Du kommst hier nicht rein: Climbazol

Wenn die Kopfhaut kribbelt und weiße Flöckchen herabrieseln, würde man fast alles tun, damit dieser Zustand wieder aufhört. Doch der Griff zum Anti-Schuppen-Shampoo ist nicht immer harmlos: Der konventionelle Wirkstoff Climbazol kann Krebs erregen und belastet die Umwelt. In Naturkosmetik ist er zum Glück tabu.
Du kommst hier nicht rein: Climbazol Bild: pixabay
Wie findet man Climbazol in der INCI-Liste?

Diese Substanz in der Zutatenliste zu entdecken, ist zum Glück auch für den Laien ganz einfach, denn ihrem Namen wird lediglich ein „e“ angehängt: Sie heißt Climbazole.

Was ist Climbazol eigentlich?

Hinter Climbazol verbirgt sich ein chemisches, weiß-grau gefärbtes Pulver mit einem stechenden Geruch. Es gehört zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen, zu denen auch andere kosmetische Problemstoffe wie etwa der Bakterienkiller Triclosan zählen. Charakteristisch für diese Stoffe ist, dass sie mindestens ein Chlor-, Jod-, Fluor- oder Brom-Atom enthalten.

Was bewirkt Climbazol und wo wird es eingesetzt?

Da Climbazol antimykotisch wirkt, gilt es als einer der beliebtesten Wirkstoffe gegen fettige Schuppen. Während die meisten Menschen wenig davon mitbekommen, dass ihre Kopfhaut sich alle 28 Tage erneuert, sorgt bei knapp 30 Prozent der Deutschen nämlich ein bestimmter Hefepilz, der Malassezia heißt, für Unruhe. Der lebt zwar auch auf jeder gesunden Kopfhaut, kann aber bei zu starker Talgproduktion außer Kontrolle geraten. Die Hornzellen verkleben mit dem Fett, bieten dem Pilz dadurch jede Menge Nahrung – und er reizt die Kopfhaut. Genau an diesem Punkt setzen die meisten konventionellen Kosmetikhersteller an, indem sie Malassezia mit Wirkstoffen wie Climbazol in die Schranken weisen. Auch in Pflegeprodukten, die Fuß- oder Nagelpilz vorbeugen sollen, und Feuchtreinigungstüchern wird diese Substanz manchmal eingesetzt.

Warum ist Climbazol problematisch?

Climbazol hemmt zwar zuverlässig die Schuppenbildung – hat aber bedenkliche Nebenwirkungen. Zum einen kann diese Chemikalie Allergien hervorrufen und die Haut irritieren, weil sie die natürliche Bakterienflora aus dem Gleichgewicht bringt. Zum anderen greift sie die Eiweißbausteine unserer Zellen an und spaltet dabei giftiges Chlorphenol ab, das bewiesenermaßen die Entstehung von Krebs begünstigt. Deshalb hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz im September 2007 einen Höchstwert von 0,5 Prozent Climbazol für Kosmetik festgelegt. Ob diese Schutzmaßnahme ausreicht, ist allerdings fraglich, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen ihre Haare nahezu täglich waschen. Außerdem belastet die Substanz die Umwelt, denn sie gelangt über das Abwasser in Flüsse, Seen und Böden. Sogar in einigen Pflanzen lässt sich die halogenorganische Verbindung mittlerweile nachweisen. Das zeigt eine Studie, die das Fachmagazin Environmental Toxicology and Chemistry kürzlich veröffentlicht hat. Jetzt sollen Untersuchungen, die zur Zeit in Großbritannien laufen, die Auswirkungen von Climbazol auf Gesundheit und Umwelt eindeutig klären.

Unser Fazit

Schuppen sind unangenehm und lästig, keine Frage. Doch um die weißen Flocken loszuwerden, muss man nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen und dabei sogar Krebs riskieren. Naturkosmetikhersteller beweisen stattdessen lieber Köpfchen und kombinieren geschickt verschiedene Kräuter, um das Problem auf die sanfte Tour in den Griff zu bekommen. Shampoos mit Salbei und Rosmarin drosseln den Talgfluss, so dass dem Kopfhautpilz die Grundlage entzogen wird, während Brennnessel-Extrakt und Birkenblätter bewirken, dass sich die Hornschüppchen der Haare leicht abspreizen und dadurch nicht so leicht an der Kopfhaut kleben bleiben. Auch Teebaumöl, Neemöl, Thymian und Wacholder halten Malassezia auf natürliche Art und Weise in Schach. So können Euch Eure Schuppen bald schnuppe sein – auch ohne chemische Keulen.

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie “Du kommst hier nicht rein”.

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