Dem Speick auf der Spur

Dinge, die uns begeistern, möchten wir gern bis ins kleinste Detail ergründen. Sie wecken den Entdeckergeist in uns, machen neugierig und manchmal vielleicht sogar etwas abenteuerlustig. Oft fehlt es nur an passenden Gelegenheiten. Wart Ihr zum Beispiel schon mal in der Natur auf der Suche nach Eurem Lieblingsrohstoff? Ich habe den Speick gesucht – und gefunden./Jenny
Dem Speick auf der Spur, Foto: PIXABAY

Hand aufs Herz: Im Alltag bleibt für das Entdecken und Erleben leider meist zu wenig Zeit – oder wir haben einfach gar keine Möglichkeit uns bestimmten Dingen anzunähern. Welche der Pflanzen, die wir als Heilkräuter einsetzen oder mit unserer täglichen Kosmetik verwenden, haben wir zum Beispiel schon mal in der freien Natur gesucht und gefunden – in ihrem ursprünglichen Lebensraum? Das mag mit Kamille und Calendula noch ab und an gelingen, aber Exoten und seltene Pflanzen wie den Speick suchen wir in unserem Umfeld vergebens.

Blog: Dem Speick auf der Spur Bild: naturalbeauty.de

Gerade dieses Pflänzchen, das mich mit seinem krautigen Duft jeden Tag in Gesichtscreme, Deo und Shampoo erfrischt, hat mich schon des Öfteren beschäftigt.  In Gesprächen mit Mitarbeitern habe ich vom besonderen Klima der Kärntener Nockberge und ihren unberührten Bergwiesen gehört – die einzigen weltweit, auf denen der Speick der Gattung Valeriana celtica wächst. Versuche, die Heil- und Duftpflanze zu kultivieren, scheiterten: Selbst wenn sie unter bestimmten Voraussetzungen überlebte und heran wuchs, entwickelte sie nicht die spezifischen Inhaltsstoffe wie ihre Verwandten im Ursprungsgebiet. Genau das macht den Speick so einzigartig und zu einer botanischen Rarität.

Speick hautnah

Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit an einer Leserreise teilzunehmen, die SPEICK gemeinsam mit der Zeitschrift VITAL durchführte. Damit erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch: Ja, Ich durfte mich auf die Suche nach dem Speick machen!

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Mitte September 2015 war es soweit: Via Bahn und Bus machten wir uns auf den Weg. Das Abenteuer begann im Harmony’s Hotel Kirchheimerhof, von wo aus wir gemeinsam mit VITAL Chefredakteurin Carolin Streck und Kai Frölich vom Jahreszeiten Verlag nach regionalen Köstlichkeiten und einer erholsamen Nacht im Zirbenzimmer am nächsten Morgen in Richtung Alm starteten. Unsere Wanderung führte zur Oswalder Bockhütte auf 1840m. Und dort gingen wir mit unserem Guide Doris Pfandl direkt auf Entdeckungstour. Irgendwo hier sollte er wachsen, der Speick… Heißer Tipp: Ganz in Bodennähe sollten wir suchen. Und tatsächlich: Schon nach wenigen Minuten hatten wir ihn enttarnt. Beinahe unscheinbar wächst er inmitten von Moosen auf felsigem Grund. Wir finden eine einzelne weiße Blüte. Um sie herum winzige, leicht spitz zulaufende Blätter, die sich bereits herbstlich gelb einfärben. Die Erntezeit ist gerade vorüber. Von Mitte August bis Anfang September werden die zarten Pflänzchen kontrolliert biologisch gesammelt. Wie sich später noch herausstellen sollte, kommt das den Pflanzen nicht nur aufgrund der schonenden Art der Ernte zugute.

Zu Besuch beim Almbauern

Ein paar Stunden später genießen wir bei wunderbarem Sonnenschein eine Jause bei der Almbauernfamilie Huber. Die Kühe grasen zufrieden und scheinen sehr verwundert über den plötzlichen Betrieb auf „ihrem“ Weg. Hans-Peter und Nicole bewirten uns mit ihren Töchtern Anna-Lena und Lorena herzlichst und erzählen uns wissenswerte Details über die kontrolliert biologische Speick-Sammlung. Wer könnte sich da besser auskennen? Schließlich gehören die Hubers zu den wenigen Menschen, die den unter Naturschutz stehenden Speick im Biosphärenpark Nockberge ernten dürfen – ausschließlich von Hand, wie bereits vor hundert Jahren.

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Gute vier Wochen braucht Hans-Peter jedes Jahr, um die Ernte einzubringen. Dafür zieht er sich auf entlegene Wiesen zurück, auf denen die Zeit still zu stehen scheint. Hier ist man völlig ungestört, abseits der Zivilisation – und ohne Handy-Empfang. Trotz der mühseligen Arbeit kann Hans-Peter hier so richtig abschalten, sagt er, während er Stück für Stück kniend und ohne Hilfsmittel Pflanzen und Wurzeln entnimmt. Und das will gelernt sein! Denn es kommt auf das richtige Maß an, um den Speick auch für die Zukunft zu erhalten: Nur alle fünf Jahre wird an der gleichen Stelle geerntet. Wie wissenschaftliche Studien bewiesen haben, vermehrt sich die Pflanze sogar am allerbesten, wenn sie schonend in Teilen und kontrolliert geerntet wird – besser noch, als ließe man sie unberührt. Die Pflänzchen mit den begehrten Wurzeln, aus denen der wertvolle Speickextrakt gewonnen wird, gehen dann zur Weiterverarbeitung ausschließlich an SPEICK Naturkosmetik. Den exakten Preis für die kostbare Essenz wollte uns das Unternehmen nicht verraten – der Wert soll aber höher bemessen sein, als bei Rosenöl.

Im Bergrausch

Noch wertvoller als das Pflänzchen selbst war für mich persönlich die Erfahrung, dass in meiner geliebten SPEICK Naturkosmetik so pure Natur zum Einsatz kommt, wie man sie kaum noch findet. Und das ohne Raubbau an Ressourcen, im Einklang mit Mensch und Umwelt. In den Kärntener Bergen scheint die Welt noch in Ordnung, die Luft reiner und die Menschen irgendwie zufriedener zu sein. Hier gelten alte Werte, Wissen und Handwerk, und die Natur wird geschätzt wie kaum irgendwo sonst.

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Zuhause genieße ich meine Speick-Pflege seitdem noch ein kleines Stück mehr und erinnere mich bei jeder Anwendung fast ein bisschen sehnsüchtig an die weiten Wiesen, die mit den sanften „Nockerln“ der Bergspitzen bis zum Horizont reichen …

Jenny

Autor: Jenny

Hallo, ich bin Jenny. Schon seit 2008 arbeite ich im Bereich PR, Text und Konzept für die Naturkosmetikbranche. Für naturalbeauty.de nehme ich vor allem Inhaltsstoffe unter die Lupe und beleuchte den Kosmetikmarkt kritisch – schließlich wünschen wir uns pure Natur ohne Nebenwirkungen.

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