3.000 Nagellacken Triphenylphosphat in gut der Hälfte der Proben nachgewiesen. Was jedoch noch viel schlimmer ist: Die chemische Substanz konnte auch im Körper nachgewiesen werden.
Titelbild: Du kommst hier nicht rein: Triphenylphosphat, Foto: PIXABAY
Wie findet man Triphenylphosphat in der INCI-Liste?                                         

Triphenylphosphat verbirgt sich hinter den Bezeichnungen TRIPHENYL PHOSPHATE; PHOSPHORIC ACID, TRIPHENYL ESTER; TPP; PHOSFLEX TPP; CELLUFLEX TPP; DISFLAMOLL TP; REOLUBE TPP und REOMOL TPP.

Was ist Triphenylphosphat eigentlich?

Triphenylphosphat (kurz TPP oder TPHP) ist eine farblose, geruchlose chemische Verbindung. Sie ist im Reinzustand fest und besteht aus kleinen Plättchen in Kristallform.

Was bewirkt Triphenylphosphat und wo wird es eingesetzt?

Das Haupttalent von Triphenylphosphat ist sein Einsatz als Weichmacher in Kunststoffen, Plastiktüten und Lacken. Es sorgt für eine gute Elastizität und damit für lange Haltbarkeit. Damit findet TPP auch in Rezepturen von Nagellacken nicht selten Verwendung – insbesondere in Klarlacken. Außerdem wird es in Hydraulikölen und Schmiermitteln eingesetzt und fungiert zum Beispiel in der Automobilindustrie als Flammschutzmittel.

Warum ist Triphenylphosphat problematisch?

Der Weichmacher steht unter Verdacht, den menschlichen Stoffwechsel zu beeinträchtigen und soll dafür sorgen, dass Fett und Kalorien schlechter abgebaut werden. TPP kann die Gewichtszunahme verstärken und das Risiko für Fettleibigkeit erhöhen. Aber damit nicht genug: Es wirkt auch als sogenannter endokriner Disruptor auf unser Hormonsystem. Dadurch kann TPP sogar die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Wo wir bislang oft nur vermuten konnten, dass schädliche Stoffe über die Oberfläche von Haut und Nägeln in unseren Körper gelangen, geht die aktuelle US-Studie einen Schritt weiter: Um zu beweisen, dass TPP durch die Verwendung von Nagellack in den Körper eindringt, untersuchten die Forscher den Urin von 26 Probandinnen. Das Ergebnis lässt keine Zweifel: Der DPHP-Wert (ein Stoffwechselprodukt, das sich im Körper als Reaktion auf den Weichmacher bildet), war 10 bis 14 Stunden nach dem Auftragen des Lackes um das Siebenfache erhöht.

Unser Fazit

Finger weg! Selten war ein Risiko so deutlich nachweisbar, wie im Fall von Triphenylphosphat. Dieser Stoff hat ganz klar negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit – und das sollte uns ein wenig Farbe auf den Nägeln nun wirklich nicht Wert sein! Die Gefahren von TPP werden übrigens 2016 unter REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) auch im Rahmen der Stoffbewertung von Großbritannien geprüft. Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse – auf dass dieser Weichmacher endlich für den Einsatz in Kosmetika verboten wird!

Unsere Wahl in Sachen Nagellack fällt weiterhin klar auf die natürlichen Alternativen. Mittlerweile sind neben 3-free und 5-free Varianten nämlich sogar zertifizierte Klar- und Farblacke erhältlich…

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie „Du kommst hier nicht rein“.

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5 Gedanken zu „Du kommst hier nicht rein: Triphenylphosphat“

  1. Na ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt. Aber wenn man sieht, wieviele erwiesenermaßen schädlichen Inhaltsstoffe bei Kosmetik noch immer zugelassen sind, habe ich nicht viel Hoffnung, dass da allzu bald etwas passieren wird. 🙁

    LG Michaela

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