Der Wau-Effekt: Hunde im Büro

Der beste Freund des Menschen steht einem in jeder Lebenssituation treu zur Seite, ist immer für Frauchen oder Herrchen da. Ein treuer Begleiter, der von allen geliebt wird. So die Theorie. Wenn Schnuffi (meiner heißt übrigens Bruno) auch mit ins Büro darf, hat das aber nicht nur Pluspunkte. Mit dem ungenehmigten Verzehr der Wurstsemmel des Kollegen oder einer Pupsparty unterm Schreibtisch kann man durchaus auch mal unangenehm auffallen. Warum Bruno trotzdem weiter mit zur Arbeit darf und was er Gutes fürs Büroklima tut, habe ich für Euch aufgeschrieben. /Nina
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Bruno liegt gerne mal im Weg. Nicht dezent am Rand, nein: mittendrin statt nur dabei. Nur gut, dass die pelzige Wegblockade einen wissenschaftlich nachgewiesenen, positiven Effekt auf meine Kolleginnen und mich hat: Laut Studien mindert er den Stress aller Büroinsassen. Wie das geht? Mit dem Hundeblick, versteht sich: Wer kann schon widerstehen und sich nicht zu einem netten Wort, einem kleinen Leckerli oder einer gesundheitsfördernden Spiel- und Streichelpause hinreißen lassen?

Dog-in statt Burn-out

Kurze Unterbrechungen im Arbeitsalltag werden nicht nur von Bruno und seinem vierbeinigen Office-Kollegen Emil, sondern auch von menschlichen Experten empfohlen und reduzieren Stresshormone wie Cortisol im Körper. Wissenschaftlich belegt ist, dass das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall gesenkt wird, sich die Gefahr eines Burn-outs verringert und der Hundehalter mit weniger Fehltagen glänzt. Motivation, Loyalität und Kreativität der Mitarbeiter steigen durch die Anwesenheit von Schnuffelnasen. Hat der Hund wie mein Labrador Bruno allerdings eine gewisse Größe, sollte man sich als Besitzer definitiv darum kümmern, dass der Gute nicht zur nervtötenden Dauer-Stolperfalle wird und einen festen Platz hat, auf den er sich zurückziehen darf. Der sollte schattig und gut belüftet sein; ein gut erreichbarer Wassernapf ist ebenfalls Pflicht.

Schritt für Schritt fit

Kurze Spaziergänge fördern nachweislich die Produktivität. Sauerstoff fürs Gehirn, eine bessere Durchblutung statt dem zehnten Espresso und eine kurze Auszeit alle paar Stunden sind prima für Hundehalter – und auch für die Kollegin, die den Schreibtisch sonst vielleicht für acht Stunden am Stück nicht verlassen hätte. Also raus mit uns – und bitte die Tütchen nicht vergessen! Ein Hund wie Bruno geht gerne auch mehrmals mit unterschiedlichen Kollegen um den Block. Lasst Euren Schnuffi zum Personal Office Trainer werden!

Sitz, Platz und bleib!

Der vierbeinige Freund muss nicht jedem aufs Wort gehorchen – aber es hilft, wenn er gut hört. Und er muss unbedingt auf seinen Besitzer hören. Er darf keinesfalls aggressiv, laut oder anstrengend sein; auch das Gegenteil kommt nicht immer gut an. Nicht jeder wird von Bruno gerne abgeschlabbert oder mag es, wenn er sich von hinten anschleicht, um durch die Beine zu streichen und sich eine Streicheleinheit abzuholen. Hier muss man als Halter Fingerspitzengefühl beweisen und vor allem aber der Hund auf die Grundkommandos hören.

Gegen manches Hundeverhalten ist aber selbst Frauchen machtlos. Beispielsweise wenn ein leises „pffft“ unterm Tisch anzeigt, dass die Kollegin gleich ordentlich schimpft, weil es tierisch stinkt. Hier hilft nur fremdschämen (macht man als Frauchen wirklich automatisch, selbst wenn man Mutter ist!) und die Fenster schnell aufreißen. Denkt positiv: Sauerstoff ist gut fürs Gehirn und Bruno kann ja nichts dafür.

Oxytocin gegen Stress

Brunos Kuschelattacken dagegen machen Laune und sind sogar gesund: Hund und Wohltäter schütten beim Streicheln das Hormon Oxytocin aus, das den Blutdruck senkt und beim Cortisolabbau fördert. Wenn es genug ist, liegt mein treuer Begleiter angeleint entweder im oder neben dem Körbchen unterm Schreibtisch und weiß im Zweifelsfall ziemlich gut, wer die Königin seiner Knusperkekse ist. Unser Deal geht quasi durch den Magen: Bruno bekommt regelmäßig Leckerlis zugesteckt, dafür bleibt er brav auf seinem Platz und hört auf mein Kommando.

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Unsere Bürohunde Emil und Bruno. © naturalbeauty

Meistens jedenfalls. Wenn er nicht angeleint ist, kann es schon sein, dass ich ihn eine Etage tiefer finde: Hier residiert Büro-Labrador Pepper in Teilzeit und es fällt manchmal längere Zeit nicht auf, wenn der falsche Hund knochenkauend im Körbchen liegt… Für Notfälle hat Bruno eine Tasso-Marke und meine Telefonnummer am Halsband. Die kamen auch beide schon zum Einsatz, allerdings nicht im Büroalltag.

Leine los!

Ein Hund ist nicht dazu gemacht, jeden Tag acht oder mehr Stunden unter einem Tisch zu liegen. Versucht lieber, die Hundstage im Büro Eurem Vierbeiner zuliebe auf ein Minimum zu reduzieren. Auch Bruno ist ein Teilzeit-Bürohund, verbringt dreimal die Woche bis zu acht Stunden unterm Schreibtisch. Um die langen Stunden erträglicher zu machen, gehen wir vor oder nach der Arbeit zum Schwimmen, machen längere Spaziergänge oder gehen radeln. Ein ausgepowerter Hund liegt doch lockerer unterm Tisch. Sucht EuchAlternativen, wenn Ihr die Möglichkeit dazu habt: Hundesitter, Dogsharing und Familienanschluss bei hundelosen Daheimarbeitern sind nur einige Möglichkeiten, die Bürozeiten für Schnuffi ein wenig zu reduzieren. Viele Firmen befürworten Arbeitsmodelle mit Home-Office-Optionen; fragt mal nach!

How-to: Im Büro auf den Hund gekommen
  1. Kollegen ohne Allergie. Hat ein Kollege eine Hundehaarallergie, kann das ein Aus für Schnuffi bedeuten. Unbedingt vorher abklären!
  2. Erlaubnis vom Chef. Euer Vorgesetzter muss die Genehmigung für die Fellnase im Office geben, das ist klar. Bei Fehlverhalten oder Problemen mit Kollegen darf, unter Umständen muss er/sie diese Erlaubnis widerrufen.
  3. Tierische Absprachen. Wenn mehrere Kollegen Hunde ins Büro mitbringen, kläre unbedingt ab, ob sich alle Beteiligten vertragen.
  4. Gut versichert. Schließt unbedingt eine Hundehaftpflichtversicherung ab! Gemäß Murphy’s Law passiert garantiert nur etwas, wenn man die nicht abgeschlossen hat…
  5. Fahrtwege testen. Probiert mal aus, wie es ist, zu den Stoßzeiten mit den Öffentlichen und Schnuff im Schlepptau zu fahren. Nicht jeder Hund verträgt das; denk gegebenenfalls an einen Maulkorb, der kann jederzeit vom Kontrolleur verlangt werden (und wenn er nur in der Tasche liegt). Hunde brauchen unter Umständen eine eigene Fahrkarte; unbedingt vorher klären!
  6. Pause machen. Wie gestaltet Ihr Eure Mittagspause mit dem Hund? In den meisten Restaurants sind Hunde nicht gestattet.
  7. Saubere Sache. Hunde stinken oft aus dem Maul, das ist klar. Aber wenn der Freund auf vier Pfoten dauerhaft eine Miefwolke um sich herum mitzieht, sein zweiter Vorname nicht ohne Grund Pupsi ist, oder er seine Ausscheidungen nicht bis zum Gassigang bei sich behalten kann, ist das ein Ausschlusskriterium.
  8. Kleine Einschränkung. Junghunde und Welpen brauchen viel Zeit und Aufmerksamkeit und sind im Zweifel fürs Büro eher ungeeignet. Langsam daran gewöhnen!
  9. Freundlicher Hinweis. Ist Euer Hund nicht uneingeschränkt menschenfreundlich oder zeigte er in der Vergangenheit bereits aggressives Verhalten anderen Menschen gegenüber, sollte er nicht mit ins Büro.
Fazit:

Wir lieben unseren tierischen Büroalltag und sind einfach nur dankbar dafür. Danke an Angelika, die nicht eine Sekunde bei ihrer Zusage zum Bürohund gezögert hat! Tolerante, tierliebe Kolleginnen sind die Krönung dieses Jobs: Besser geht’s nicht, dickes Danke auch an Euch!

Eure Nina Nina

Weiterführende Links:

Bundesverband Bürohund e.V.

Tasso e.V.

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