Du kommst hier nicht rein: Parabene

Parabene werden als Konservierungsstoffe in konventioneller Kosmetik, in Medikamenten und Lebensmitteln eingesetzt – in zertifizierter Bio-Beauty dagegen nie. Der Grund: mögliche Risiken und Nebenwirkungen…
Du kommst hier nicht rein: Parabene, Foto: PIXABAY
Wie findet man Parabene in der INCI-Liste?

Unter den Bezeichnungen Methylparaben, Etyhlparaben, Propylparaben, Butylparaben, Isobutylparaben, Isopropylparaben und Phenylparaben. Weitere Synonyme: Metagin, Propagin, Oxybenzoesäure/Oxybezoat, Hydroxybezoesäure/Hydroxybenzoat, PHB und Parahydroxybenzoat.

Was sind Parabene eigentlich?

Parabene sind Ester der para-Hydroxybenzoesäure (PHB-Ester). Sie kommen auch in der Natur in Pflanzen wie Karotten oder Blaubeeren vor, werden aber wegen des zu hohen Extraktions-Aufwands synthetisch produziert.

Was bewirken Parabene und wo werden sie eingesetzt?

Parabene finden sich weltweit und schon seit vielen Jahrzehnten in zahlreichen Kosmetika, von der Gesichtscreme über Deo und Shampoo bis hin zu Make-up und Sonnenschutzmittel. Weil sie das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien wirksam verhindern, sind sie eines der gebräuchlichsten Konservierungsmittel in konventioneller Kosmetik. Doch nicht nur dort: Auch in Pharmazeutika und Lebensmitteln (hier als Zusatzstoffe E 214 bis E219 gekennzeichnet) findet man die haltbarmachenden Stoffe. Schuhputzmittel und im technischen Bereich eingesetzte Öle und Fette können damit ebenfalls konserviert werden.

Warum sind Parabene problematisch?

Immer wieder propagieren einzelne Wissenschaftler, dass Parabene wegen ihrer dem weiblichen Hormon Östrogen ähnlichen Aktivität problematische Nebenwirkungen haben können. Am meisten Aufsehen erregte 2004 eine britische Studie, die einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Verwendung parabenhaltiger Deodorants herstellte. Damals erließ die Deutsche Krebsgesellschaft eine vorsorgende Warnung an Frauen, auf parabenhaltige Deos zu verzichten. Weil allerdings die britische Studie keine ganz nachvollziehbaren Zusammenhänge herstellen konnte und bislang immer noch nicht genug Daten vorliegen, ist eine fundierte Risikoeinschätzung von offizieller Seite zumindest für Butyl- und Propylparabene nicht möglich (siehe Gutachten des Bundesinstituts für Risikoforschung).

…und die andere Seite?

Verfechter des umstrittenen Konservierungsmittels argumentieren, dass die östrogene Wirkung schwach und damit irrelevant sei. Andererseits existieren offizielle Grenzwerte für den Einsatz verschiedener Parabene in Kosmetika, die auf der in Tierversuchen festgestellten hormonbeeinflussenden Wirkung basieren. Eine Studie des BUND macht allerdings darauf aufmerksam, dass jedes dritte konventionelle Kosmetikprodukt in Deutschland diese Konserverierungsstoffe enthält und wir ja von der Tagescreme übers Duschgel bis hin zur Zahnpasta mehrere Produkte täglich benutzen, so dass sich allein dadurch die Aufnahme von Parabenen deutlich erhöhen kann.

Es gibt also verschiedene Faktoren, die gegen einen unbedenklichen Einsatz am eigenen Körper sprechen. Verstärkt werden diese durch eine Studie der University of Reading, veröffentlicht im Januar 2012. Darin wurden Brustkrebstumore von 40 Frauen untersucht. In praktisch allen (99 Prozent) wurden Parabene gefunden. Bemerkenswert dabei: Nicht alle der Frauen benutzten parabenhaltige Deodorants. Was heißt, dass nicht wie früher vermutet allein die örtliche Nähe zur Brust die mögliche Wirkung der Parabene begründet. Auch auf anderem Wege in den Körper aufgenommene Parabene müssen eine Rolle spielen. Kosmetika? Lebensmittel? Hier besteht noch viel Forschungsbedarf. In Dänemark hat man bereits reagiert: Hier sind Parabene zumindest in Kinderkosmetika verboten.

Parabene gelten darüber hinaus als Kontaktallergene. Ihr Allergiepotential ist offiziellen Untersuchungen zufolge aber eher gering und niedriger als das anderer Konservierungsmittel. Nach aktuellen Daten des Informationsverbundes dermatologischer Kliniken “treten Parabene nur selten als Verursacher von Kontaktsensibilisierungen auf Kosmetika in Erscheinung”.

Unser Fazit

Ob die Bedenken bis ins letzte Detail tatsächlich begründet sind oder nicht: Solange wir in echter Naturkosmetik eine parabenfreie Alternative haben, müssen und wollen wir kein Risiko für unsere Gesundheit eingehen.

Weitere interessante Folgen unserer Serie über Problemstoffe:  Aluminium, Paraffine, Silikone, Phtalate, Ammoniak, Azofarbstoffe und EDTA.

Garantiert ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sind die Produkte unserer sorgfältig ausgewählten Partner, die alle zertifizierte Naturkosmetik anbieten: PRIMAVERAalverdefarfallaSPEICK und marie w.

2 Gedanken zu „Du kommst hier nicht rein: Parabene“

  1. Finde ich einen zeimlich bedenklichen Trend, der die Naturkosmetik da verfolgt. Bekanntlich sind Parabene die Konservierungsmittel mit der geringsten allergenrate. Alkohol und andere gängige Konservierungsmittel sind gerade für sensible haut viel schlimmer als ein Rohstoff dessen unverträglichkeiten nie wirklich wissenschafltich erwisen wurde. Wie richtig erwähnt befinden sich Parabene in vielen natürlichen Lebensmittel, sollten deshalb Karotten, Blaubeeren oder Käse verboten werden?
    Wissenschaftler forschen seit Jahren an dem Gebiet und noch wurden keine nennenswerte negativen Erkenntnisse gemacht. Etwas selbstkritischer solche Artikel schreiben, wäre ab und zu durchaus angebracht 😉

    1. Lieber Ivo,
      vielen Dank für den kritischen Kommentar. Bei Parabenen handelt es sich um einen Konservierungsstoff mit geringem Allergiepotential, dessen mögliche Risiken und Nebenwirkungen allerdings nicht vollständig geklärt sind. Vorsicht ist daher durchaus geboten. Dass auch natürliche Alternativen wie zum Beispiel (Bio-)Alkohol sensible Haut reizen können, darüber informieren wir ebenfalls. Das Risiko einer hormonartigen Wirkung besteht hier jedoch nicht. Weitere interessante Artikel zum Thema: Inhaltsstoffe: Ist weniger wirklich mehr? und Natürliche Konservierungsstoffe: So bleibt Bio-Beauty frisch. Am Ende entscheidet natürlich jeder selbst, welche Pflegeprodukte zur eigenen Haut passen, welche Konservierungsstoffe akzeptabel und vor allem verträglich sind.
      Liebe Grüße, dein naturalbeauty-Team

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