Du kommst hier nicht rein: Halogenorganische Verbindungen

Zahnpasta, Seife, Shampoo: Halogenorganische Verbindungen werden in diversen konventionellen Kosmetika wegen ihrer konservierenden und antimikrobiellen Wirkung eingesetzt. In Naturkosmetik sind sie verboten. Warum?
Du kommst hier nicht rein: Halogenorganische Verbindungen, Foto: PIXABAY
Wie findet man halogenorganische Verbindungen in der INCI-Liste?

Viele halogenorganische Verbindungen kann man am Namens-Bestandteil Bromo, Iodo oder Chloro erkennen – wie zum Beispiel Chloroacetamide, Iodopropynyl. Weitere Bezeichnungen sind u.a. Triclosan, Climbazol, Ceteareth-Phosphate, Butyl-Carbamate.

Was sind halogenorganische Verbindungen eigentlich?

Halogenorganische Verbindungen sind eine Gruppe von mehreren tausend Stoffen mit mindestens einem Atom der Halogene Chlor, Brom, Jod oder Fluor. Sie können sowohl aus natürlichen Quellen stammen als auch synthetisch hergestellt werden.

Was bewirken halogenorganische Verbindungen und wo werden sie eingesetzt?

Als Konservierungsstoff und aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung kommen halogenorganische Verbindungen in diversen konventionellen Kosmetika zum Einsatz. Man findet sie in Haarwachs und Handcremes ebenso wie in Deodorants und Bodylotions. Climbazol, das die Vermehrung von Pilzen behindert, ist zum Beispiel eine häufige Zutat in Antischuppen-Shampoos. Und Triclosan ist aufgrund seiner Effizienz als Bakterienhemmer in den INCI-Angaben von Anti-Pickelstiften ebenso zu finden wie in Zahnpasta, Seife und Rasiercreme – in Haushaltsreinigern und Waschmitteln übrigens auch. In abgewandelter Form können halogenorganische Verbindungen auch in Farben, Lacken und Klebstoffen enthalten sein.

Warum sind halogenorganische Verbindungen problematisch?

Nicht nur für eine halogenorganische Verbindung wurde die Verwendung in Kosmetika vom Gesetzgeber eingeschränkt. So auch bei Climbazol, das wie erwähnt häufig auf den INCI-Listen von Antischuppen-Shampoos zu finden ist. Die Verbindung kann, wenn sie  vom Körper aufgenommen wird, Chlorphenol abspalten. Und das wiederum steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Trotzdem wurde Climbazol vom Bundesministerium für Verbraucherschutz im September 2007 nicht generell zum Einsatz in  Kosmetika verboten, sondern – in Befolgung einer EU-Richtlinie – nur mengenmäßig begrenzt auf nicht mehr als 0,5 Prozent Anteil am Kosmetikprodukt.

Auch bei Triclosan ist die Einsatzkonzentration in Kosmetika gesetzlich begrenzt. Der Grund: Der “Bakterienkiller” wird als Kontaktallergen eingestuft. Er kann außerdem über die Haut in den Körper eindringen und sich im Fettgewebe des Körpers anreichern. Sogar in Muttermilch wurde diese halogenorganische Verbindung schon mehrfach nachgewiesen. Weil Triclosan so weite Verbreitung findet und biologisch sehr schwer abbaubar ist, stellt es auch eine enorme Umweltbelastung dar.

Ähnliches gilt auch für andere halogenorganische Verbindungen: Sie können sich im Gewebe anlagern und nicht wenige verfügen über ein hohes Allergiepotenzial. Und so ziemlich alle reichern sich in der Umwelt an.

Unser Fazit

Weil es auch ohne geht, wollen wir keine halogenorganischen Verbindungen in Kosmetika. Zum Glück sind diese bedenklichen Inhaltsstoffe in echter Naturkosmetik verboten. Um zu konservieren, greift man hier auf Methoden zurück wie die Verwendung natürlicher Konservierungsstoffe und Antioxidantien, den Einsatz konzentrierter, unverdünnter Rohstoffe und natürlich besonders strenge Vorgaben für die keimfreie Produktion von Kosmetika.

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie “Du kommst hier nicht rein”.

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