Du kommst hier nicht rein: Silikone

Glänzend, glatt und haltbar: Die Vorteile von Silikonen für Haare, Haut und Make-up liegen auf der Hand. Kein Wunder, dass dieser Stoff in herkömmlicher Kosmetik so häufig Verwendung findet, zumal er herrlich günstig ist. In echter Naturkosmetik ist er aber tabu – und das aus gutem Grund.
Du kommst hier nicht rein: Silikone, Foto: PEXELS
Wie findet man Silikone in der INCI-Liste?

Cyclomethicone, Dimethicone, Amodimethicone: Silikone verbergen sich in der INCI-Liste unter den verschiedensten Namen. Die meisten erkennt man an der Endung -cone.

Was sind Silikone eigentlich?

Silikone sind vollsynthetische Stoffe, molekulare Verbindungen von Silicium und Sauerstoff, die mit Hilfe von chloriertem Kohlenwasserstoff hergestellt werden.

Was bewirken Silikone und wo werden sie eingesetzt?

Genau wie Mineral- und Paraffinöl besitzen Silikone keinerlei pflegende Eigenschaften, werden aber gern als Weichmacher eingesetzt, die beim Auftragen z.B. einer Creme sofort ein Gefühl von geschmeidiger Haut verleihen. In der konventionellen Haarpflege enthalten etwa 50 Prozent der Shampoos und sogar 90 Prozent der Conditioner Silikone. Denn hier legt sich der Film um jedes einzelne Haar, glättet seine Struktur und sorgt so für Glanz. Das dritte Einsatzgebiet der Silikone ist die dekorative Kosmetik. Hier sorgen sie dafür, dass sich Foundation, Lippenstift und Co. geschmeidig auftragen lassen und lang an Ort und Stelle bleiben. Insbesondere „flüchtige“ Silikone werden gern verwendet. Kommen diese mit der warmen Haut in Kontakt, verdunstet der cremige Anteil des Produktes und zurück bleiben die festen, pudrigen Farbpigmente.

Warum sind Silikone problematisch?

Auf der Haut täuschen die feinen Silicium-Sauerstoff-Einheiten den Pflegeeffekt nur vor, indem sie sich wie ein Film auf die Hautoberfläche legen. Darunter wird die Feuchtigkeit zwar wirksam eingeschlossen, kann sich aber auch stauen, wodurch die Haut unter dem Silikonfilm aufquillt und spröde wird. Ein Effekt, den sich niemand von seiner Pflege wünscht. Strapaziertes Haar verschönern Silikone zwar optisch, indem sie Spliss versiegeln, einen echten Repair-Effekt haben sie aber nicht. Einige der in der dekorativen Kosmetik eingesetzten flüchtigen Silikone sind als lebergiftig eingestuft und haben deshalb auf unserer Haut gar nichts verloren.

Laut Umweltbundesamt ist auch die Belastung der Umwelt durch silikonhaltige Kosmetik nicht unerheblich: Denn was davon täglich beim Duschen abgespült und via Abwasser in die Kläranlagen befördert wird, ist biologisch nicht abbaubar und gelangt zu etwa 50 Prozent mit dem Stickstoff- und phosphorhaltigen Klärschlamm als Dünger in die Landwirtschaft – und von dort schließlich in Flüsse, Seen und nicht zuletzt in unser Grundwasser.

Unser Fazit

Dinge, die weder pflegen noch reparieren, stattdessen unsere Gesundheit und die Umwelt gefährden, haben in Kosmetik nichts zu suchen. Silikone müssen draußen bleiben!

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie „Du kommst hier nicht rein“.

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