Ölziehen: Detox für Einsteiger

Öl ist ein echtes Multitalent: Es wird in allen denkbaren Varianten als Mittel für die Schönheit angepriesen. Man soll als Kurpackung über Nacht die Haare darin einpacken, den Körper für geschmeidige Haut mit wertvollen Ölmischungen eincremen und Gesichtsöle in Verbindung mit Wirkstoffkomplexen nachts zur Regeneration verwenden. In meiner Ausbildung zur Yogalehrerin habe ich noch einen weiteren Pluspunkt für Öl entdeckt: Im Mund ist es dank der Methode des Ölziehens eine easy Detox-Maßnahme, die das Immunsystem stärkt und die Zähne pflegt.
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Mein erster Kontakt mit dem Ölziehen war recht einprägsam: Nachdem wir uns im Yoga-Unterrichtsfach „Innere und äußere Reinigung“ einen Bindfaden durch Nase und Mund gefädelt, die Zunge mit einem Stahlschaber abgeschabt und die Oberschenkel mit einer groben Bürste trocken abgeschrubbt hatten, brachte unser Ausbilder eines Morgens eine Flasche Öl zum Frühstück mit. Was sollte das werden: Bullet Proof Coffee für längeres Durchhalten beim Poweryoga? Omega 3 ins Müsli für noch mehr Schmalz in den Armen bei den unmenschlich vielen Sonnengrüßen? Oder – positiv gedacht – gar eine entspannte Nackenmassage? Alles weit gefehlt, dem Experten ging es um unser Immunsystem und einen handfesten Detox-Effekt: Ölziehen stand auf dem Plan, noch vor dem Frühstück!

Aber wie geht das eigentlich, was bringt das genau und welches Öl braucht man dazu? Ich habe kräftig nachrecherchiert und die wichtigsten Facts und Grundlagen zusammengetragen. Viel Spaß beim Ausprobieren…

Detox für Dummies

In der indischen Volksheilkunde des Ayurveda wird das Ölziehen seit Anbeginn der Aufzeichnungen vor etwa 2000 Jahren empfohlen. Über 30 Krankheiten werden hier aufgezählt, bei denen die Technik Linderung oder Heilung verschaffen soll. Die Effekte sind größtenteils nicht belegt; einzig die positiven Auswirkungen auf Zähne und Zahnfleisch wurden durch Studien untermauert. So soll Karies vermindert werden, da das Öl selbst in tiefe Zahnfleischtaschen einsickert. Auch gegen Zahnfleischbluten und Mundgeruch soll die Technik wirken. Das Öl soll Säuren und Schadstoffe binden, für ein basisches Milieu sorgen und antibakteriell wirken. Zusätzlich wird das Zahnfleisch sanft massiert und gepflegt.

Populär wurde das Ölziehen in der westlichen Welt, nachdem der russische Arzt Dr. F. Karach das Konzept in den 1990er Jahren auf einem Kongress vorgestellt hatte. Er hatte sich selbst nach 15 Jahren damit von einem chronischen Blutleiden geheilt und konnte auch seinen Patienten mit der Methode effektiv und schnell bei vielerlei Krankheiten Linderung und Heilung verschaffen. Seitdem hat sich die Methode des Ölziehens auch in Europa verbreitet und findet immer mehr begeisterte Anhänger.

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How to: Ölziehen

Wie das geht? Gleich morgens zum Öl greifen. Direkt nach dem Aufstehen, bevor man den ersten Schluck trinkt oder sich die Zähne putzt. Zuvor solltet Ihr Euch mit einem ayurvedischen Zungenschaber aus Edelstahl die Zunge säubern, bis sie schön rosa ist.

Anschließend einen Teelöffel Öl abmessen und ab damit in den Mund: Spült das Öl, so lange Ihr es schafft, im Mund hin und her. Am besten wären 15 bis 20 Minuten. Gerade zu Beginn scheint das oft eine lange Zeit: Behaltet das Öl einfach so lange im Mund, bis Ihr es nicht mehr ertragen könnt und es ausspucken wollt. Während des Ölziehens findet im Mund eine Emulgierung und Verseifung statt, was zur Reinigung und Desinfektion beiträgt.

Ölziehen wird als tägliche Routineanwendung empfohlen, kann aber auch kurweise durchgeführt werden: Bei einer Kur wird eine Dauer von zwei Wochen mit zweimal täglich Ölziehen vor den Hauptmahlzeiten empfohlen.

WICHTIG: Das Öl nach dem Ölziehen auf gar keinen Fall herunterschlucken, sondern ausspucken! Keinesfalls im Waschbecken (verstopfter Abfluss!) oder in die Toilette (Giftstoffe geraten in den Wasserkreislauf!) entsorgen, sondern in ein Papiertaschentuch spucken und in den Müll geben.

… und danach?

Nach dem Ölziehen den Mund mehrmals mit Wasser ausspülen und bestenfalls den Zungenschaber nochmal anwenden, um die letzten Rückstände zu entfernen.  Putzt Euch anschließend gründlich die Zähne. Desinfiziert bei Bedarf Eure Zahnbürste zuvor mit ein paar Tropfen Grapefruitkernöl oder kolloidalem Silberspray. Danach könnt IHr sofort mit Euren Alltagsritualen fortfahren, beispielsweise frühstücken oder einen Tee trinken.

The choice is yours!

Ach ja: Ihr kannst mit vielen unterschiedlichen Ölen das Ölziehen durchführen. Wichtig ist nur, Bio-Qualität zu wählen und idealerweise auf ein natives Öl zu setzen. Kokosöl, Sesamöl und Sonnenblumenöl werden häufig empfohlen.

Mein Fazit

Auch wenn es etwas länger dauert als Zähneputzen, gehört Ölziehen zu meiner regelmäßigen Zahnpflege einfach dazu. Ich mache das gleich morgens, noch bevor alle anderen aufstehen; so habe ich meine Ruhe und muss nicht sprechen, während ich das Öl im Mund habe. Beim halbjährlichen Zahnarztbesuch bekomme ich bestätigt, dass ich deutlich weniger Beläge habe – und der leckere Kokosgeschmack am Morgen macht einfach Laune!

Eure Nina Nina

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3 Gedanken zu „Ölziehen: Detox für Einsteiger“

  1. Ich habe schön öfter den Begriff „Ölziehen“ gelesen, aber nie wirklich darüber nachgedacht, was das eigentlich ist. Vielen Dank für die Erklärung und die wertvollen Tipps.
    Da ich selbst auf die pflegende und schützende Wirkung von Manuka Honig bei der Mund- und Zahnpflege schwöre habe ich mich beim Lesen gerade gefragt, ob eine Kombination von Öl und Honig nicht sinnvoll wäre?
    Gibt es dazu irgendwelche Erkenntnisse?

    1. Hallo Dirk,
      vielen Dank für Dein Feedback!
      Unsere Expertin dazu ist für die nächsten Wochen wohlverdient in Sachen Auslandsabenteuer unterwegs.
      Wir schauen mal, was wir herausfinden können. Ansonsten meldet sich unsere Expertin bei Dir, sobald sie wieder da ist.
      Liebe Grüße,
      Dein naturalbeauty.de-Team

    2. Hallo Dirk,
      wir sind fündig geworden! Wie wir schon vermutet haben, profitiert die Mundpflege von Honig, wenn es um die Entfernung von Zungenbelag oder die Behandlung kleinerer Verletzungen/Entzündungen geht, beispielsweise in Form von Aphthen. Da Honig allerdings viel Zucker enthält, begünstigt er das Candidawachstum und wirkt sehr kariogen (Quelle). Daher würden wir davon abraten, Honig dauerhaft für die Mundpflege oder als eine Form von „Ölziehen“ zu nutzen, sondern nur bei Bedarf anzuwenden und dann auch eher punktuell auf die zu behandelnde Stelle aufzutragen. Da auch unsere Expertin keine Ärztin ist, raten wir zur Sicherheit, einen Zahnarzt dazu zu befragen.
      Liebe Grüße,
      Dein naturalbeauty.de-Team

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