Back to curly:
Ich will meine Locken zurück!

Wer glatte Haare hat, will meistens lieber Locken – und umgekehrt. Das galt früher auch für mich. Jahrelang habe ich meine Naturwellen totgeglättet, bis die Spitzen abbrachen und die Haare frizzelig vom Kopf abstanden. Jetzt will ich meine Locken zurück… und stelle fest: gar nicht so leicht. /Janine
BLOG Back to curly Bild: naturalbeauty.de

Meine beste Freundin hat Haare wie Spaghetti und wünscht sich seit jeher eine Wuschelmähne. Was Frauen mit glatten Haaren jedoch nicht wissen: So eine Wuschelmähne ist meistens ziemlich launisch. Bei jedem Haarewaschen war (zumindest bei mir) völlig offen, ob die Haare nach dem Trocknen aussehen wie frisch in Form geföhnt, oder ob das Wirrwarr auf meinem Kopf eher an ein Vogelnest erinnert. Wie Murphys Gesetz es wollte, stellten meine Haare meistens stur auf Vogelnest, wenn ich einen Termin hatte. Dann musste schnell irgendeine Notlösung her. Ich war ungefähr 15, da hatte ich die Schnauze gestrichen voll von dieser unzuverlässigen Plage, mit der ich nicht umzugehen wusste. Ich kaufte ein Glätteisen und schwebte damit ziemlich lange im siebten Himmel.

13 Jahre ist das her. Seither musste mein Schopf so einiges mitmachen und meine Locken haben sich Bleichmittel und Glätteisen geschlagen gegeben. Nur manchmal trauen sie sich noch hervor, in Form schüchterner Wellen. Und ganz, ganz selten gehe ich abends mit nassen Haaren schlafen und wache mit einer Lockenmähne auf, über die ich selbst staune. Hier findet Ihr ein Bild, wie das dann aussieht. Eines Morgens, vor ein paar Wochen, wachte ich wieder mit einem solchen Lockenschopf auf und dachte mir spontan, dass ich meinen Wuschelkopf zurück will.

Locken sind Arbeit

Leichter gesagt als getan. Vor allem, da ich auf meine bunten Haare nicht verzichten möchte und daher auch weiterhin bleichen werde. Einige Recherchestunden später war mir klar, dass ich überhaupt keine Ahnung von meinen Locken habe und es viel zu lernen und auszuprobieren gibt. Denn: Jeder Schopf ist anders. Eine Patentlösung gibt es leider nicht. Aber alle Naturwellen haben gemeinsam, dass sie ordentlich gepflegt werden wollen. Auf einem Youtube-Kanal namens „Curly Susie“ stolperte ich über die „Curly Girl Method“ (hier das Video, leider auf Englisch), und beschloss, dass manche Punkte davon doch ein guter Anfang wären.

Seither hat sich meine Haarroutine drastisch geändert. In Kurzfassung:

  • Ich benutze nur noch selten Shampoo. Meistens wasche ich meine Haare nur mit einer Haarspülung und knete diese sorgfältig in die Haare ein. Funktioniert bisher super!
  • Nach dem Waschen knete ich massenweise Haargel ein, das auch nicht ausgewaschen wird.
  • Anschließend wickle ich die nassen Haare in ein T-Shirt oder Microfasertuch, anstatt in ein normales Handtuch. Das soll Frizz vorbeugen.
  • Bürsten und Kämme sind tabu.
  • Hitze ist ebenfalls tabu. Mein Glätteisen liegt ganz hinten im Schrank, der Föhn funktioniert sowieso schon länger nicht mehr richtig und ist nur noch für Notfälle da.

Manche Dinge waren ganz einfach für mich umzusetzen. So benutze ich sowieso seit Jahren natürliche Haarpflegeprodukte ohne Silikone, wie von der Curly Hair Method vorgegeben. Hier musste ich also einfach nur das Shampoo weglassen. Ein Microfasertuch besaß ich schon, ansonsten tut es auch ein Baumwoll T-Shirt. Einzig ein Haargel musste ich besorgen – da wurde ich mit dem alverde Styling-Gel bei dm zum Glück schnell und günstig im Naturkosmetikbereich fündig. Es gibt übrigens noch viel mehr, was man in Sachen Pflege für schöne Locken ausprobieren kann. Aber für mich gilt: eins nach dem anderen.

Der Weg zu schönen Locken ist lang

Mittlerweile versuche ich seit gut 4 Wochen, meine Naturwellen wieder hervorzulocken. Die Reise ist eine langsame, denn die Haare brauchen Zeit, sich nach und nach wieder an ihre gekringelte Form zu „erinnern“. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder Momente, in denen ich schwach werde und mir der Aufwand zu viel ist – dann reduziere ich das Programm, vor allem das ewige Kneten der Haare unter Dusche, oder greife doch zur Bürste. Dafür lassen die Locken anschließend meist stark zu wünschen übrig.

Was mich am meisten nervt: Die Haare am Hinterkopf locken nicht so schön. Das liegt wahrscheinlich einfach daran, dass ich relativ lange Haare habe und das Eigengewicht die Locken „herauszieht“. Abhilfe könnte ein besonderer Stufenhaarschnitt leisten, bisher traue ich mich aber nicht. Vielleicht ein Schritt für die Zukunft, wenn ich wirklich sicher bin, dass ich dauerhaft bei den Locken bleiben möchte.

Den Aufwand wert?

Am Ende bleibt natürlich die Frage, wie lockig meine Haare mit dieser Methode am Ende werden können, denn das hängt von der individuellen Struktur ab. Korkenzieherlocken werden es für mich wohl nie werden, eher kräftige Wellen. Aber damit kann ich leben. Bloß: Einige Opfer muss man dafür durchaus bringen: Auch gut gepflegte Locken haben mal Bad Hair Days und sind dann meist auch nicht so leicht in einem Pferdeschwanz zu bändigen – sie sehen einfach wie „out of bed“ aus und im Büro oder bei manchen Terminen ist das nicht unbedingt der passende Look. Auch blöd: Wer einmalig zum Glätteisen greift, muss nach verschiedenen Aussagen damit rechnen, dass die Locken sich erst nach ca. zwei Wochen von einem solchen Attentat wieder erholt haben und sich so schön kringeln wie zuvor. Ein hoher Preis, der etwas von „ganz oder gar nicht“ hat – und bei „gar nicht“ fällt mit dem Glätteisen nicht nur eine wichtige Lösung für Bad Hair Days komplett flach, sondern gleich ein kompletter Look. Auch jegliche Flechtfrisuren lassen sich – zumindest mit meinen – Locken eher schlecht realisieren.

Mein Fazit – for now

Zugegeben: Noch immer finde ich, dass glatte Haare einfacher zu managen sind und der Griff zum Glätteisen eine gewisse Sicherheit birgt, weil die Haare danach immer gut aussehen. Das große Manko: Glätten macht die Haare auf Dauer extrem kaputt. Die Locken verursachen mir deutlich mehr Aufwand, sind aber gleichzeitig wesentlich gesünder. Und wenn sie denn mal einen guten Tag haben und schön fallen, mag ich sie richtig gern.

Ich bleibe dran, schaue, wohin meine „back to curly“-Reise mich führt… und werde Euch irgendwann sicher mal ein Update schreiben!

Wie sieht es bei Euch aus?
Habt Ihr Locken oder Spaghettihaare? Und seid Ihr damit zufrieden?
Habt Ihr Locken und vielleicht noch weitere Tipps, um sie schön in Form zu bringen?

Eure Janine Janine

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Janine

Autor: Janine

Hi, ich bin Janine und ständig auf der Suche nach neuen Trends und Beauty-Lieblingsstücken! Wenn ich nicht gerade für einen neuen Artikel mit Worten jongliere oder den roten Korrekturstift schwinge, kümmere ich mich um die Organisation der Website und mache Facebook und Co. unsicher. :)

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