Du kommst hier nicht rein: Aceton

Zwei Drittel aller deutschen Frauen greifen zumindest gelegentlich zu Nagellack. Doch der muss irgendwann wieder ‘runter. Konventionelle Entferner enthalten als Lösungsmittel aber oft Aceton. Keine gute Wahl, denn dieses chemische Substanz trocknet aus, reizt die Lunge und kann bei häufigem Gebrauch sogar Blut und Knochenmark schädigen.
Du kommst hier nicht rein: Aceton Bild: pixabay
Wie findet man Aceton in der INCI-Liste?

Diesen Stoff in der Zutatenliste zu finden, ist zum Glück kinderleicht: An das Wort wird nämlich einfach ein „e“ angehängt. Der Name lautet Acetone.

Was ist Aceton eigentlich?

Hinter Aceton steckt die chemische Verbindung Propanon – eine farblose, süß riechende Flüssigkeit, die sich schnell verflüchtigt und leicht entflammbar ist. Sie wurde zufällig im Jahr 1606 durch den Arzt Andreas Libavius entdeckt, als er Blei-Acetat herstellen wollte, weshalb er ihr den immer noch gebräuchlichen Namen Aceton gab. Heutzutage wird das Lösungsmittel meist mit Hilfe verschiedener Verarbeitungsschritte aus Benzol und Propen gewonnen.

Was bewirkt Aceton und wo wird es eingesetzt?

Da Aceton in der Lage ist, die Molekülketten diverser in Lacken und Kunststoffen verwendeter Zutaten zu zerstören, wird es vor allem als Lösungsmittel eingesetzt. Nicht nur in Nagellackentferner, sondern auch in Industriefarben, Plastikklebern und Bauschaum. Darüber hinaus spielt die Substanz eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Plexiglas und wird in einigen Ländern Benzin oder Diesel zugesetzt, um eine bessere Verbrennung des Treibstoffs zu erreichen. In der Zahnheilkunde dient Aceton manchmal zur Reinigung von Wurzelkanälen.

Warum ist Aceton problematisch?

Ob Händewaschen, auf dem Computer tippen oder mit den Fingern auf dem Schreibtisch trommeln: Nagellack hält einiges aus. Eigentlich logisch, dass ein Stoff, der eine derartig strapazierfähige Farbschicht auflösen kann, ziemlich aggressiv ist. Aceton greift nicht nur den Lack, sondern auch das Keratin der Nägel und die umliegende Haut an, da es stark austrocknend wirkt. Außerdem reizt es die Atemwege, verursacht Kopfschmerzen und kann bei langjährigem Kontakt Schäden an Blut und Knochenmark hervorrufen.

Unser Fazit

Da sich inzwischen herumgesprochen hat, dass Aceton die Nägel brüchig macht, werden glücklicherweise immer mehr Nagellackentferner angeboten, die auf diese Chemikalie verzichten. Konventionelle Kosmetikhersteller weichen vor allem auf das Lösungsmittel Ethylacetat aus. Diese Substanz, die auch in Klebstoff eingesetzt wird, trocknet die Haut zwar weniger aus als Aceton, gehört aber zu den typischen „Schnüffeldrogen“: Sie kann heftige Schwindelgefühle erzeugen und in hohen Dosen das Nervensystem beeinträchtigen. Viel besser ist diese Alternative also auch nicht. Dabei kommt man bequem ohne Problemstoffe aus! Naturkosmetik-Nagellackentferner, die Ihr im Fachhandel findet, erweichen die Farbschicht mit Bio-Alkohol, der oft zusätzlich mit Orangen- oder Zitronenöl gemischt wird. Die in Zitrusfrüchten enthaltenen Terpene zählen zu den besten Lösungsmitteln der Natur. Sie sind stark genug, den Lack abzubekommen – aber sanft zu Haut und Nägeln. Das Entfernen des Lacks dauert damit zwar etwas länger, doch dafür gibt es keine gesundheitliche Nebenwirkungen.

Hier findet Ihr alle Beiträge unserer Serie „Du kommst hier nicht rein“.

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