Zeitumstellung:
Mini-Jetlag auf Anordnung

Und täglich grüßt das Murmeltier… Oder zumindest 2x jährlich. Dann steht wieder die Zeitumstellung auf dem Plan und mit ihr die übliche Verwirrung. Irgendwie bekommen wir es nicht auf die Reihe, wann in welche Richtung an der Uhr gedreht wird und auch sonst bringt das sich wiederholende Chaos ziemliche Nachteile mit sich – für Tiere, Menschen und sogar für unsere Schönheit… /Jenny
BLOG Zeitumstellung: Mini-Jetlag auf Anordnung Bild: Unsplash

Eigentlich wollte ich diesen Blog mit den Ursprüngen der Zeitumstellung auf Sommerzeit beginnen. Bei meiner Recherche allerdings habe ich schnell gemerkt, dass dieses Elend schon viel länger andauert, als ich dachte…

Immer der Sonne nach

Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte jeder Ort seine eigene Zeit, die sich am Stand der Sonne orientierte. Biologisch sicher angenehm. Schwierig wurde das Ganze aber mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes – eine einheitliche europäische Zeit wurde nötig und 1893 auch eingeführt.

Vor und zurück

Das eigentliche Chaos begann dann 1916 im Deutschen Kaiserreich: Drei Jahre lang stellte man die Uhren von Ende März bis Ende September eine Stunde vor. 1919 war dann vorerst Schluss – bis zu Beginn des zweiten Weltkrieges die „gewonnene Stunde“ Tageszeit als wichtig für die Rüstungsindustrie erachtet wurde. Es wurde also doch wieder an der Uhr gedreht. So weit, so gut.

In der Nachkriegszeit dann der Verwirrungs-Höhepunkt: Die drei westlichen Besatzungszonen wählten die Sommerzeit, in der sowjetischen hingegen galt die Moskauer Zeit – sie war den anderen damit ganze zwei Stunden voraus. Von 1950 bis 1979 dann wieder Stillstand bei den Uhren. Ab 1980 gilt – wie der Name schon sagt – die Mitteleuropäische Sommerzeit in Mitteleuropa. Man erhoffte sich davon eine Energieeinsparung – was sich jedoch leider nicht bestätigt hat…

1996 wurden sämtliche Sommerzeiten Europas vereinheitlicht. Seitdem stellen wir jährlich von Ende März bis Ende Oktober (statt September) um.

Effekte und Fakten

Wie wir mittlerweile wissen: Das Ganze bringt absolut NICHTS. Zumindest fast nichts: Laut einer Studie des Büros für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags gibt es kaum verbindliche Zahlen, aber die Einsparung beim Energieverbrauch liegt schätzungsweise bei unter 0,03 Prozent.

Was hingegen Fakt ist: Mensch und Tier kämpfen wochenlang mit einem Mini-Jetlag. Kinder haben einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Zeitumstellung stört ihren gewohnten Ablauf: Abends werden sie früher müde, morgens sind sie früher wach.

BLOG Zeitumstellung: Mini-Jetlag auf Anordnung Bild: Unsplash
© Unsplash

Und die Tierwelt? Unsere Haustiere haben Rituale. Eines der wichtigsten sind die täglichen Fresszeiten. So verstehen auch meine Hunde Sammy und Jake den Anlass nicht, wenn sie zu ihrer gewohnten Zeit vor dem leeren Napf sitzen oder eigentlich aufs Gassi gehen eingestellt sind. Gefährlich wird es für Wildtiere: Der Biorhythmus von Hirsch, Reh und Co. orientiert sich vor allem am Sonnenstand. Durch die Zeitumstellung sind die Hauptverkehrszeit und die Aktivitätsphase der Wildtiere identisch. In der Dämmerung unbedingt aufpassen – Bambi will leben!

Neben ernsten Schwierigkeiten gibt es außerdem einige nervige Dinge, auf die wir gern verzichten könnten. Zum Beispiel fragen wir jedes halbe Jahr wieder Google, in welche Richtung die Zeiger gedreht werden müssen. Im Auto wissen wir gleich gar nicht, wie die Uhrzeit im Display eigentlich verändert werden kann – sie ist fortan für 6 Monate falsch. Und mindestens eine Woche bevor der Tag X wieder anrückt, werden wir von den Medien (und unseren Eltern) vehement an die Zeitumstellung erinnert (so wie mit diesem Blog auch 🙂 )…

Bei all den Nachteilen frage ich mich ernsthaft: Gibt es auch Gründe dafür?

Mehr Frei(Luft)Zeit

Im Sommer bleibt es abends eine Stunde länger hell, wovon besonders Berufstätige profitieren. Nach Feierabend kann man noch viel Zeit draußen verbringen und bis 10 oder 11 im Garten, am See… in der Natur sitzen. Das genieße ich wirklich sehr!

BLOG Zeitumstellung: Mini-Jetlag auf Anordnung Bild: Unsplash
© Unsplash
Willkommen Gemütlichkeit

Im Winter wird es auch ohne Zeitumstellung früh dunkel. Her mit Couch, Kakao, Kerzen und der Lieblingsserie auf DVD. Und wird zu Beginn die Zeit wie gehabt von 3 auf 2 Uhr zurückgedreht, können wir eine Stunde länger feiern oder schlafen. (Ich mit meinen Mitte 30 bevorzuge letzteres…)

Das Uhrendrehen könnte bald ein Ende haben…

Eine umstrittene Umfrage hat dazu geführt, dass im März 2019 vorerst das letzte Mal die Uhren umgestellt werden sollen. So richtig offiziell ist das allerdings noch nicht, da viele EU-Mitgliedsstaaten sich über diese sehr knappe Frist beschweren und bekunden, dass sie mehr Vorlaufzeit brauchen. Eine der großen Fragen, die bis dahin nämlich geklärt werden muss: Welche Zeit soll bleiben? Ein Problem, da die Staaten zu unterschiedlichen Zeitzonen tendieren. Polen würde gern die Sommerzeit behalten, während die Niederlande zum Beispiel zur Winterzeit tendieren… Für Deutschland wird gemunkelt, dass es dauerhaft bei der Sommerzeit bleiben soll – offiziell ist aber noch nichts…

Mein Fazit

Ein ziemliches Hin und Her, bei dem die Nachteile klar überwiegen. Ich wäre definitiv für die Abschaffung, ganz gleich ob es letztlich dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit wird. Bis es soweit ist, stellt sich mir nur noch eine entscheidende Frage: Warum wird die Zeit immer ausgerechnet von Samstag auf Sonntag umgestellt – und nicht im Frühjahr an einem unendlich langen Freitagnachmittag? 🙂 Im Herbst können wir mit der „geschenkten“ Stunde am Wochenende hingegen gut leben…

Übrigens: Die nächste Umstellung ist am kommenden Sonntag, 28. Oktober 2018 von 3 Uhr nachts zurück auf 2 Uhr. Nicht vergessen!

Wie steht Ihr zum Thema Zeitumstellung?

Eure Jenny Jenny

Weitere spannende Beiträge aus unserem Blog:
Jenny

Autor: Jenny

Hallo, ich bin Jenny. Schon seit 2008 arbeite ich im Bereich PR, Text und Konzept für die Naturkosmetikbranche. Für naturalbeauty.de nehme ich vor allem Inhaltsstoffe unter die Lupe und beleuchte den Kosmetikmarkt kritisch – schließlich wünschen wir uns pure Natur ohne Nebenwirkungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.