Kindheitsträume – aber bitte ohne Ziepen!

Lange, goldblonde Haare, fluffig im Wind geschüttelt – die noch dazu unglaublich sympathisch aussehende Frau aus der Timotei-Werbung war das Idol meiner Kindheit. Wie sie ihre Goldmähne da in der üppig blühenden Blumenwiese so ganz einfach mit einem Zuber voll Wasser ausgespült und danach ihre (komischerweise sofort trockenen) superglatten Haare im Wind geschüttelt hat, ein glückseliges Lächeln auf den Lippen – ein Traum! Der bei mir allerdings immer Traum blieb: Lange Haare waren zwar vorhanden, allerdings weder goldblond noch superglatt. Und vor allem nach dem Waschen immer äußerst schwer in Reih und Glied zu bekommen. Außerdem war’s auch nichts mit Bullerbü-Träumereien von Blumenwiesen und Waschzubern (wobei das Wasser sicher kalt war!). Bei uns wurde hübsch ordentlich in der Badewanne geschäumt und gespült  – und danach: Geziept und geheult. Seither hält sich bei mir hartnäckig ein gesteigertes Interesse an jeglicher Art von Hilfsmitteln zum leichteren und vor allem schmerzfreien Haarekämmen. Klar, dass ich gleich heiß aufs Testen war, als das Leichtkämm-Spray von alverde bei uns ankam.

Alverde Leichtkämmspry Test

Dazu muss ich gleich mal einschränkend vorwegschicken: Einen Kamm habe ich schon vor Jahren abgeschafft und durch eine breite Holznoppenbürste ersetzt. Eine Empfehlung meines Friseurs – soll die Kopfhaut massieren, die Haare weniger fliegen lassen und weniger ziepen. Nun ja, alles ist steigerungsfähig…

Für den ersten Test will ich das alverde-Spray mal vor keine zu großen Herausforderungen stellen und wasche meine Haare ganz normal mit Shampoo und Haarkur – beides Naturkosmetik. Nachdem der Handtuchturban runter ist, bietet sich also das gewohnte Bild: Meine über schulterlangen Haare sehen ziemlich verwirrt aus. Doch bevor ich anfange, mit meinen Fingern zumindest grob Ordnung zu schaffen, greife ich diesmal zum Leichtkämm-Spray. Da alverde bei den Anwendungshinweisen keine Dosierempfehlung gibt, greife ich in die Vollen: Acht bis zehn Pumpstöße werden es locker, über den gesamten Kopf verteilt. Viel hilft viel – außerdem habe ich wirklich viele Haare.

Erster Waschgang: Ich sprühe vor Begeisterung!
Mit Macht der Gewohnheit lege ich beim Griff zur Haarbürste schon mal die andere Hand schützend auf den Haaransatz, um zumindest oben schmerzhemmend einzugreifen, wenn es mit der Bürste in die Längen geht. Ist aber gar nicht nötig! Das Fluid hat offensichtlich wirklich einen ordnenden Film auf meine feuchten Haare gelegt, sodass ich tatsächlich leichter durchkomme. Was genau da passiert ist, darauf habe ich gar nicht so genau geachtet, weil ich ein wenig irritiert war vom Duft des Sprays. Das riecht nicht schlecht – erinnert mich ein wenig an den Geschmack von Litschis. Nur kam es mir auf den ersten Schnupperer nicht unbedingt natürlich vor. Doch da alverde in der INCI-Liste ausdrücklich verspricht, nur natürliche ätherische Öle zu verwenden, muss es das wohl sein. Vielleicht liegt’s am Magnolienblütenextrakt? Baumwollextrakt, der ebenfalls enthalten ist, kann’s ja wohl nicht sein. Wobei? Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung, wie Baumwolle oder Magnolien riechen und beim Thema Riechen ist Dr. Google leider auch keine große Hilfe.

Außer auf Baumwoll- und Magnolienblütenextrakt setzt alverde beim veganen und NATRUE-zertifizierten Spray noch auf folgende Inhaltsstoffe:
Gereinigtes Wasser, Alkohol, pflanzliches Glycerin, Lävulinsäure, Zuckertensid, Isoamyllaurat, Natriumlävulinat, Glycerylmonooleatpyroglutamat, pflanzliches Glycosid, Mischung ätherischer Öle**, Betain, Polyglyceryloleat, Natriumcocoylglutamat, Natriumpyroglutamat, Caprylsäureglycerinester, Baumwollextrakt*, Magnolienblütenextrakt*
*Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau
**aus natürlichen ätherischen Ölen

Der Trockentest
Nachdem die kleine grüne Plastikflasche den ersten Test so sensationell bestanden hat, wird’s beim nächsten Mal anspruchsvoller: Nach einem sehr windigen Spaziergang mit offenem Pferdeschwanz komme ich mit völlig zerzausten Haaren heim. Normalerweise würde ich jetzt wieder das Haargummi ganz fest mit der freien Hand umschließen, um möglichst viel Geziepe beim Bürsten des Pferdeschwanzes abzufangen. Diesmal nicht, vielmehr löse ich den Haargummi ganz – wenn schon, denn schon! Ich sprühe ordentlich und wage die ersten Bürstenstriche mit prophylaktisch schmerzverzerrtem Gesicht. Doch das wird schnell zum erleichterten Staunen: Da war ja gar nix! Zwar dauert’s ein wenig, bis ich durchs Chaos durch bin. Aber nach ein paar extra Sprühern leistet das Leichtkämmspray wieder gute Dienste und macht das Haareentwirren tatsächlich zu einer schmerzfreien Angelegenheit.

Test Leichtkämmspray trockene HaareAb sofort sprühe ich vor jedem Haarebürsten, denn zum einen fühlt es sich richtig gut an, zum anderen will ich wissen, ob das Leichtkämmspray auch sein anderes Versprechen hält, nämlich seidigen Glanz. Dazu muss ich allerdings die Testbedingungen verschärfen, sprich: Keine Haarkur, denn die soll ebenfalls Glanz herzaubern. Und damit wären wir beim ultimativen Test: Einsatz nach dem Haarewaschen ohne zusätzliche Kur oder Spülung.

Verschärfte Bedingungen
Und da stößt das Spray dann doch ein wenig an seine Grenzen. Ohne Frage macht es das Haarebürsten ziepfreier als nach normalen Nur-Shampoo-Wäschen. Ziepen tut’s trotzdem, meine Bürste kommt längst nicht so locker durch, wie beim ersten Waschtest. Und ich muss deutlich mehr Spray verwenden, was aber kein Problem ist. Denn der kleine Zerstäuber verklebt kein bisschen, wie ich das bei anderen Pumpfläschchen schon erlebt habe. Der Sprühnebel bleibt fein. Allerdings fühlen sich meine Haare auch in trockenem Zustand seltsam beschwert an. Das hat kurzfristig Vorteile, denn meine ziemlich trockenen und eigensinnigen Naturwellen (Locken wären ja schön…) sind damit vorübergehend geglättet. Allerdings sehen die Haare schon am ersten Nach-Waschtag ziemlich ungewaschen aus, der versprochene Glanz wirkt eher fettig und es fühlt sich an, als läge ein Film auf dem Haar.

Mein Fazit
Als Unterstützung nach dem Haarewaschen (mit Spülung/Kur) werde ich das Leichtkämmspray sicher weiter verwenden, wirklich ersetzen kann es ein zusätzliches Pflegeprodukt meiner Meinung nach aber nicht. Auch für Notfalleinsätze auf trockenem Haar werde ich es im Hinterkopf behalten. Nur kommen die gar nicht so häufig vor, da ich sehr oft Dutt trage oder einen Zopf flechte. Bliebe noch das Lecker-Schnupper-Argument: Angenehm ist der Duft sicher, nur mich hat er nicht so von den Socken gehauen, dass ich ihn ständig haben müsste. Und um das Glanzargument gelten zu lassen, muss ich offensichtlich noch ein wenig an der Dosierung doktern.

Das alverde Leichtkämmspray ist in allen dm-Märkten erhältlich.

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