Wieviel Pflege braucht die Haut?

So schön dieser Job ist. An manchen Tagen, wenn die nächste Marke ihren Markteintritt kommuniziert, ich die gefühlt 1000ste Anti-Aging-Pflege in den Händen halte und mein Badezimmerschränkchen wieder einmal aus allen Nähten platzt, stelle ich mir die ernste Frage: Wozu das alles? Wieviel davon brauche ich wirklich? Und vor allem: Wieviel braucht meine Haut? /Jenny
BLOG Schnickschnack: Wieviel Schnickschnack braucht die Haut?

Es ist so wie mit vielen Dingen im Leben: Wir gönnen uns gern ein wenig Luxus im Kleinen. Ein modisches Accessoire hier, ein neuer Deko-Artikel da und unbedingt noch diese neue Augenpflege, die endlich gegen Falten wirken soll. Natürlich brauchen wir sie nicht. Aber darauf verzichten, wollen wir auch nicht grundsätzlich. Schließlich hält sich der Minimalismus bei den meisten von uns in Grenzen, auch wenn wir für unsere täglichen Bedürfnisse vielleicht keine Unsummen ausgeben. Aber wie heißt es so schön: Kleinvieh macht auch Mist… So summieren sich die Ausgaben für all die Kleinigkeiten, auch für die Tiegelchen und Töpfchen. Vielleicht benutzen wir sie sogar alle. In Sachen Nachhaltigkeit ist es sicher gut, sie alle restlos aufzubrauchen, wenn wir sie schon heim getragen haben. Unser Gewissen juchzt „gut gemacht!“. Unserem Teint hingegen, ist das alles etwas zu viel.

Was braucht unser Teint?

Beginnen wir mit der Basis: Eine gesunde Ernährung und genügend Wasser kommt unserer Haut zugute. Von außen zugeführt, sind es ebenfalls Feuchtigkeit und Fett, die unserer Hautbarriere im richtigen Maße gut tun. Die Reinigung sollte möglichst mild ausfallen. Punkt. Unser Teint ist glücklich.

So einfach könnte es im Grunde sein, wenn wir mal die reinen Bedürfnisse unseres größten Organs betrachten. In ganzen Sätzen formuliert, habe ich dafür nur drei Zeilen benötigt – ich bin etwas erschrocken. Worüber habe ich eigentlich die letzten zehn Jahre abertausende von Seiten formuliert?

Jede Haut ist anders

Bevor ich einer Schaffenskrise verfalle, rufe ich mir ins Gedächtnis, dass jede Haut individuell ist. Erst neulich, auf einer Info-Veranstaltung, sind mir die verschiedensten Typen begegnet: Zu trocken, zu fettig, nur einzelne Problem-Partien, ernste Störungen wie Rosacea oder schuppende Augenlider. Ein Patentrezept für all diese Hautzustände gibt es nicht. Und manche von ihnen erfordern ganz schön Anstrengung…

Too much: Zu viel Pflege

Trotzdem bin ich mir sicher: Die meisten von uns „überpflegen“ ihre Haut und besitzen mehr Produkte als nötig. Das Ergebnis einer Umfrage von Statista und QVC zum Besitz von Beautyprodukten in Deutschland im Jahr 2017 hat ergeben, dass zum Zeitpunkt der Erhebung ein Drittel der befragten Frauen zwischen 30 und 59 Jahren insgesamt 11 bis 25 Beautyprodukte besaßen. Bei einem weiteren Drittel waren es 50 bis 100 Produkte. Und ja: Es gab auch Damen mit Werten deutlich darüber…

Auch interessant: Wenn es darum geht, welche Produkte die wichtigsten sind, rangierte die dekorative Kosmetik vor allem bei den 18 bis 29-Jährigen an vorderster Stelle. Die Gesichtspflege landet über alle Altersgruppen hinweg auf Rang 2, erst dann folgt die Körperhygiene .

Meine Top Five (und etwas mehr)

Und bei mir selbst? Meine Top 5 zum Wohlfühlen beinhaltet an vorderster Front meine Gesichtscreme (heiß geliebt: Die Speick Natural Aktiv Pflege). Dicht dahinter: Der Deep Rich Toner von WHAMISA. Zur Reinigung setze ich auf Mizellenwasser, ebenfalls von Speick. Damit ich so frisch aussehe, wie ich mich fühle: Ein Concealer, ein Rouge – und schon ist die Liste voll, ohne dass ich meine Mascara noch hätte nennen können, oder mein Deo und das Körperöl… Wenn ich mich nun ernsthaft frage, welche Produkte davon meine HAUT braucht (und nicht ICH) bleibt tatsächlich nur die erstgenannte Creme übrig, weil sie meinem Teint Feuchtigkeit und Lipide gleichermaßen spendet, Antioxidantien enthält, ich anhand der Dosiermenge entscheide, wieviel ich meiner Haut gönne und mein Gesicht (mit knapp 35-jähriger normaler bis empfindlicher Haut) da einfach total unkompliziert ist.

Natürlich KANN ich eine zusätzliche Augenpflege verwenden, damit die Spannkraft der empfindlichen Partie lange erhalten bleibt. Und klar: Her mit der super praktischen Lippenpflege für die Hosentasche. Eine Maske fürs Wochenende? Unbedingt!… Und so könnte man ewig weitermachen.

Mein Fazit

Fakt ist: Beauty-Pflege macht Spaß und ich möchte niemandem seine Utensilien-Sammlung vermiesen. Wir sollten nur nicht aus den Augen verlieren, dass unser größtes Organ eigentlich auch (fast) allein wunderbar zurechtkommt. Wenn keine Probleme auftreten, ist weniger einfach mehr. Und wenn doch: Vielleicht war es ein Pflegefehler, der überhaupt erst eine Problematik hervorgerufen hat? Ich plädiere deshalb zu einem reduzierten Maß an Schnickschnack. Und wenn man trotzdem nicht darauf verzichten mag, sollte man sich immer bewusst sein, dass es selten die Haut ist, die ihn wirklich braucht…

Jenny

Autor: Jenny

Hallo, ich bin Jenny. Schon seit 2008 arbeite ich im Bereich PR, Text und Konzept für die Naturkosmetikbranche. Für naturalbeauty.de nehme ich vor allem Inhaltsstoffe unter die Lupe und beleuchte den Kosmetikmarkt kritisch – schließlich wünschen wir uns pure Natur ohne Nebenwirkungen.

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