Du kommst hier nicht rein: Sodium Laureth Sulfate

Ob beim Haare waschen, Duschen oder Baden: Die meisten Menschen kommen täglich mit Sodium Laureth Sulfate in Kontakt. In den Zutatenlisten der meisten konventionellen Reinigungsprodukte steht diese Waschsubstanz nämlich ganz weit oben. Ein sauberes Image hat der Schaumbildner allerdings nicht: Er reizt die Haut und steht sogar im Verdacht, Krebs zu begünstigen…
Sodium Laureth Sulfate, Foto: PIXABAY
Wie findet man Sodium Laureth Sulfate in der INCI-Liste seiner Kosmetik?

Das ist in diesem Fall zum Glück ganz einfach, da der Name in der Zutatenliste genau der Gleiche ist: Sodium Laureth Sulfate. Alternative Begriffe oder enge Verwandte sind z. B. Sodium Lauryl Sulfate, Natrium Alkyloxysulfuricum, Natriumdodecylpoly-Oxyethylen, Ethersulfat, Natriumlaurethsulfat, Natriumlaurylethersulfat und Natriumpolyoxyethylen (1-4)dodecylethersulfat.

Was ist Sodium Laureth Sulfate eigentlich?

Bei dieser Chemikalie handelt es sich um eine Reinigungssubstanz, die aus Laurylalkohol und dem Erdöl-Abkömmling Ethylenoxid hergestellt wird. Das englische Wort Sodium steht übrigens für Natrium, Sulfate für Schwefelsäure, die ebenfalls Bestandteile dieser Verbindung sind.

Was bewirkt Sodium Laureth Sulfate und wo wird es eingesetzt?

Während die meisten chemischen Stoffe klare Vorlieben zeigen, indem sie entweder nur mit Wasser oder ausschließlich mit Fett reagieren, ist Sodium Laureth Sulfate gut Freund mit beiden. Das ist natürlich höchst praktisch, wenn es darum geht, Salatöl-Flecken aus einer Jeans oder überschüssigen Talg von Haut und Haaren zu lösen. Hinzu kommt, dass diese Waschsubstanz wenig kostet, in großen Mengen produziert werden kann und wunderbar schäumt. Deshalb ist Sodium Laureth Sulfate das am häufigsten eingesetzte Tensid in konventionellen Shampoos, Schaumbädern, Flüssigseifen und Zahncremes. Außerdem wird es in Autowaschanlagen, Flüssigwaschmitteln und zum Entfetten von Industriemaschinen verwendet.

Warum ist Sodium Laureth Sulfate problematisch?

Watteweiche Schaumberge, die sanft über die Haut gleiten und obendrein selbst hartnäckige Schmutzpartikel kinderleicht entfernen, sind zwar toll in der Anwendung, schießen aber in ihrer Gründlichkeit oft weit übers Ziel hinaus: Da Sodium Laureth Sulfate mit den Proteinbausteinen unserer Zellen reagiert, lässt es Hornschicht und Haare aufquellen, so dass oft deutlich mehr Fett entfernt wird, als gut ist. Die Haut wird spröde, kann jucken, schuppen und sich röten. Im Mund bilden sich manchmal wunde Stellen.

Doch das ist noch längst nicht alles: Bei der Herstellung von Sodium Laureth Sulfate entsteht krebserregendes Dioxan, das in den 1980er Jahren in extrem hohen Mengen in Reinigungs-Produkten nachgewiesen werden konnte. Die Kommission für kosmetische Erzeugnisse am Bundesgesundheitsamt hat daraufhin veranlasst, dass die Hersteller den Produktionsprozess verändern mussten, um die Menge drastisch zu reduzieren. Ein Restgehalt von maximal 10 mg Dioxan pro Kilo Erzeugnis gilt als technisch nicht vermeidbar und wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, so dass ein mögliches Krebsrisiko durch Sodium Laureth Sulfate heutzutage vom Tisch sein soll. Trotzdem kommt es leider immer mal wieder vor, dass Kosmetikprodukte diesen Grenzwert überschreiten.

Unser Fazit

Hautärzte weisen immer wieder darauf hin, dass viele Haut- und Haarprobleme durch zu aggressive Reinigung verursacht werden. Die Waschsubstanz Sodium Laureth Sulfate, die in konventionellen Schaumbädern, Duschgelen und Shampoos gleich nach Wasser den absoluten Löwenanteil ausmacht, dürfte an dieser Misere nicht ganz unschuldig sein. Dass es auch anders geht, beweist Naturkosmetik. Statt mit chemischen Keulen säubern Bio-Reinigungsprodukte mit sanften Zucker- und Kokostensiden oder waschaktiven Aminosäuren, die z. B. aus Hafer-Eiweiß gewonnen werden. Sie schäumen zwar etwas weniger als Sodium Laureth Sulfate, sind dafür aber gesundheitlich unbedenklich, verträglich und auch ökologisch betrachtet eine rundum saubere Sache.

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie “Du kommst hier nicht rein”.

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12 Gedanken zu „Du kommst hier nicht rein: Sodium Laureth Sulfate“

  1. Sodium Laureth Sulfat (SLS) ist nicht krebseregend. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien dazu. Wer das Gegenteil behauptet: bitte schickt einen Link.

    Laut https://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/lauryl.shtml (von der TU Berlin) wird hier “verteufelt”, von Seiten die “zu angeblich “unabhängigen” Vertriebsagenten von angeblichen “Öko-” oder “Natur”produkten gehören”. Dies ist nur ein Zitat.

    Sehr auffällig.

    Genau so auffällig, wie wenn dieser Kommentar gelöscht wird.

    1. Hallo Max,
      danke für deinen Kommentar. Bei der Herstellung von Sodium Laureth Sulfate entsteht krebserregendes Dioxan (Studie: http://dels.nas.edu/resources/static-assets/materials-based-on-reports/reports-in-brief/dioxin_brief_final.pdf). Ein Restgehalt in Kosmetikprodukten von maximal 10 mg Dioxan pro Kilo Erzeugnis gilt als technisch nicht vermeidbar und wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, so dass ein mögliches Krebsrisiko durch Sodium Laureth Sulfate heutzutage vom Tisch sein soll. Trotzdem kommt es leider immer mal wieder vor, dass Kosmetikprodukte diesen Grenzwert überschreiten. Auch auf der Seite der TU-Berlin steht im Fazit: “Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Substanzen völlig harmlos und ihre Verwendung in jeder Hinsicht unbedenklich wäre.”
      Auf der sicheren Seite ist man also nur, wenn man um Produkte mit Sodium Laureth Sulfat (SLS) einen Bogen macht – aber das darf natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

  2. “mit sanften Zucker- und Kokostensiden”…
    Ich erkläre euch, warum genau das Natriumlaurethsulfat ein Kokostensid ist.
    Die Tensidsynthese ist großer Bestandteil der Oleochemie (Fettchemie), die verwendeten Fette stammen meist aus eben diesen Kokos- oder Palmfetten, ein anderes Beispiel wäre Rapsöl. Kokosöl ist sehr reich an den sog. “Laurics”, C12-C14 Carbonsäuren an Glycerin gebunden. Diese Fette werden nun zu den Fettsäuren hydrolysiert oder zu Fettsäuremethylestern umgeestert. Eine weitere Hydrierung ergibt den dementsprechenden Fettalkohol, in diesem Falle das Dodecanol (siehe Wikipedia-Artikel). Entweder wird direkt durch Sulfierung und anschließender Neutralisation mit Natronlauge das Natriumlaurylsulfat (https://de.wikipedia.org/wiki/Natriumlaurylsulfat) oder der Fettalkohol wird mit Umsetzung von Ethylenoxid noch weiter Polymerisiert, um dann zum Tensid in gleicher Weise wie beim Natriumlaurylsulfat umgesetzt zu werden.

    Und da ihr mit dem Hinweis auf die Kokostenside verweist, dass diese wesentlich sanfter seien, schaut euch doch bitte einmal die Sicherheitshinweise von Natriumlaurylsulfat an.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Natriumdodecylpoly(oxyethylen)sulfat

    1. Den Begriff Kokostenside verwenden wir redaktionell, ebenso wie die Naturkosmetikindustrie, ausschließlich für Tenside, deren natürliche Basis Kokosöl ist und in der INCI in Ihrem Namen den Begriff „Coco“ tragen, zum Beispiel Coco Glucosid, ein mildes Tensid aus Kokosöl und Glucose. Diese sind in zertifizierter Naturkosmetik zugelassen.

      Leider wird auch Sodium Laureth Sulfat manchmal als Kokostensid bezeichnet, da es in seinem Ursprung auf Kokosöl basiert. Sein Ausgangsprodukt Dodecanol wird jedoch auf industriell synthetische Weise aus Kokos- oder Palmkernöl hergestellt. Die weitere Herstellung erfolgt ebenfalls durch synthetische Schritte, wobei das Tensid zuletzt ethoxyliert wird. Sodium Laureth Sulfate sind im Gegensatz zu den eigentlichen Kokostensiden grundsätzlich nicht Naturkosmetik konform.

  3. … vielleicht sollte man generell häufiger auf Seife verzichten. Ich dusche seit Jahren ohne und habe dennoch Kontakt zu anderen Menschen…
    Sobald ich SLS haltige Zahncreme nutze bekomme ich Aften im Mund. Sehr unangenehm. Ohne solche Zusatzstoffe habe ich nichts. Warum müssen so starke Produkte angewendet werden? Sind wir alle soooo dreckig?

    1. Hallo!
      Schon mal von Ringana Frischekosmetik gehört?
      Ringana produziert Kosmetik ohne Konservierungsstoffe und ohne bedenkliche Inhaltsstoffe.
      Statt Zahncreme bieten sie ein Zahnöl an, vielleicht wär das etwas für dich.
      Liebe Grüße, Susanne

  4. Just unter dem Artikel ist eine Anzeige “Garantiert ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sind die Produkte unserer sorgfältig ausgewählten Partner, die alle zertifizierte Naturkosmetik anbieten:” Genannt wird unter anderem die Firma Speick (https://naturalbeauty.de/brands/markenportraits/speick/).

    Genau bei meinem Speick-Duschgel (https://www.speick.de/de/produkte/natural/produkt/deo-dusch.html) habe ich aber Sodium Laureth Sulfate an zweiter Stelle bei den Inhaltsstoffen gefunden. Die Speick-Produktinformation (https://www.speick.de/files/speick/stories/products/natural/pdf/ProdInfo_148.pdf) bezeichnet es als “Waschrohstoff (pflanzliche Basis)”. Das Produkt ist auch nicht als Naturkosmetik zertifiziert, lediglich einzelne Stoffe wie der Speick-Extrakt sind aus kbA oder kontrolliert biologischer Wildsammlung. Ferner wirbt Speick gut sichtbar damit, dass das Produkt 100% frei ist von Rohstoffen auf Mineralölbasis.

    Verwendet Speick eine spezielle Form von Sodium Laureth Sulfate, die unbedenklich ist? Oder hat die Firma es zu Unrecht in mein Badezimmer und euer Partnerprogramm geschafft? Ich bin jetzt etwas verwirrt und bekomme diesen Artikel hier mit den Angaben von Speick nicht widerspruchslos zusammen.

    1. Lieber Timo,
      vielen Dank für Deine Kritik. Wir haben diese an SPEICK weitergeleitet, damit das Unternehmen sich selbst dazu äußern kann.
      Wir nehmen uns natürlich auch Deine Kritik an unserem Hinweis zu Herzen und sehen ein, dass man diesen falsch verstehen kann. Wir werden daher zeitnah eine Änderung daran vornehmen, der deutlicher macht, dass nur die zertifizierten Produkte unserer Partner garantiert ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sind. Allgemein gilt jedoch, dass alle unsere Partner sich der zertifizierten Naturkosmetik verschrieben haben und nicht zertifizierungsfähige Produkte, falls überhaupt vorhanden, eine Ausnahme im ansonsten rein natürlichen Sortiment bilden.
      Liebe Grüße,
      Dein naturalbeauty.de-Team

      1. Nun, ein Monat ist vergangen und nichts ist passiert… offensichtlich ist SPEICK nicht besonders an Aufklärung interessiert. Zum Glück gibt es ja noch andere Anbieter… danke, dass ihr den Text der Anzeige angepasst habt!

    2. Lieber Timo,

      vielen Dank für dein kritisches Feedback und entschuldige bitte, dass wir uns erst jetzt dazu melden. Unser Speick Natural Deo Dusch erfreut sich seit vielen Jahrzehnten größter Beliebtheit und wird nach wie vor in der bewährten, ursprünglichen Formulierung produziert. Als wir das Speick Natural Deo Dusch vor 40 Jahren entwickelt haben, war die Auswahl an pflanzenbasierten Rohstoffen sehr begrenzt. Die Rezeptur wurde zu dieser Zeit mit den natürlichsten Rohstoffen entwickelt, die der Rohstoffmarkt zu bieten hatte. Natürlich haben sich die Zeiten geändert und mittlerweile ist sehr genau definiert, was unter Naturkosmetik zu verstehen und in dieser zugelassen ist.

      Bei dem in unserem Speick Natural Deo Dusch verwendeten Sodium Laureth Sulfate handelt es sich um einen zugelassenen, als sicher bewerteten und zudem bewährten kokosölbasierten Waschrohstoff. Diesen setzen wir in höchster Reinheit ein, um mögliche negative Begleiterscheinungen durch unerwünschte Spuren, die hier prozessbedingt enthalten sein könnten, zu vermeiden.

      Um dennoch eine Alternative anbieten zu können, die ohne das Sodium Laureth Sulfate auskommt, haben wir unserem Speick Natural Deo Dusch eine Sensitiv-Variante an die Seite gestellt. Beim Speick Natural Duschgel Sensitiv handelt es sich um eine moderne Formulierung unseres Deo Dusch-Klassikers mit den gleichen Wirk- und Pflegezusätzen, bei dem das Sodium Laureth Sulfate durch einen anderen Rohstoff ersetzt wurde.

      Sodium Laureth Sulfate wird darüber hinaus bei keinem unserer später entwickelten Produkte mehr eingesetzt.

      Solltest du ein Produkt bevorzugen, das auf den Einsatz von Sodium Laureth Sulfate verzichtet, empfehlen wir dir, unser Speick Natural Duschgel Sensitiv zu testen. Darüber hinaus findest du in unserem Produktportfolio viele Duschgele oder Dusch- und Badeseifen, die COSMOS-zertifiziert sind.

      Bei weiteren Fragen zu unseren Produkten oder den Inhaltsstoffen stehen wir dir jederzeit gerne zur Verfügung!

      Viele Grüße
      Dein Team von SPEICK Naturkosmetik

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