ZERO WASTE im Badezimmer: Weg mit dem Müll!

Wahnsinn – was sich da jede Woche im Bad an (Verpackungs)Müll ansammelt. Eine Körperlotion hier, ein Duschgel da und nicht zu vergessen die Berge an Wattestäbchen und Kosmetik-Pads, die ich jeden Monat wegwerfe. Höchste Zeit also, meine Gewohnheiten zu ändern!
Blog: Zero Waste im Badezimmer Bild: naturalbeauty.de

Meine erste Anlaufstelle in Sachen ZERO WASTE ist Hannah Sartin. Vor knapp zwei Jahren eröffnete sie im Münchner Uni-Viertel, gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern, den Unverpackt Laden OHNE. Wenn also jemand weiß, wie man unnötigen Müll im Badezimmer vermeiden kann, dann bestimmt sie.

Hannah begann bereits Anfang 2014 damit, ihren Lebensstil konsequent umzustellen. Konkret bedeutete das: Weniger zu konsumieren, auf (Plastik-)Verpackungen zu verzichten, nach Second-Hand-Alternativen Ausschau zu halten und so viel wie möglich selbst herzustellen. Ursprünglich wollte ich Hannah für meinen Blog nach ihren drei wichtigsten Zero Waste Tipps fragen – im Laufe unseres netten Gesprächs, sind dann doch mehr Tipps hinzugekommen.

Hannah Sartins Zero Waste Tipps fürs Bad:
  • Schnell und einfach umzusetzen: Badeseifen und Haarshampoo-Bars. Letztere gleichen ganz normalen Shampoos – haben eben nur eine feste Konsistenz!
  • Auf Body Butter oder Körperöle umsteigen, gut eignen sich hier zum Bespiel Oliven-, Kokos- oder Mandelöl.
  • Wer Freude an DIY hat: Man kann ganz viele Kosmetikprodukte selbst herstellen – zum Beispiel Bodylotions, Peelings, Cremes fürs Gesicht, Deos oder sogar Zahncreme.
  • Abkehr von Einweg: stattdessen waschbare Wattepads (siehe Foto oben), Slipeinlagen und Binden, recyclebare Zahnbürsten aus Bambus sowie spezielle abwaschbare Holzstäbchen zum Reinigen der Ohren verwenden.
  • Zahnseide aus echter Seide im Glasflakon
  • Absolutes No Go: Zahncreme aus der Tube! Hannah und ihre Familie putzen ihre Zähne mit speziellen Zahnputztabletten, die sie im Mund zerkauen. Anschließend gehen sie nochmal mit der Zahnbürste drüber.
  • Rasierhobel statt Einweg-Rasierer. Bei guter Pflege hält dieser ein Leben lang.
  • Deocremes in Pappschächtelchen oder Glas. Lassen sich aber auch super selbst herstellen.

Was mir an Hannah besonders gefällt: dass sie überhaupt nicht dogmatisch ist. Gerade bei Zero Waste Einsteigern zählen für sie auch schon die kleinen Schritte. So sei Kosmetik aus der Glasflasche bereits „der erste Step, weg von Plastik“. „Ich habe selber so angefangen“, erinnert sie sich. „Als ich meinen Alltag auf Zero Waste umstellte, habe ich zunächst einmal geschaut, was es alles im Glas zu kaufen gibt. Dann bin ich einen Schritt weiter gegangen und habe immer mehr verpackungsfrei konsumiert oder eben vieles selbst hergestellt. Zum Beispiel Waschmittel oder Bodybutter.“

Mein Ziel: Weniger Plastik im Bad

Ganz klar, mein persönliches Ziel für die nächsten Wochen und Monate: Meinen Kosmetik-Verbrauch zu minimieren und so gut es geht auf unnötige Plastik-Verpackungen im Bad zu verzichten. Wenn ich es im Bad geschafft habe, schaffe ich es ja vielleicht auch in anderen Bereichen meines Lebens. Bestenfalls ändert es sogar meine Einstellung zum Konsum im Allgemeinen?!

„Als mein Partner Carlo und ich Eltern wurden, dachten wir nicht mehr ‚nach mir die Sintflut‘, sondern ‚nach mir mein Kind und mein Enkelkind‘“, erzählt mir Hannah. „Als ich Mutter wurde, hat mich diese Verantwortung, unseren Kindern einen guten Planeten zu hinterlassen, wie eine Wucht getroffen.“

Wie Recht sie doch hat. Umso wichtiger, dass auch ich endlich meinen inneren, phlegmatischen Schweinehund überwinde! Denn auch ich habe zwei Kinder im Alter von fünf und acht Jahren …

Meine Zero Waste Liste

Mit diesen Dingen möchte ich künftig mein Bad plastikfreier gestalten:

  • Waschbare Kosmetikpads
  • Abwaschbare Ohrenstäbchen
  • Festes Haarshampoo und Conditioner (zumindest mal ausprobieren)
  • Duschseifen
  • Körperöle (diese benutze ich eh schon – gehören also nur zur Vervollständigung auf die Liste)
  • Bambus-Zahnbürsten (mein achtjähriger Sohn ist ganz heiß drauf)
  • Zahnseide im Glasflakon (die wird meine Tochter lieben :))
  • Rasierhobel für mich und meinen Mann (jeder hat natürlich seine eigenen Rasierblättchen :))
  • Last but not least: Mehr Naturkosmetik benutzen, die in recyclebaren oder sogar kompostierbaren Verpackungen steckt
  • Und wenn ich ganz viel Zeit habe: Mich mal an die eine oder andere DIY-Creme wagen.

Ob und wie ich meine Liste umsetzen kann, davon möchte ich Euch in einem weiteren Blog mehr verraten. Es wird nicht easy über Nacht gehen– darüber bin ich mir im Klaren. Aber – so meine Hoffnung – ich werde zumindest einiges davon mitnehmen und bestenfalls doch meinen Müllverbrauch gravierend verändern können.

Und: Meine Kinder von einem Zero Waste Lifestyle zu überzeugen wird einfach sein – drückt mir die Daumen, dass auch mein Mann mit an Bord ist.:)

In diesem Sinne…

Eure Veronika

Übrigens: Hanna Sartin und ihr Partner Carlo Krauss haben ein wunderbar inspirierendes Buch zum Thema Zero Waste geschrieben.

Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben – Zero Waste als Lifestyle erschienen 2017 im mvg Verlag München. Ihr könnt es hier bestellen.

In dem Buch findet ihr viele alltagstaugliche Zero Waste Tipps und DIY-Rezepte – auch für Familien. Hier ein kleiner Auszug:

Hannah Sartins Zahnpasta-Rezept:

Das brauchst du:

  • 1 großzügigen EL Kokosöl
  • 1 TL Natron
  • Einige Tropfen Minzöl (je nach Geschmack und Intensität)

So geht’s:

Einfach alles miteinander vermischen. Et voilá – fertig ist die Zahnpasta.

Besonderer Hinweis: Am besten die Zahnpasta in kleinen Mengen herstellen und in einem kleinen Glas aufbewahren. An heißen Tagen kann es sein, dass das Kokosöl flüssig wird – dann einfach die Zahnpasta für eine Weile in den Kühlschrank oder an einen anderen kühlen Ort stellen.

(Quelle: mvg Verlag / Hannah Sartin und Carlo Krauss)

Weitere tolle Ideen, wie Ihr Naturkosmetik ganz einfach selbst herstellen könnt, findet Ihr auch in unserem aktuellen Buchttipp auf naturalbeauty.de.

Einen schönen Beitrag zum Thema Minimalismus im Bad hat Julia Keith auf dem Blog unseres Partners SPEICK geschrieben.

Veronika

Autor: Veronika

Hallo, ich bin Veronika und arbeite als freie Journalistin und Redakteurin in München. Auf naturalbeauty.de informiere ich Euch regelmäßig über spannende Brands und tolle neue Produkte. Besonders gern interviewe ich die großen Macher und Visionäre aus der Naturkosmetik-Branche.

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